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Coffee(21)

Das trendigste Kaffee-Rezept des Internets... auf einer Aeropress
Lance Hedrick|02. Juni

Das trendigste Kaffee-Rezept des Internets... auf einer Aeropress

Die Zupalonga: Eine perkolationsbasierte Kaffeezubereitung auf der Aeropress

Lance Hedrick zeigt in diesem Video, wie man den sogenannten "Soup"- oder "Zupa"-Kaffee, der sonst oft mit Spezialmaschinen wie der OXO Rapid Brewer zubereitet wird, auch mit der einfachen Aeropress und ohne zusätzliche Gadgets herstellen kann. Das Ziel ist eine klare, perkolationsdominierte Extraktion – ähnlich einem Espresso, aber mit weniger Druck.

Das Problem: Immersion vs. Perkolation
  • Bei einer normalen Aeropress-Zubereitung entsteht durch das Eingießen von Wasser eine Vermischung und Aufwirbelung des Kaffeemehls. Dies führt zu einer Immersion, bei der ein Großteil der Extraktion bereits im Wasserbad stattfindet.
  • Für die "Zupa" ist jedoch eine reine Perkolation entscheidend: Eine ruhige Wassersäule soll durch den kompakten Kaffeepuck gedrückt werden, um maximale Klarheit und kontrollierte Extraktion zu erzielen.
Die Lösung: Ein einfacher Trick mit zwei Filtern

Lance stellt eine Methode vor, die ohne teure Aufsätze auskommt und nur die mitgelieferten Teile der Aeropress nutzt:

  1. Filter einlegen: Einen Papierfilter in den Deckel (Cap) einlegen und diesen auf die Aeropress schrauben.
  2. Kaffee einfüllen: 15 g Kaffeemehl (fein gemahlen) einwiegen.
  3. Anklopfen: Die Aeropress leicht auf die Tischplatte klopfen, um das Kaffeebett zu ebnen.
  4. Zweiten Filter auflegen: Einen zweiten Papierfilter oben auf das Kaffeemehl legen.
  5. Tampen mit dem Kolben: Den Gummikolben (Plunger) vorsichtig auf den oberen Filter setzen. Durch das Eindrücken wird der Filter in die Kammer gefaltet und der Kaffee gleichzeitig angetampt (festgedrückt).
    • Hinweis: Der Kolben sollte langsam und gleichmäßig bis zum Boden gedrückt werden, um den Puck nicht zu stören.
  6. Kolben entfernen: Zum Herausziehen den Kolben vorsichtig drehen und langsam anheben, um das Vakuum zu lösen. Der obere Filter bleibt zunächst am Kolben hängen und muss dann wieder in die Kammer geschoben werden (z.B. mit dem Aeropress-Rührstab).
  7. Wasser aufgießen: 150 g Wasser (93°C) vorsichtig auf den oberen Filter gießen. Die Wassersäule bleibt klar, da der Filter das Kaffeebett schützt.
    • Wichtig bei sehr frischem Kaffee: Die CO2-Freisetzung kann den oberen Filter anheben. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Wassertemperatur zu senken (z.B. auf 70°C) oder einen schwereren (z.B. 3D-gedruckten) Filteraufsatz zu verwenden, auch wenn Lance dies vermeiden möchte.
  8. Percolieren: Nun den Kolben wieder einsetzen und sehr langsam und gleichmäßig durch den Puck drücken. Ein langsamer Druck erhält die Klarheit des Endprodukts.
Geschmack und Ergebnisse

Lance vergleicht seine Methode (15 g / 150 g Wasser) direkt mit einer OXO Rapid Brewer (22 g / 220 g Wasser) bei identischem Mahlgrad und Temperatur:

  • TDS-Messung: Beide Getränke hatten nahezu identische TDS-Werte (1,79 und 1,81), was auf eine ähnliche Extraktionseffizienz hindeutet.
  • Blindverkostung: Im Geschmack waren die beiden Getränke kaum zu unterscheiden. Lance bevorzugte das Aroma der Aeropress-Version minimal.
  • Fazit: Die Methode ist eine echte Alternative für Besitzer einer Aeropress, die keinen speziellen Brüher (wie die OXO) besitzen, aber dennoch einen klaren, perkolationsbasierten Kaffee ("Soup"/"Zupa") genießen möchten.
Fehlerbehebung: Was passiert, wenn der Filter sich löst?
  • Sollte der obere Filter während des Gießens aufschwimmen, kommt es zu einer Vermischung von Immersion und Perkolation.
  • Das Ergebnis ist ein trüberes Getränk mit mehr Körper, aber weniger Klarheit – ähnlich einer normalen Aeropress-Zubereitung. Der Geschmack ist zwar nicht ruiniert, aber nicht das gewünschte "Zupalonga"-Profil.
Tipps für den optimalen Genuss
  • Kaffee: Gut abgelagerter Kaffee (nicht zu frisch) ist ideal, da er weniger CO2 freisetzt und der Filter stabil bleibt.
  • Verhältnis: Das empfohlene Verhältnis ist 1:10 (15 g Kaffee : 150 g Wasser), aber je nach gewünschter Stärke kann das Verhältnis auf 1:3 bis 1:13 angepasst werden.
  • Temperatur: 93°C ist ein guter Startpunkt. Bei sehr frischem Kaffee oder sich lösenden Filtern auf 70-80°C reduzieren.
  • Druck: Ein gleichmäßiger, langsamer Druck ist der Schlüssel zu Klarheit und kontrollierter Extraktion.
Der neue Mittelklasse-Standard? Hibrew G64 Plus im Test
Lance Hedrick|01. Juni

Der neue Mittelklasse-Standard? Hibrew G64 Plus im Test

Hibrew G64 Plus – Review von Lance Hedrick

Einleitung

Lance Hedrick testet den neuen Hibrew G64 Plus, ein 64-mm-Flachbettmahlwerk mit Brushless-DC-Motor, variabler Drehzahl und Vollmetallkonstruktion. Es ist der erste Vorstoß von Hibrew in die gehobene Mittelklasse.

Preis & Verfügbarkeit
  • Kickstarter-Preis: ca. 399 $
  • Angestrebter MSRP: 499 $
  • US-Website aktuell: 599 $ – Kritik an inkonsistenter Preisgestaltung.
Bauqualität & Verarbeitung
  • Sehr schwer: 7–8 kg (schwerer als Timemore 064S)
  • Dosing Cup mit 255 g, sehr massiv
  • Portafilter-Gabel nicht höhenverstellbar; viele gängige 58 mm-Siebe (z. B. Marzocco, Meticulous, Kafatek) passen nicht – nur Weber und Pado sitzen ordentlich.
  • Abnehmbarer Auswurfschacht aus Aluminium mit Plastikbeschichtung innen zur Statikreduzierung
  • Doppel-Ionisationssystem für sauberen Mahlgut-Auswurf
Motor & Mahlwerk
  • Brushless DC: 380 W, sehr leise, stufenlose Drehzahl 600–1.600 RPM
  • Basis-Modell hat nur drei feste Stufen (1.200/1.400/1.600 RPM)
  • Werkzeugloser Zugriff auf die Mahlwerke – einfache Reinigung und Wechsel
  • Titanbeschichtete Standard-Burrs (goldfarben), solide Geometrie, eher für dunkle Röstungen
  • Alignment gut (Markertest), aber bei Fremd-Burrs (z. B. SSP) kann der Einstellbereich durch Sicherheitsschaltung eingeschränkt sein
  • Shim-System für Höhenanpassung enthalten
Retention & Workflow
  • Retention unter 0,1 g, auch ohne Bälge
  • Bälge liegen bei, wurden aber vom Tester verlegt
  • Timer schaltet nach einer Weile ab
Mahlqualität & Geschmack
  • Standard-Burrs: voluminöse, schokoladige Espressi, wenig Klarheit, gut für dunkle Röstungen
  • SSP Multi-Purpose: hervorragend für Filterkaffee
  • Hellste Röstungen – kein Stalling bei 600 RPM
Vergleich mit Konkurrenz
  • Besser als DF64, Shardor 64, Niche Zero
  • Timemore 064S bleibt bei diesem Preis der Favorit (flexibler, bessere Workflow, geschmacklich leicht überlegen)
  • G64 Plus wäre bei einem Preis von 450–500 $ eine starke Alternative; bei 600 $ ist die Konkurrenz zu stark
  • Generation 2 des Timemore 064S wird den Abstand noch vergrößern
Fazit

Ein gut verarbeiteter Mahlwerkzeug mit solider Basis, aber die Preispolitik und einige Detailmängel (Portafilter-Kompatibilität, fehlende Nullpunktverstellung) verhindern eine klare Kaufempfehlung. Wer den günstigeren Kickstarter-Preis ergattern kann, bekommt ein sehr gutes Gerät – zum aktuellen UVP ist der Timemore 064S die bessere Wahl.

Wichtigste Botschaft: „Spar beim Mahlwerk nicht, aber wenn das Budget knapp ist, liefert der G64 Plus trotzdem gute Ergebnisse.“

Fake-Siebe: Wir verstehen sie, aber sie lösen das falsche Problem
Kaffeemacher|30. Mai

Fake-Siebe: Wir verstehen sie, aber sie lösen das falsche Problem

Problemstellung
  • Viele Besitzer von günstigen Espressomaschinen (z.B. Delonghi Dedica, KitchenAid Design) haben Probleme mit der Crema oder dem Geschmack.
  • Entweder: schöne Crema, aber schlechter Geschmack – oder kein Crema, aber akzeptabler Geschmack.
Was macht guten Espresso aus?
  • Frische des Kaffees: 2–3 Wochen nach der Röstung ideal, maximal 4 Monate. Frische zeigt sich in einer stabilen Crema.
  • Mahlgrad: Kein universeller Espresso-Mahlgrad – er muss auf die Kombination von Mühle und Maschine abgestimmt sein.
  • Vorgemahlener Kaffee hat fast immer den falschen Mahlgrad und altert schneller, sodass er nicht genug Widerstand im Kaffeekuchen aufbaut.
Die „Fake-Siebe“ (Drucksiebe / doppelwandige Siebe)
  • Diese Siebe erzeugen künstlich Druck und Crema, indem sie einen Engpass nach der Extraktion schaffen (zweite Wand mit Mini-Loch).
  • Die entstehende Crema ist sprudelig und luftig – nicht die feine, dichte Crema aus frischem Kaffee.
  • Sie kaschieren die eigentlichen Probleme: falscher Mahlgrad oder alter Kaffee.
Konsequenzen beim Wechsel zu einem einwandigen Sieb
  • Ohne das Drucksieb gibt es keine künstliche Crema mehr.
  • Vorgemahlener oder alter Kaffee läuft dann extrem schnell durch („pletschert“).
  • Selbst frisch gemahlener Kaffee kann Probleme machen, wenn die Mühle nicht fein genug mahlen kann.
Die richtige Lösung
  • Schritt 1: Wechsel zu einem einwandigen Sieb (z.B. spezieller Siebträger für die Dedica).
  • Schritt 2: Eine gute Mühle kaufen – auch eine solide Handmühle reicht, um fein genug zu mahlen.
  • Schritt 3: Frischen Kaffee verwenden und den Mahlgrad individuell anpassen.
Wichtige Erkenntnis
  • Crema ist kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Zeichen für Frische und passenden Mahlgrad.
  • Der größte Qualitätssprung kommt vom frischen Mahlen und dem richtigen Mahlgrad – nicht von der Maschine.
Dieses Video verdient deine Aufmerksamkeit: Die absurde Geschichte der Arabica
Lance Hedrick|28. Mai

Dieses Video verdient deine Aufmerksamkeit: Die absurde Geschichte der Arabica

🧬 Die genetische Herkunft der Arabica
  • Ein genetischer Unfall: Arabica (Coffea arabica) ist eine Hybridart, die vor 10.000 bis zu einer Million Jahren durch die Kreuzung von Coffea canephora (Robusta) und Coffea eugenioides entstanden ist. Dies erklärt, warum Arabica mit 44 Chromosomen die doppelte Anzahl der meisten anderen Kaffeearten (22) hat.
  • Ursprung und Verbreitung: Die Wiege der Arabica liegt im südwestlichen Äthiopien und Teilen des Südsudans. Von dort gelangte sie im 15. Jahrhundert in den Jemen, der als entscheidender genetischer Filter fungierte.
🌍 Der Filter Jemen und die globale Expansion
  • Genetischer Flaschenhals: Der gesamte weltweit konsumierte Arabica-Kaffee stammt von einer sehr kleinen genetischen Auswahl ab, die aus Äthiopien in den Jemen gelangte. Der Jemen schützte sein Monopol, indem Samen vor dem Export oft geröstet oder gekocht wurden, um sie keimunfähig zu machen.
  • Die wichtigsten Abstammungslinien: Aus diesem Filter entstanden die global dominanten genetischen Gruppen:
    • Typica: Gelangte über Java (durch Niederländer) in die Karibik und nach Mittel- und Südamerika.
    • Bourbon: Von französischen Missionaren auf die Insel Bourbon (heute Réunion) gebracht und später nach Brasilien eingeführt. Bourbon und seine Mutationen (z. B. Caturra) wurden zur dominierenden Sorte in Mittel- und Südamerika.
    • Ethiopian Legacy & New Yemenes: Diese Gruppen blieben zunächst weniger beachtet, sind aber heute eine wichtige Quelle genetischer Vielfalt.
🚨 Die Krise und die Rettung durch Vielfalt
  • Monokultur und Kaffeerost: Im 19. Jahrhundert führte die globale Monokultur auf Basis weniger Typica/Bourbon-Varietäten zu einer verheerenden Verwundbarkeit. Der Kaffeerost (Hemileia vastatrix) vernichtete ganze Plantagen, z. B. in Sri Lanka.
  • Die Rückkehr der Robusta: Als widerstandsfähigere Art gewann Robusta (Canephora) an Bedeutung, um die Produktion zu sichern.
  • Hybridisierung als Lösung: Man begann, Arabica mit Robusta zu kreuzen, um Resistenzgene einzubringen. Der Timor-Hybrid (eine natürliche Kreuzung) und seine Nachkommen (z. B. Catimor, Castillo) sind Beispiele für diese Strategie, die widerstandsfähigere und dennoch qualitativ hochwertige Sorten hervorbrachte.
✨ Die Wiederentdeckung der äthiopischen Schätze
  • Das Fenster weitet sich: Seit etwa 1950 werden systematisch wilde und lokale Kaffeesorten (Landraces) aus Äthiopien gesammelt und in Forschungszentren wie CATIE (Costa Rica) gelagert und untersucht.
  • Die neuen Stars des Specialty Coffees: Diese direkten Einfuhren aus Äthiopien, nicht mehr gefiltert durch den Jemen, haben die Kaffeequalität revolutioniert.
    • Geisha (Gesha): Eine äthiopische Sorte, die in Panama kultiviert wurde und für ihre außergewöhnliche aromatische Komplexität bekannt ist.
    • Weitere Entdeckungen: Sorten wie Chiroso, Wush Wush oder fälschlicherweise als „Pink Bourbon“ bezeichnete Kaffees entpuppen sich genetisch als direkte äthiopische Landrassen.
  • Genetische Verwirrung: Moderne DNA-Analysen klären auf, dass viele bekannte Sorten (z. B. SL28, SL34) nicht den angenommenen Ursprung haben. SL28 entstammt der Typica/Bourbon-Linie, während SL34 zur Ethiopian-Legacy-Gruppe gehört. Diese Erkenntnisse verändern das Verständnis der Kaffee-Genetik grundlegend.
🌱 Fazit: Ein neues goldenes Zeitalter
  • Die unwahrscheinlichste Geschichte: Arabica ist ein relativer Neuling, ein Hybrid mit eingeschränkter genetischer Vielfalt, der trotz aller Widrigkeiten zur weltweit dominierenden Kaffeeart wurde.
  • Die Zukunft des Kaffees: Der Schlüssel zu höherer Qualität und Resilienz liegt in der Wiederentdeckung und Nutzung der ursprünglichen genetischen Vielfalt Äthiopiens. Die gezielte Einführung dieser Diversität in neue Anbaugebiete kombiniert die besten Aromen mit lokalen Wachstumsbedingungen und führt zu einem noch nie dagewesenen Qualitätssprung.

Dieser Text fasst die Kernaussagen des Videos zusammen und basiert auf den neuesten Erkenntnissen der Kaffeegenetik, insbesondere der Arbeit von Dr. Christophe Montagnon und dem World Coffee Research Programm.

Brasilien Kaffeereise 2026: APAS, Farmers Coffee & was wir gelernt haben
Kaffeemacher|23. Mai

Brasilien Kaffeereise 2026: APAS, Farmers Coffee & was wir gelernt haben

🌍 Kaffeereise durch Brasilien: Von APAS bis Farmers Coffee

Dieses Video dokumentiert eine intensive Reise durch die Kaffeeregionen Brasiliens (Minas Gerais, Espírito Santo). Im Fokus stehen Beziehungsarbeit, Qualitätsentwicklung und die Vielfalt brasilianischer Kaffees.

🚜 Stationen und Highlights

  • APAS (Kooperative): Besuch bei der Bio-Kooperative, die 60 Mitglieder vereint. Eigene Produktion von Fungiziden aus Pilzkulturen – Unabhängigkeit vom Weltmarkt. Wichtige Gespräche über Transparenz und gegenseitige Abhängigkeit.
  • Farm von Marcia (Brunos Mutter): Eine der ersten Bio-Pionierinnen der Region. Zwischenkulturen (Mais, Blumen, Gras) fördern Biodiversität. Eigenproduktion von Biodünger.
  • Copervas Labor: Sortierung und Qualitätskontrolle. 500 Container Kaffee – nur 100 für Export, der Rest bleibt im lokalen Markt (wichtiges Learning!).
  • Farmers Coffee: Junges, dynamisches Team (Gründer unter 30). Sie bauen Arabica und Robusta (Conilon) an. Fokus auf Präzisionslandwirtschaft, Sensorik und langfristige Partnerschaft.
  • Familie Homuo: 50% des Arabica für den Kompadre Blend. Extreme Biodiversität: Bananen, Avocados, Beeren, Kaffee. Handarbeit und manuelle Düngung.

🔑 Wichtige Erkenntnisse

  • Brasilien ist nicht gleich Brasilien: Riesige regionale Unterschiede in Anbaumethoden, Klima und Geschmack. Nussig-schokoladig ist nur ein Klischee.
  • Beziehung vor Transaktion: Persönliche Besuche sind unersetzlich – WhatsApp und Calls reichen nicht für tiefe Partnerschaften.
  • Sprachbarriere: Portugiesischkenntnisse sind essenziell (Ziel: A1). Verluste in der Kommunikation vermeiden.
  • Lokaler Markt boomt: Nur 12–15% des Kaffees werden exportiert – Brasilien selbst ist größter Kaffeetrinker.
  • Herausforderungen: Steigende Löhne (Pflücker bis 50 $/Tag), Bodenpreise (45.000 $/ha), Konkurrenz durch Robusta (höherer Ertrag).

📌 Fazit

Die Reise bestätigt: Coffee is people business. Authentische Begegnungen vor Ort schaffen Vertrauen und Innovation – für bessere Kaffees und nachhaltige Partnerschaften.

Es ist Zeit, das zuzugeben
Lance Hedrick|22. Mai

Es ist Zeit, das zuzugeben

Zeit für ein Eingeständnis in der Kaffeewelt

Der Kaffee-Experte Lance Hedrick räumt in diesem Video ein, dass die Spezialitätenkaffee-Szene das Getränk unnötig verkompliziert hat. Er fordert eine Rückbesinnung auf den Genuss.

Die Entwicklung der Kaffeezubereitung

  • Früher (1950er/60er): Optimaler Bereich war 1,15-1,35% TDS bei 18-22% Extraktion.
  • Hoch-Extraktions-Craze: Fokus auf maximale Extraktion ohne Bitterkeit – erforderte teure Mühlen ($2.000+).
  • Kälteextraktion: Verwendung von gefrorenen Bohnen, um Aromen zu erhalten; Fokus auf niedrigere Extraktion (16-18%) und sogar „Suppe“ (8-12%).
  • Wasserchemie: Extreme Kontrolle jedes einzelnen Kations (z. B. Magnesiumchlorid vs. -sulfat) für optimale Ergebnisse.

Die Kehrseite des Wissenschafts- und Ausrüstungsfetischs

  • Kaffee wurde zur Hausaufgabe: Man braucht angeblich ein Refraktometer, ein genaues Thermometer und teure Mühlen.
  • Gear Acquisition Syndrome (GAS) und FOMO: Angst, etwas zu verpassen, wenn man nicht die neueste Ausrüstung (z. B. 80mm SSP-Mahlwerke) hat.
  • Die Wirkung von Wasser wird überhöht dargestellt: Solange man anständiges Wasser und eine gute Basisausrüstung hat, sind kleine Anpassungen marginal.
  • Kaffee-Experten (inkl. ihm selbst) sind Teil des Problems, da sie oft Produkte verkaufen oder Effekte übertreiben.

Der Weg zurück zum Genuss

  • Wissen steigert den Genuss, ersetzt ihn nicht! Die Jagd nach Daten (p-Werte, statistische Signifikanz) kann vom eigentlichen Ziel ablenken.
  • Intimidation der Anfänger: Viele werden durch die Komplexität abgeschreckt, bevor sie die erste Tasse genießen können.
  • Die Neugier, die die Branche weitergebracht hat, darf nicht in reine Stress-Brüherei umschlagen.
  • Kernbotschaft: "Chase taste, not numbers!" Einfach eine gute Tasse Kaffee kochen, die man genießt – mit guter Bohne und Grundwissen – ist das Ziel.
Fazit

Der Kanal wird weiterhin tief in die Materie einsteigen, aber die Kontext klarstellen: Die Wissenschaft ist ein Werkzeug, nicht das Fundament. Das Fundament bleibt der Genuss einer hervorragenden Tasse Kaffee.

Ein leckeres Eiskaffee-Rezept, das du diesen Sommer machen solltest
Morgan Eckroth|22. Mai

Ein leckeres Eiskaffee-Rezept, das du diesen Sommer machen solltest

Zwei einfache Methoden für erfrischenden Eiskaffee im Sommer

In diesem Video zeigt Morgan zwei beliebte Methoden zur Zubereitung von Flash Brew (auch Eiskaffee genannt) – eine helle, fruchtige Alternative zu Cold Brew.

Methode 1: Pour-Over direkt auf Eis

  • Benötigt: Pour-Over-Brüher (z.B. Hario V60), Filter, Karaffe, Waage, heißes Wasser (ca. 96°C), Eis aus gefiltertem Wasser, 20 g Kaffee (hell geröstet, mittelfein gemahlen).
  • Verhältnis: 1:15 (Kaffee zu Gesamtwasser), davon 40 % als Eis (120 g Eis, 180 g heiße Brühwasser).
  • Ablauf:
    • Filter vorwärmen, 120 g Eis in die Karaffe geben.
    • Kaffee in den Filter geben, mit 50 g Wasser 40 Sekunden blühen lassen.
    • Dann restliche 130 g Wasser in spiralförmigen Bewegungen aufgießen.
    • Ziel: Durchlaufzeit ca. 3 Minuten.
  • Ergebnis: Saftiger, klarer Eiskaffee mit erhaltener Säure und Fruchtnoten.

Methode 2: Heißbrühe + Hyperchiller

  • Benötigt: Pour-Over-Set, Hyperchiller (vorgekühlter Doppelwand-Behälter), Eiswürfel im Glas.
  • Verhältnis: Beliebig (z.B. 1:15,5: 16 g Kaffee auf 250 g Wasser bei 96°C).
  • Ablauf:
    • Normale Pour-Over-Zubereitung (z.B. 3 Aufgüsse: 50 g Blüte 30 s, dann zweimal 100 g).
    • Heißen Kaffee direkt in den Hyperchiller gießen, kurz schwenken, dann über Eis servieren.
  • Vorteil: Kein Verlust von Aromen durch Oxidation – der Kaffee bleibt komplex und frisch.

Fazit

Beide Methoden liefern schnell einen köstlichen, erfrischenden Eiskaffee, der die feinen Nuancen heller Röstungen bewahrt. Perfekt für heiße Tage!

Wendougee: Der interessanteste Hersteller in China?
James Hoffmann|21. Mai

Wendougee: Der interessanteste Hersteller in China?

Die Marke Wendougee im Kaffeekosmos

Der Tester betrachtet Wendougee als einen aufstrebenden chinesischen Hersteller, der sich von einem Nachahmer zu einem potenziellen Innovationsführer entwickeln könnte. Er sieht Parallelen zu anderen chinesischen Marken wie Timemore und Bookoo, die ebenfalls hochwertige Produkte anbieten und sowohl den lokalen als auch den internationalen Markt erobern.

Der Wendougee LITA Espressomaschine (ca. 2.000 €)
  • Design & Verarbeitung: Kompakte, tablet-gesteuerte Dualboilermaschine mit Druck- und Durchflussprofilierung. Das Design erinnert stark an die Decent-Maschine. Die Materialwahl ist jedoch uneinheitlich: massive Metallteile treffen auf günstig wirkende Kunststoffelemente, besonders am Abtropfgitter und den Tasten. Der einzige physische Knopf (für Dampf) fühlt sich etwas billig an.
  • Bedienung: Das Herzstück ist ein Tablet (nicht im Lieferumfang enthalten) oder ein Smartphone mit einer App. Die App bietet sowohl einen "Easy-Modus" für einfache Profile als auch einen "Profi-Modus" für tiefgehende Einstellungen. Die Software war im Test zeitweise fehleranfällig und die Menüführung (langes, kurzes, doppeltes Drücken) ist gewöhnungsbedürftig.
  • Leistung & Features: Als Dualboiler mit saturiertem Gruppenkopf liefert sie stabile Temperaturen, braucht aber ein paar Vorspülungen, um die Zieltemperatur zu erreichen. Die Druckprofile sind präzise einstellbar und die Maschine kann mit einer kompatiblen Waage (z.B. Bookoo) brühen, um ein konstantes Gewicht im Cup zu erreichen.
  • Vernetzung & Community: Die Maschine kann mit dem Milo Play Grinder kommunizieren und Profile zwischen beiden Geräten teilen. Eine integrierte Social-Media-Funktion ("Community Tab") kann jedoch nicht mit der aktiven und engagierten Community von Decent mithalten.
  • Fazit: Die LITA ist eine technisch fähige Maschine, die guten Espresso zubereiten kann. Sie unterliegt jedoch in der Verarbeitungsqualität und Software-Reife noch der Decent. Das große Plus ist der aggressive Preis für die gebotene Technik.
Die Wendougee Milo Play Kaffeemühle (ca. 1.000 €)
  • Innovation trifft auf Frustration: Die Mühle hat eine 64-mm-Scheibenmahlwerk und variable Drehzahl. Das revolutionäre Feature ist die digitale Mikrometer-Einstellung des Mahlspalts, die sich in 1-Micron-Schritten per Knopfdruck präzise und wiederholbar einstellen lässt. Man kann Profile speichern (z.B. „A: Espresso, 140 Microns") und zwischen ihnen wechseln.
  • Verarbeitung & Haptik: Auch hier zeigt sich ein Widerspruch. Das Gehäuse ist teils aus Metall, teils aus billigem Kunststoff. Ein Dauerstrom von 7 Watt erwärmt den Motor ständig leicht, was sich seltsam anfühlt.
  • Schwächen: Die Mühle leidet unter hohem Retention (Schwankungen bis 0,5 g), was bei modernen Mühlen unüblich ist. Ein Nachmahlproblem durch einen zu starren Klumpenbrecher erzeugt übermäßig viele Feinanteile und erwärmt das Mahlgut. Der Mechanismus zum Ausklopfen ist unpraktisch und verschmutzt schnell.
  • Fazit: Die Mühle ist ein Paradebeispiel für Wendougees Potenzial: Sie löst ein schwieriges technisches Problem (digitale Mahlspalt-Einstellung) brillant, scheitert aber an einfacheren, längst gelösten Herausforderungen (Retention, Verarbeitung). Der Tester ist überzeugt, dass diese Mängel in naher Zukunft behoben werden können, da sie technisch nicht komplex sind.
Gesamteindruck und Zukunftsausblick

Der Tester sieht Wendougee als einen sehr interessanten Hersteller, der das Zeug hat, die Kaffeewelt zu verändern. Die Kombination aus innovativen Ideen (digitale Mikrometer-Mühle) und den günstigen Preisen ist beeindruckend. Jedoch zeigen die Produkte auch typische Anlaufschwierigkeiten: eine inkonsistente Materialqualität, Software-Bugs und unnötige konstruktive Schwächen.

Wendougee hat eine große Produktionskapazität (ca. 5.000 Maschinen/Monat) und einen starken Heimatmarkt. Wenn sie es schaffen, ihre Produkte durch engagiertes User-Feedback und schnelle Iterationen zu verbessern, könnten sie zu ernstzunehmenden Konkurrenten für etablierte Marken wie Decent werden. Der Tester wird die Entwicklung der Firma aufmerksam verfolgen.

Lelit Mara X3 Espressomaschine - Alles Wichtige in 8 Minuten
Kaffeemacher|19. Mai

Lelit Mara X3 Espressomaschine - Alles Wichtige in 8 Minuten

Lelit Mara X3 Espressomaschine – Zusammenfassung der Kurzversion

Die Lelit Mara X3 ist ein Zweikreiser mit integrierter Fließgeschwindigkeitskontrolle und gilt laut Tester als einer der besten Zweikreiser auf dem Markt. Diese Kurzversion fasst die wichtigsten Punkte aus einem ausführlichen Test zusammen.

🌡️ Temperaturmanagement & Brühmodus

  • Die Maschine benötigt etwa 24 Minuten, um die korrekte Brühtemperatur zu erreichen.
  • Ein besonderes Feature ist der Brühmodus, der die Kesseltemperatur anhand der Brühtemperatur regelt.
  • Bei schneller Folge mehrerer Bezüge fällt die Temperatur leicht ab. Mit 2–4 Minuten Wartezeit zwischen den Bezügen bleibt die Temperatur jedoch stabil.
  • Die ersten zwei Bezüge liegen immer im optimalen Temperaturbereich.

⚙️ Fließgeschwindigkeitskontrolle

Das große Highlight der X3 ist der kleine Hebel zur manuellen Steuerung der Fließgeschwindigkeit:

  • Volle Flussrate: 6 ml/s (Position „3 Uhr“)
  • Bei „12 Uhr“: ca. 5 ml/s
  • Bei „9 Uhr“: ca. 2,5–3 ml/s
  • Empfohlene Startposition: 10 Uhr (ca. 3,5–4 ml/s) für eine sanfte Vorbenetzung (9–10 Sekunden)
  • Vorteile: Bessere Vorbenetzung, mehr Kontrolle über Extraktion, Möglichkeit zur Rettung schlecht gemahlener Kaffees. Selbst nachträgliche Anpassungen verbessern den Geschmack.

Milchschaum & Bedienung

  • Die Maschine bietet eine exzellente Schaumperformance, auch im Brühmodus.
  • Anfängerfreundlich: Gute Verwirbelung, große Bläschen lösen sich leicht, Milch heizt nicht zu schnell auf.
  • Intuitive Bedienung, große Tropfschale, leicht lösbarer Wassertank.
  • Kein Schnickschnack – kein integrierter Shot-Timer (dieser wird aber meist über die Waage abgedeckt).

🛠️ Verarbeitung & Zubehör

  • Hochwertige Verarbeitung, besonders bei den lackierten Varianten (stabiler, stumpfere Kanten).
  • Holzgriffe und Siebträger aus Holz verleihen der Maschine einen edlen Touch.
  • Der mitgelieferte Tamper ist sehr bündig und wertig.
  • Die Maschine ist auch optisch ein Hingucker.

🔄 Fazit

Die Lelit Mara X3 bietet mit ihrer einzigartigen Fließgeschwindigkeitskontrolle für einen Zweikreiser ein außergewöhnliches Maß an Kontrolle. Sie ist sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Nutzer geeignet und überzeugt durch hochwertige Verarbeitung, guten Dampf und ein durchdachtes Temperaturmanagement. Für detailliertere Informationen wird auf das ausführliche Testvideo verwiesen.

Coffeejack V2: Haben sie sich rehabilitiert? (+ Ein V1-DISASTER)
Lance Hedrick|18. Mai

Coffeejack V2: Haben sie sich rehabilitiert? (+ Ein V1-DISASTER)

Coffeejack V2: Hat sich das Unternehmen rehabilitiert? (+ V1-Disaster)

Lance Hedrick testet den Coffeejack V2, einen manuellen Espressobereiter mit Planetengetriebe. Das Gerät wiegt ca. 1,4 kg und ist extrem robust. Er vergleicht es mit seinem katastrophalen Vorgänger, dem Coffeejack V1, und prüft, ob die versprochenen Verbesserungen halten.

Aufbau und Design

  • Der V2 kommt ohne hydraulischen Wagenheber, stattdessen wird über ein Planetengetriebe ein Kolben bewegt.
  • Gehäuse aus massivem Edelstahl, kein Mikroplastik im Wasserweg.
  • Gewicht von ca. 1,4 kg macht den V2 zu einem schweren, aber stabilen Begleiter, weniger für den Rucksack geeignet.
  • Nutzt einen 54-mm-Siebträger. Es gibt einen Adapter für den Stand, der vom V1 übernommen wurde.

Aufheizen und Temperatur

  • Vorheizen ist zwingend erforderlich. Ohne Vorheizen werden nur ca. 70 °C erreicht.
  • Empfohlen wird ein Vorheizen mit heißem Wasser (ca. 30 Sekunden).
  • Nach einmaligem Vorheizen werden ca. 85-88 °C erreicht – gut für dunkle und mittlere Röstungen.
  • Mit kochendem Wasser aus einem richtigen Wasserkocher (rollende Koche) sind bis zu 91 °C möglich.
  • Ein großer Vorteil: Durch die Bottom-up-Befüllung entsteht kein Luftspalt zwischen Kolben und Wasser.

Brühvorgang und Workflow

  • Der Brühvorgang erfolgt von unten nach oben: Siebträger nach unten, Wasser einfüllen, dann umdrehen.
  • Der Anwender erzeugt den Druck durch Drehen des Griffs. Der Druck lässt sich variieren, aber konstant halten ist schwieriger als bei einem Hebel.
  • Die Planetengetriebe sorgen für eine gleichmäßige Kraftübertragung ohne Pumpstöße.
  • Das Gerät macht anfangs ein quietschendes Geräusch, das sich aber nach ca. 100 Bezügen geben sollte.
  • Die Maschine hat eine maximale Wasserkapazität von 90 ml, was für Standardbezüge (z. B. 18 g Kaffee zu 36 g Espresso) ausreicht.
  • Der Workflow erfordert einiges an Sauberkeit, da die Silikondichtung leicht Schmutz anzieht.

Preis und Alternativen

  • Der Coffeejack V2 kostet ca. £198 (ca. $250, UVP) oder war auf Kickstarter günstiger.
  • Lance betont, dass man mit günstigeren Geräten wie der Flair Neo (36 % günstiger) oder dem Cafelat Robot (ähnlicher Preis) ebenfalls sehr gute Ergebnisse erzielen kann.
  • Der V2 ist clever konstruiert, aber der Workflow und das Gewicht sind nicht für jeden ideal.

Der V1: Ein Disaster

  • Der V1 war ein hydraulischer Pressstempel und eine der größten Kickstarter-Enttäuschungen (ca. 1,8 Mio. £ eingesammelt).
  • Er besteht zu großen Teilen aus Plastik, mit einer Glass-Kammer, die extrem bruchanfällig ist.
  • Die Konstruktion des Siebträgers führt zu Kanalbildung im Kaffee, da das Wasser im Zentrum konzentriert wird.
  • Der V1 ist schwer zu bedienen, unpraktisch und wird von Lance als Nicht-Kauf empfohlen.
  • Während des Tests zerbricht die Glaskammer des V1, was die Anfälligkeit unterstreicht.

Fazit: Der Coffeejack V2 ist ein massiver Fortschritt gegenüber dem V1. Er macht guten Espresso, ist aber schwer und erfordert Übung in der Handhabung. Für den Preis gibt es bessere Alternativen. Der V1 ist ein klares No-Go.


Hinweis: Dies ist eine gekürzte und strukturierte Zusammenfassung des Originaltranskripts.

Lelit Mara X3 im Test: Zweikreiser mit Flow Control für 1.699 Euro
Kaffeemacher|16. Mai

Lelit Mara X3 im Test: Zweikreiser mit Flow Control für 1.699 Euro

Lelit Mara X3: Flow Control trifft auf Klassiker

Die Lelit Mara X3 ist ein Update der beliebten Zweikreiser-Espressomaschine von Lelit. Der große Clou ist der neue Holzhebel zur manuellen Flusskontrolle (Flow Profiling), der es erlaubt, den Brühvorgang aktiv zu gestalten – z. B. durch eine Vorbenetzung des Kaffeemehls.

Was ist neu?

  • Flow Control über die Pumpe: Statt eines Nadelventils wird die Vibrationspumpe direkt gedrosselt. Das Ergebnis: eine sanfte, gleichmäßige Flussreduzierung (z. B. 3 ml/s für die Vorbenetzung, dann hoch auf 6 ml/s).
  • Hochwertigeres Zubehör: Edler Holz-Siebträger und -Tamper, hochwertige Siebe (IMS), Tropfschale mit 700 ml.
  • Optik: Lackierte Gehäusevarianten (Weiß, Schwarz, Gold) wirken wertiger und stabiler als unlackierte Modelle.

Stärken

  • Einzigartiges Preisleistungsverhältnis: Für rund 1.650 € (UVP) die günstigste Maschine mit manueller Flow Control im Zweikreiser-Segment.
  • Hervorragende Espresso-Qualität: Mit der Flow Control lassen sich säurebetonte oder körpereichere Profile einstellen – reproduzierbar.
  • Leise: Dank der speziellen Pumpenansteuerung nur ca. 50 dB bei der Vorbenetzung und maximal 61 dB.
  • Dampf: Sehr angenehme, langsame Erhitzung – ideal für Anfänger, um perfekt zu schäumen.

Schwächen

  • Temperaturstabilität: Typisch für Zweikreiser – die Temperatur fällt bei mehreren Bezügen hintereinander spürbar ab. Erster Bezug bei ~94 °C, zweiter bei ~92 °C, ab dem dritten unter 90 °C. Für Partys oder Catering ungeeignet.
  • Lange Aufheizzeit: Knapp 24 Minuten, bis die Maschine betriebsbereit ist.
  • Keine Volumetrik/Shot-Timer: Der Bezug muss manuell gestartet und gestoppt werden – kein Display, keine Speichermöglichkeit.
  • Wasserfilter: Der mitgelieferte Filter ist für Kaffee kontraproduktiv (Entsalzung statt Entkarbonisierung). Besser auf einen Britta- oder BWT-Filter umsteigen.

Fazit

Die Mara X3 ist eine perfekte Einstiegsmaschine für Kaffeebegeisterte, die manuelles Flow Profiling erlernen wollen, ohne gleich 2.000 €+ auszugeben. Wer Wert auf Temperaturkonstanz, kurze Aufheizzeit und Volumetrik legt, sollte zur Profitec Pro 300 oder Lelit Bianca (Dual Boiler) greifen.

Bewertungsübersicht (10 = Bestwert)

  • Espressopotenzial: 9
  • Temperaturstabilität: 4
  • Dampfqualität: 8
  • Verarbeitung: 7
  • Zubehör: 8,5
  • Bedienbarkeit: 7
  • Lautstärke: 8

Gesamteindruck: Eine tolle, kreative Espressomaschine für Fokusierte – aber kein Arbeitstier für hohe Durchsätze.

Das beste Espresso-Setup unter 500€… für DICH
Lance Hedrick|13. Mai

Das beste Espresso-Setup unter 500€… für DICH

Espresso-Setups unter 500€: Die 5 besten Optionen für jeden Typ

Lance Hedrick präsentiert fünf verschiedene Espresso-Setups unter 500€, da es nicht die eine perfekte Kombination für alle gibt. Die Wahl hängt von den individuellen Vorlieben ab: Automatisierung, Budget, Bastelspaß, Langlebigkeit oder einfache Bedienung.

1️⃣ Automatisierter & alltagstauglicher Aufbau

  • Espressomaschine: Breville (Sage) Bambino (ca. 280-350€) – ThermoJet-Heizung (3 Sekunden), 54 mm Siebträger, eingebaute Vorbrühung, gute Dampfdüse. Erweiterbar mit Bodenlosem Siebträger, Gaggiuino-Mod oder Dimmer-Mod.
  • Mühle (zwei Optionen, je ca. 200€):
    • Baratza Encore ESP – solide Espresso- und Filterkaffee-Qualität, M2-Mahlwerk.
    • Fellow Opus Gen 2 – moderneres Mahlwerk, Antistatik-Technologie (kaum Retention), gut für Filterkaffee.

2️⃣ Günstige Option (ca. 200-250€ gesamt)

  • Espressomaschine: De'Longhi Stilosa oder ECP 3420 (80-150€) – Edelstahl-Einkreiser, günstig, gut reparierbar, erweiterbar (z.B. Gaggiuino-Mod). Bietet gute Kaffeequalität für den Preis.
  • Mühle: Kingrinder P0 (ca. 40€) für absolute Sparsamkeit ODER Baratza Encore ESP / Fellow Opus Gen 2 (für mehr Komfort).

3️⃣ DIY-Bastler-Setup (gebraucht & modifiziert)

  • Espressomaschine: Gebrauchte Gaggia Classic (Pro) (ca. 20-40€) – sehr robust, viele Ersatzteile. Mit der Gaggiuino- oder Gajimate-Modifikation zur präzisen Druck- und Temperaturregelung aufrüstbar.
  • Mühle: Gebrauchte Mazzer Mini (aus Cafés) oder neue DF54/DF64 (Achtung: Kaffeepulver kann bei sehr dunklen Röstungen verklumpen).

4️⃣ Hochwertige, langlebige Option (maximale Qualität)

  • Espressomaschine: Cafelat Robot (gebraucht oder ca. 349€ neu im Crema Shop) – reine Handhebelmaschine aus Edelstahl/Alu, ermöglicht Druckprofilierung, keine Elektronik.
    • Alternative: Flair 49 (lieferbar) – ebenfalls hochwertig und langlebig, 49 mm Siebträger.
  • Mühle: Handmühle (ca. 150-270€): 1Zpresso K-Serie (Kinu) oder Orphan Espresso Lido 3/OGexzellente Mahlqualität, stufenlos einstellbar, sehr langlebig.

5️⃣ Einfach „Plug & Play“ (Out-of-the-Box)

  • Espressomaschine: Hibrew H10APID-Regelung (90-95°C), schnelle Aufheizung (Thermoblock), auch Kaltbrühfunktion (25°C), einfache Bedienung.
  • Mühle: Fellow Opus Gen 2 oder Baratza Encore ESP – weit verbreitet, gute User-Community für Mahlgradeinstellungen.

Wichtige Hinweise

  • Wasserqualität ist entscheidend – sonst Probleme mit der Maschine. (Video-Empfehlung)
  • Die Mühle ist wichtiger als die Maschine – für besseren Geschmack zuerst in die Mühle investieren.
  • Handmühlen sind eine hervorragende, oft günstigere und langlebigere Alternative zu elektrischen Mühlen.
Robusta aus Indien: Bharath. Herkunft, Rezept & Geschmack
Kaffeemacher|12. Mai

Robusta aus Indien: Bharath. Herkunft, Rezept & Geschmack

🎯 Ein Robusta der neuen Generation

Der Bharath ist ein 100% gewaschener Robusta aus Indien, der auf 1000 m Höhe wächst und durch seine unerwartete Weichheit, feine Säure und Cremigkeit überrascht.

👅 Geschmacksprofil
  • Marmorkuchen & heiße Schokolade – warm, schokoladig, weich
  • Kaum Bitterkeit, lang anhaltender süßer Nachgeschmack
  • Ausgewogene Säure für einen Robusta
☕ Zubereitungsempfehlung
  • Dosis: 18,5 g Kaffee
  • Ausbeute: 42 g Espresso
  • Extraktionszeit: 25–26 s (Vibrationspumpe) / 26–27 s (Rotationspumpe)
  • Tipp: Langsames Vorbenetzen für optimale Balance
🌍 Herkunft & Produzent
  • Produzent: Barat (4. Generation) auf Farm Tiny Sport in Karnataka, Indien
  • Anbau: Schattenanbau mit Intercropping (Pfeffer, Kardamom)
  • Varietät: Ursprünglich aus Sri Lanka
💡 Ein neuer Blick auf indischen Kaffee
  • Indien bietet mehr als nur Monsooned Malabar – diverse, qualitativ hochwertige Robusta- und Arabica-Sorten
  • Dieser Kaffee ist ein dauerhafter Standard im Portfolio.
Die Mühle, die ihren Mahlgrad vergisst — Eureka Specialita Smart im Test
Kaffeemacher|09. Mai

Die Mühle, die ihren Mahlgrad vergisst — Eureka Specialita Smart im Test

Zusammenfassung: Eureka Specialita Smart – Test und Kritik

In diesem Video testen die Kaffeemacher die Eureka Specialita Smart, eine vermeintlich smarte Weiterentwicklung der legendären Specialita. Der Fokus liegt auf den neuen Assistenzfunktionen, die den Mahlgrad und die Dosierung digital unterstützen sollen.

Kernproblem: Die Mahlgrad-Anzeige ist unzuverlässig
  • Die Mühle misst den Mahlgrad (Mahlscheibenabstand) bei jedem Neustart neu. Das führt dazu, dass die angezeigte Zahl zwischen Ein- und Ausschalten um 2-3 Stufen springen kann – obwohl sich mechanisch nichts verändert hat.
  • Ein gespeichertes Rezept (z. B. Mahlgrad 17) wird dadurch unbrauchbar, da die Mühle beim nächsten Start plötzlich 19 oder 15 anzeigt.
  • Fazit der Tester: Die Sensorik ist zu ungenau. Die Mahlgrad-Anzeige ist „kontraproduktiv“ und „eine Bruchlandung“. Man könne sich nicht darauf verlassen.
Weitere Schwächen (Assistenzfunktionen)
  • Daumen-hoch-Funktion: Nach einem Bezug kann man die Extraktionszeit eingeben. Die Mühle gibt dann eine Empfehlung, ob feiner oder gröber gemahlen werden soll. Diese Empfehlung war im Test oft unpräzise – besonders bei helleren, komplexeren Röstungen (z. B. Mano).
  • Dosierungsanpassung: Die Mühle versucht, die Mahlzeit automatisch anzupassen, wenn der Mahlgrad verstellt wird (da feinerer Mahlgrad weniger Kaffee in gleicher Zeit liefert). Auch dies funktioniert nicht zuverlässig – die Menge wich oft um 0,5–1,0 g vom Ziel ab.
Positive Aspekte
  • Mahlwerk und Partikelverteilung sind solide (250 µm Hauptpeak, gute Reproduzierbarkeit).
  • Der Motor ist relativ leise (77 Dezibel, unter 80 ist gut).
  • Die Rezeptspezicherung (für verschiedene Kaffees) ist grundsätzlich eine gute Idee, wird aber durch die unzuverlässige Mahlgrad-Anzeige entwertet.
Fazit

Die Tester sind enttäuscht. Sie sehen die Smart-Funktionen als Rückschritt statt Fortschritt. Statt den Nutzer zu unterstützen, verunsichere die Mühle ständig. Die Empfehlung: Lieber zur klassischen, mechanischen Specialita greifen und auf das digitale „Gegrütze“ verzichten.

Du verstehst Adstringenz in Kaffee falsch
Lance Hedrick|09. Mai

Du verstehst Adstringenz in Kaffee falsch

In diesem Video räumt Lance Hendrick mit Missverständnissen über Adstringenz im Kaffee auf. Er erklärt den Unterschied zwischen dem physikalischen Gefühl der Trockenheit (Adstringenz) und dem Geschmack von Bitterkeit. Während Bitterkeit ein Geschmackssinn ist, ist Adstringenz ein physisches Empfinden, das durch die Blockade des schmierenden Speichels im Mund entsteht. Der Kern des Videos ist eine neue wissenschaftliche These von Dr. Brienne Lynn, die besagt, dass die Adstringenz im Kaffee nicht von Polyphenolen (wie in Wein oder Tee) kommt, sondern von Melanoidinen – genauer gesagt von einer sehr kleinen Untergruppe dieser Moleküle (Fraktion 9.6.4). Diese Melanoidine entstehen bei der Röstung und enthalten phenolische Verbindungen, die das Trockenheitsgefühl auslösen. Wichtige Erkenntnisse: Adstringenz wird oft mit Bitterkeit verwechselt. Je höher die Extraktion, desto mehr Adstringenz kann entstehen, besonders bei hellen Röstungen. Adstringenz lässt sich also durch eine Verringerung der Extraktion vermeiden. Bei dunklen Röstungen ist Adstringenz weniger problematisch, da die phenolischen Verbindungen beim Rösten abgebaut werden.

8 BIZARRE Kaffeezubereiter, die du wahrscheinlich noch nie gesehen hast
Morgan Eckroth|08. Mai

8 BIZARRE Kaffeezubereiter, die du wahrscheinlich noch nie gesehen hast

Kurze Einführung & Buch-Release
  • Der YouTuber Morgan stellt sein neues Buch „Coffee for Here“ vor, das zum Vorbestellen verfügbar ist.
  • Es ist ein Handbuch, das alles von Filterkaffee bis hin zu Espresso-Getränken abdeckt.
  • Danach präsentiert er 8 skurrile Kaffeemaschinen aus seiner Sammlung.
Die 8 Kaffeemaschinen im Detail
  1. Wecker-Kaffeemaschine „Barisieur“

    • Ein Kickstarter-Projekt, das wie ein Wecker funktioniert: Abends vorbereiten, am Morgen brüht es automatisch auf.
    • Nachteil: Das Kaffeepulver oxidiert über Nacht, was zu einem milden, nicht optimalen Geschmack führt. Brüht zudem ungleichmäßig.
    • Fazit: Optisch ein Hingucker, aber eher ein Sammlerstück als ein praktischer Alltagshelfer.
  2. Pour-Over-Set vom Museum of Modern Art (MoMA)

    • Eine Kollaboration mit Künstler Tom Dixon. Hergestellt aus doppelwandigem Borosilikatglas.
    • Sehr elegant, leicht zu reinigen und perfekt für große Mengen. Allerdings teuer.
  3. Balance-Brüher (Belgischer Brüher)

    • Ein automatischer, rein physikalischer Brüher ohne Elektronik. Funktioniert wie ein Siphon auf der Seite.
    • Besonderheit: Brüht selbstständig und schaltet sich am Ende des Zyklus ab.
    • Großer Nachteil: Sehr schwer zu reinigen, da sich Kaffeesatz schwer entfernen lässt.
  4. Bodum-Kaffeemaschine für MoMA

    • Eine Standard-Filterkaffeemaschine aus Kunststoff mit auffälligem Farbdesign (Simpsons-Stil).
    • Bringt einen bunten Farbtupfer in die Küche, ideal als Blickfang.
  5. Stovetop-Espressomaschine „9 Barista“

    • Keine normale Mokkakanne, sondern eine echte Espressomaschine für den Herd.
    • Erzeugt dank cleverer Konstruktion genug Druck für echten Espresso (ca. 9 Bar).
    • Ideal für Reisen oder Camping, langlebig, aber teuer.
  6. Vandola (Traditioneller Kaffeebrüher aus Costa Rica)

    • Handgefertigt aus Keramik, ähnlich einer Chemex, aber mit eigenem Ausguss.
    • Ein seltenes, taktiles Erlebnis mit einer schönen Dampföffnung am Henkel.
  7. Kyoto-Cold-Brew-Turm von Yama

    • Brüht eisgekühlten Kaffee im Kyoto-Stil. Benötigt Eis und Wasser in der oberen Kammer.
    • Das Wasser tropft sehr langsam durch den Kaffee und sammelt sich im unteren Behälter. Die „Loop-de-loops“ sind nur Dekoration.
    • Ergebnis: Ein sahniger, runder Eiskaffee, ähnlich wie Cold Brew. Allerdings sehr klobig und schwer zu händeln.
  8. Keramik-Filter (Porous Ceramic Filter)

    • Ein wiederverwendbarer Keramikfilter ohne Papier. Einfach Kaffee einfüllen und aufbrühen.
    • Sinnes-Herausforderung für den Tester: Schwer zu reinigen und das taktile Gefühl des porösen Materials wird als unangenehm beschrieben.
    • Für Fans von wiederverwendbaren Lösungen dennoch interessant.
Fazit
  • Es gibt viele verrückte Wege, Kaffee zuzubereiten – von Design-Ikonen bis zu physikalischen Wundern.
  • Die meisten sind mehr Schau- als Gebrauchsgegenstände, aber alle haben ihren eigenen Charme.
Natural Espresso aus Kolumbien: So brüht ihr Don Oscar richtig
Kaffeemacher|08. Mai

Natural Espresso aus Kolumbien: So brüht ihr Don Oscar richtig

Don Oscar – Der neue lila Kaffee aus Kolumbien

Dieser Natural Espresso löst Doña Margarita ab und überzeugt mit einer vielschichtigen Geschmacksexplosion.

  • Herkunft & Verarbeitung:

    • Nordkolumbien, Bio-Farm Fadera
    • Natural-Aufbereitung mit kurzer Fermentation (ca. 18 Std.) & schonender Trommeltrocknung (Guardiolas)
    • Einzigartiger Transport: Mit dem Segelschiff von Kolumbien nach Bordeaux, dann per LKW – 90% weniger CO₂ als Frachtschiff
  • Geschmacksprofil:

    • Sehr süß, wie Zuckersirup oder Agardiente (heller Rum)
    • Fruchtnoten: Rhabarber, reife Papaya, Zitrus, Kirsche, Passionsfrucht, Hibiskus
    • Vielschichtige Säure (Apfelsäure, Zitronensäure) – rund und balanciert
    • Beim Abkühlen entfaltet sich noch mehr Süße & Komplexität
  • Brührezepte (Espresso):

    • Vibrationspumpe: 26–28 Sek., Verhältnis 1:2,1–1:2,2 – nicht über 30 Sek., sonst wird der Kaffee stumpf
    • Rotationspumpe: Etwas länger (bis 30 Sek.) für perfekte Säure-Süße-Balance
    • Druckprofil (Flussprofil): 9 Sek. Vorbrühung mit 4 ml/s, Gesamtzeit 29–32 Sek., sehr feiner Mahlgrad nötig (Puck-Widerstand)
    • Wichtig: Kaffee nach Erhalt mindestens 3 Wochen ruhen lassen – dann noch süßer & harmonischer
  • Fazit: Ein „Kopfkino“-Kaffee voller Überraschungen – limitiert für 3 Monate verfügbar.

ROEST Röster Erfahrung — Sample-Röstungen für Rösterei & Competition
Kaffeemacher|05. Mai

ROEST Röster Erfahrung — Sample-Röstungen für Rösterei & Competition

Überblick

Dieses Video stellt den ROEST L100 vor, einen kleinen Trommelröstapparat aus Norwegen, der für Sample-Röstungen und Wettbewerbskaffees verwendet wird. Michael, deutscher Kaffeemeister und Leiter der Röstkurse, demonstriert die Funktionsweise und Vorteile des Rösters.

Was ist ein Sample-Röster?
  • Sample-Röstungen sind kleine Chargen (50-200 g) zur Qualitätskontrolle: Geschmack, Fehler, Eignung für Espresso oder Filter.
  • Wettbewerbskaffees: Teure, exklusive Bohnen werden damit für Meisterschaften wie den Brewers Cup geröstet.
  • Vorteil: Auf einer großen 30-kg-Maschine lassen sich kleine Mengen (50-100 g) nicht effizient oder präzise rösten.
Technische Besonderheiten des ROEST L100
  • Vier Temperatursensoren:
    • Lufttemperatur (oben in der Trommel)
    • Bodentemperatur (unten, nahe der Bohnen)
    • Inlet-Temperatur (heiße Luft, die in den Röster strömt; oft über 300 °C)
    • Trommeltemperatur (Energiespeicher der Trommel, ideal bei 145-150 °C)
  • Heißluft-Trommel-Prinzip: Die Trommel ist fix, Schaufeln bewegen den Kaffee; die Hitzeübertragung erfolgt hauptsächlich durch Konvektion (heiße Luft), weniger durch Konduktion (Trommelkontakt) – ähnlich wie ein Heißluftröster.
  • First-Crack-Erkennung: Ein Mikrofon erkennt akustisch das Aufplatzen der Bohnen (Wasserdampf-Druck). Einstellbar, ab wie vielen Cracks die Entwicklungszeit beginnt.
  • Reproduzierbarkeit: Automatische Profile (z. B. "Samples Michael") steuern die Inlet-Temperatur; Entwicklungszeit wird als Prozentsatz der Gesamtröstzeit berechnet (hier 12 %).
Röstvorgang Schritt für Schritt
  1. Aufheizprotokoll: Vorwärmen ohne Bohnen, um die Trommel auf Zieltemperatur (145-150 °C) zu bringen.
  2. Between-Batch-Protokoll: Hält die Temperatur konstant, während Warteschleifen laufen.
  3. Einwiegen: 50 g Rohkaffee (ideal für Samples).
  4. Röststart: Kaffee fällt in die Trommel; automatisches Profil läuft, manuelles Eingreifen möglich (Energie anpassen).
  5. First Crack: Bei etwa 175 °C cracken die Bohnen (hörbar; Mikrofon zählt Cracks). Entwicklungszeit startet nach dem 4. Crack.
  6. Automatischer Drop: Nach 12 % Entwicklungszeit (hier: 6 Minuten 28 Sekunden) fällt der Kaffee in die Kühlschale.
  7. Abkühlung: Kalte Luft wird 2 Minuten durch die Bohnen gesaugt. Danach Trommel langsam abkühlen lassen (5-10 Minuten), bevor der Röster ausgeschaltet wird.
  8. Röstverlust: Endgewicht unter 43,4 g → Röstverlust von 13,2 %.
Geschmack und Praxis
  • Frisch gerösteter Kaffee hat viel CO₂, schmeckt mineralischer und säurelastiger – erst nach einigen Tagen Entgasung entfaltet er sein volles Potenzial.
  • Regelmäßige Verkostung (z. B. mittwochs) schult die Fähigkeit, Röstung und Bohnenqualität zu unterscheiden.
Preis & Alternativen
  • Neupreis des ROEST L100: ca. 7.500 €.
  • Alternative: Gebrauchte Geräte (z. B. von Janine Delat) sind günstiger.
  • Andere Sample-Röster in der Rösterei: Link, Ikawa (beide Heißluft) und Alioli Bullet (1-kg-Trommel).
Fazit

Der ROEST ist ideal für präzise Sample- und Wettbewerbsröstungen – viele Sensoren, hohe Reproduzierbarkeit, manuelle Anpassung möglich. Geschmacklich ist er vielseitig und nicht grundsätzlich besser oder schlechter als reine Heißluftröster.

Lelit Mara X V3 Pagaia Review: Lohnt es sich?
Lance Hedrick|03. Mai

Lelit Mara X V3 Pagaia Review: Lohnt es sich?

Einleitung & Hintergrund
  • Lance Hedrick testet die neu veröffentlichte Lelit Mara X V3 Pagaia, die erstmals vor etwa einem Jahr angekündigt wurde.
  • „Pagaia“ bedeutet auf Italienisch „Paddel“ und bezieht sich auf den neuen Durchflussregler an der Seite.
  • Die Maschine wurde von Breville (Besitzer von Lelit) übernommen, die ein Patent auf die Steuerung der Pumpenfrequenz zur Durchflussregelung besitzen.
Die Technik: Paddel vs. Nadelventil
  • Das Paddel steuert den Durchfluss (Flow Control), nicht direkt den Druck.
  • Es funktioniert wie ein Dimmer für die Vibrationspumpe – eine günstige Modifikation, die man selbst für ca. 20 € an jeder Maschine mit Vibrationspumpe durchführen kann.
  • Im Gegensatz zu Nadelventilen (z. B. bei Slayer) ist diese Methode reaktionsschneller, aber weniger feinfühlig.
Änderungen und Design-Updates (V2 vs. V3)
  • Pluspunkte der V3: Modernere, fünfeckige Knöpfe (statt „daisy“-Design), Holz-Details (Knöpfe, Blendenhebel, Seiten-Peg), Edelstahl-Spiegelstreifen mit Markenlogo, Füße, verbessertes Dampfdüsenende (3-Loch), neues Display (Druck und Gegendruck).
  • Kritikpunkte: Die Füße wirken billig und die vorderen sind unschön angebracht. Die Spiegelstreifen sind anfällig für Fingerabdrücke. Kein verdeckter Bodenanschluss für den Wassertank.
Heizzeit & Temperaturstabilität
  • Der neue 1.800-W-Heizstab soll die Aufheizzeit von 24 auf 15 Minuten reduzieren. In der Praxis dauert es jedoch immer noch etwa 25 Minuten, bis die Brühgruppe die tatsächliche Solltemperatur erreicht hat (gemessen mit Scace).
  • Die Temperaturstabilität ist für einen Wärmetauscher (HX) ordentlich, aber nicht perfekt. Die Standardabweichung liegt bei etwa 2,1 °C (nach WBC-Protokoll).
  • Kritik: Die Behauptung von Lelit, dass „kein Kühlbezug (cooling flush)“ nötig sei, ist nur bedingt wahr. Bei längerer Standzeit oder Zyklenüberlappung kann die Temperatur stark abweichen.
  • Temperaturwechsel sind zeitaufwendig! Wenn man die Temperatur von heiß auf kalt ändert, dauert es sehr lange, bis die massive E61-Gruppe abkühlt. Es wird empfohlen, die gewünschte Temperatur am Anfang des Tages einzustellen.
Alltag & Workflow
  • Kein Shot-Timer – das ist ein großer Nachteil für den Preis.
  • Reserve-Wasser-Technologie – der Zug wird nicht unterbrochen, wenn der Tank fast leer ist.
  • Zubehör: Inklusive hochwertiger, balancierter Siebträger aus Edelstahl, 58,5-mm-Tamper, IMS-Sieb, Reinigungsutensilien und Wasser-Teststreifen.
  • Dampf: Im „X-Steam“-Modus fast so stark wie die Bianca (mit 3-Loch-Düse), aber auf Kosten der Brühtemperatur. Im „X-Brew“-Modus ist der Dampf schwächer.
Fazit & Bewertung
  • Gut: Solide Espressomaschine, modernes Design, Durchflussregelung (Flow Control) an Bord, gutes Zubehör.
  • Schlecht: Der Preisaufschlag von ca. 400 €/US-Dollar zur V2 ist für die gebotenen Änderungen (Dimmer-Mod, Design) nicht gerechtfertigt. Die Maschine leidet unter den typischen E61/Wärmetauscher-Nachteilen (Temperatureffizienz, träge Temperaturwechsel, Energieverschwendung).
  • Empfehlung von Lance: Die V2 ist die bessere Wahl, es sei denn, man möchte absolut keine eigene Modifikation vornehmen. Ein selbst eingebauter Dimmer (ca. 20 €) liefert das gleiche Ergebnis wie das Paddel.
  • Alternativen: Die Lelit Elizabeth (Zweikreiser) bietet mehr thermische Stabilität zum ähnlichen Preis. Auch Vollmetall-Zweikreiser wie die Profitec Move sind starke Konkurrenten.

Kernbotschaft: Die Lelit Mara X V3 Pagaia ist eine gute Maschine, aber der Aufpreis ist zu hoch für eine einfache Dimmer-Modifikation. Wer Flow Control will, kann dies günstiger selbst machen oder zur günstigeren V2 greifen.

Mario Model One: Update und Test der Espressomaschine
Kaffeemacher|03. Mai

Mario Model One: Update und Test der Espressomaschine

Einleitung

Das Video präsentiert ein Update zur Mario Model One Espressomaschine, die bereits im ersten Test überzeugte. Nun wurden Verbesserungen vorgenommen und das Testprotokoll verschärft.

Volumetrik
  • Ohne Waage: Die errechnete Volumetrik wurde optimiert. Im Test mit konstantem Widerstand lag der Mittelwert bei 45,8 g (Ziel 45 g). Bei realen Espresso-Shots (25 Sekunden, 45 g) lagen die Werte zwischen 44,6 und 45,4 g. Bei geänderten Druckprofilen sank die Genauigkeit leicht (43,5 g). Bei extrem grobem Mahlgrad (15–17 s) ca. 44 g, bei extrem feinem Mahlgrad ca. 48,5 g. Dafür gab es 7 von 10 Punkten.
  • Mit Waage: In der ersten Version des Waagentests gab es eine Standardabweichung von 1,5 g. Nach einem Update lernt die Waage aus vorherigen Brühungen und korrigiert. Der Mittelwert verbesserte sich von 1,13 g Abweichung auf 0,37 g. Jetzt gibt es 9 von 10 Punkten (letzter Punkt fehlt, weil die Waage nicht integriert ist – sie muss separat aufgestellt werden).
Weitere Verbesserungen
  • Last-Shot-Funktion: Inzwischen verfügbar.
  • Wasserfilter: Ein Steckfilter im Wassertank wird empfohlen, um die Maschine zu schützen. Dafür gab es einen Punktabzug.
  • Maro Home Plattform: Eine Community mit Bezugsdatenbank, Profilsuche, Rezepten und Statistiken. Man kann Rezepte teilen und Brühungen nachvollziehen.
  • Manuelle Schrittsteuerung: Während des Brühvorgangs kann man manuell in den nächsten Step springen.
Preis und Einordnung

Die Maschine kostet 5000 €. Das ist sehr teuer, aber die Brühperformance, Temperaturstabilität und Bedienbarkeit sind exzellent. Im Vergleich zu anderen High-End-Maschinen (z. B. La Marzocco Linea) ist der Preis ähnlich. Das einzige Gegenargument könnte die Optik oder der fehlende Marken-Legacy sein.

Fazit

Die Mario Model One bleibt eine der besten Espressomaschinen auf dem Markt. Die Volumetrik wurde deutlich verbessert, und die Plattform bietet viele Zusatzfeatures. Wer 5000 € investieren möchte, bekommt ein Spitzenprodukt.

Verbessern Mühlen den Kaffee wirklich so sehr? Günstige vs. teure Mühlen
Lance Hedrick|01. Mai

Verbessern Mühlen den Kaffee wirklich so sehr? Günstige vs. teure Mühlen

Zusammenfassung: Mahlen für den Kaffeegenuss – günstig vs. teuer

In diesem Video stellt Lance Hedrick die Frage, ob man den Unterschied zwischen einem günstigen ($100) und einem teuren ($3.000) Kaffeemühle wirklich schmeckt. Er führt einen Blindtest durch, um objektive Unterschiede aufzuzeigen, betont aber, dass dies keine Kaufempfehlung ist.

Die Mühlen im Vergleich

  • Günstige Mühle (ca. $100 / ~€90): Besitzt ein Kunststoffgehäuse und -träger für den Kegelmahlstein. Der Mahlstein hat eine fünfeckige Form und gezackte Kanten. Die Ausrichtung ist nicht justierbar.
  • Teure Mühle (ca. $3.000 / ~€2.750): Ein hochwertiges Gerät aus Vollmetall (eloxiertes Aluminium), das für Präzision und Langlebigkeit steht.

Die Methode

  • Ziel war es, die Mahlgrade so anzupassen, dass die Partikelgrößenverteilung (der Modus) ähnlich ist (innerhalb von 10 Mikrometern).
  • Es wurden zwei Dreiecksverkostungen (Triangulationen) durchgeführt: Einmal mit der teuren Mühle gegen die günstige, einmal mit der günstigen Mühle gegen eine Handmühle (FIMO Book A2) ähnlicher Preisklasse.

Die Ergebnisse der Blindverkostung

  1. Teure vs. Günstige Mühle: Der Unterschied war deutlich erkennbar. Die teure Mühle lieferte einen teeähnlicheren, saftigeren und ausgewogeneren Kaffee ohne den trocknenden, adstringierenden Abgang der günstigen Mühle.
  2. Günstige Mühle vs. Handmühle: Der Unterschied war hier geringer, aber ebenfalls vorhanden. Die Handmühle schnitt leicht besser ab, während die günstige Mühle eine leichte Hohlheit und einen metallischen Beigeschmack aufwies.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Ja, man schmeckt einen Unterschied: Die Partikelverteilung und -form sind objektiv verschieden, was sich im Geschmack niederschlägt.
  • Teuer ≠ automatisch besser: Teurere Mühlen sind oft für spezifische Geschmacksprofile optimiert. Man muss sie verstehen und richtig einsetzen können.
  • Der größte Hebel ist die Kaffeebohne: Lance betont, dass die Qualität der Bohne den größten Einfluss auf den Geschmack hat. Er würde lieber eine günstige Mühle mit hervorragendem Kaffee nutzen als eine teure Mühle mit mittelmäßigem Kaffee.
  • Keine Magie: Eine teure Mühle ist kein Garant für sofort besseren Kaffee. Man muss die Variablen (Mahlgrad, Brühverhältnis, etc.) verstehen.
  • Empfehlung: Der wichtigste Schritt ist, von einer Schwertmühle (Blade Grinder) auf eine mit Mahlsteinen (egal ob günstig oder teuer) umzusteigen.
Fazit

Es gibt einen hör- und schmeckbaren Unterschied zwischen günstigen und teuren Mühlen. Entscheidend ist aber nicht der Preis allein, sondern wie das Gesamtsetup (Mühle + Kaffee + Brühmethode) auf die eigenen Vorlieben abgestimmt ist. Die größte Verbesserung erzielt man durch den Kauf qualitativ hochwertigerer Bohnen.