
Das trendigste Kaffee-Rezept des Internets... auf einer Aeropress
Lance Hedrick zeigt in diesem Video, wie man den sogenannten "Soup"- oder "Zupa"-Kaffee, der sonst oft mit Spezialmaschinen wie der OXO Rapid Brewer zubereitet wird, auch mit der einfachen Aeropress und ohne zusätzliche Gadgets herstellen kann. Das Ziel ist eine klare, perkolationsdominierte Extraktion – ähnlich einem Espresso, aber mit weniger Druck.
Das Problem: Immersion vs. Perkolation- Bei einer normalen Aeropress-Zubereitung entsteht durch das Eingießen von Wasser eine Vermischung und Aufwirbelung des Kaffeemehls. Dies führt zu einer Immersion, bei der ein Großteil der Extraktion bereits im Wasserbad stattfindet.
- Für die "Zupa" ist jedoch eine reine Perkolation entscheidend: Eine ruhige Wassersäule soll durch den kompakten Kaffeepuck gedrückt werden, um maximale Klarheit und kontrollierte Extraktion zu erzielen.
Lance stellt eine Methode vor, die ohne teure Aufsätze auskommt und nur die mitgelieferten Teile der Aeropress nutzt:
- Filter einlegen: Einen Papierfilter in den Deckel (Cap) einlegen und diesen auf die Aeropress schrauben.
- Kaffee einfüllen: 15 g Kaffeemehl (fein gemahlen) einwiegen.
- Anklopfen: Die Aeropress leicht auf die Tischplatte klopfen, um das Kaffeebett zu ebnen.
- Zweiten Filter auflegen: Einen zweiten Papierfilter oben auf das Kaffeemehl legen.
- Tampen mit dem Kolben: Den Gummikolben (Plunger) vorsichtig auf den oberen Filter setzen. Durch das Eindrücken wird der Filter in die Kammer gefaltet und der Kaffee gleichzeitig angetampt (festgedrückt).
- Hinweis: Der Kolben sollte langsam und gleichmäßig bis zum Boden gedrückt werden, um den Puck nicht zu stören.
- Kolben entfernen: Zum Herausziehen den Kolben vorsichtig drehen und langsam anheben, um das Vakuum zu lösen. Der obere Filter bleibt zunächst am Kolben hängen und muss dann wieder in die Kammer geschoben werden (z.B. mit dem Aeropress-Rührstab).
- Wasser aufgießen: 150 g Wasser (93°C) vorsichtig auf den oberen Filter gießen. Die Wassersäule bleibt klar, da der Filter das Kaffeebett schützt.
- Wichtig bei sehr frischem Kaffee: Die CO2-Freisetzung kann den oberen Filter anheben. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Wassertemperatur zu senken (z.B. auf 70°C) oder einen schwereren (z.B. 3D-gedruckten) Filteraufsatz zu verwenden, auch wenn Lance dies vermeiden möchte.
- Percolieren: Nun den Kolben wieder einsetzen und sehr langsam und gleichmäßig durch den Puck drücken. Ein langsamer Druck erhält die Klarheit des Endprodukts.
Lance vergleicht seine Methode (15 g / 150 g Wasser) direkt mit einer OXO Rapid Brewer (22 g / 220 g Wasser) bei identischem Mahlgrad und Temperatur:
- TDS-Messung: Beide Getränke hatten nahezu identische TDS-Werte (1,79 und 1,81), was auf eine ähnliche Extraktionseffizienz hindeutet.
- Blindverkostung: Im Geschmack waren die beiden Getränke kaum zu unterscheiden. Lance bevorzugte das Aroma der Aeropress-Version minimal.
- Fazit: Die Methode ist eine echte Alternative für Besitzer einer Aeropress, die keinen speziellen Brüher (wie die OXO) besitzen, aber dennoch einen klaren, perkolationsbasierten Kaffee ("Soup"/"Zupa") genießen möchten.
- Sollte der obere Filter während des Gießens aufschwimmen, kommt es zu einer Vermischung von Immersion und Perkolation.
- Das Ergebnis ist ein trüberes Getränk mit mehr Körper, aber weniger Klarheit – ähnlich einer normalen Aeropress-Zubereitung. Der Geschmack ist zwar nicht ruiniert, aber nicht das gewünschte "Zupalonga"-Profil.
- Kaffee: Gut abgelagerter Kaffee (nicht zu frisch) ist ideal, da er weniger CO2 freisetzt und der Filter stabil bleibt.
- Verhältnis: Das empfohlene Verhältnis ist 1:10 (15 g Kaffee : 150 g Wasser), aber je nach gewünschter Stärke kann das Verhältnis auf 1:3 bis 1:13 angepasst werden.
- Temperatur: 93°C ist ein guter Startpunkt. Bei sehr frischem Kaffee oder sich lösenden Filtern auf 70-80°C reduzieren.
- Druck: Ein gleichmäßiger, langsamer Druck ist der Schlüssel zu Klarheit und kontrollierter Extraktion.






