
James Hoffmann|29. Juni
Die Philips Baristina – Ich bin nicht wütend, nur enttäuscht
Einführung
- Die Philips Baristina (ca. 299 € / 299 £) ist eine Espressomaschine mit integriertem Mahlwerk, die als „hasselfreie“ Alternative für echten Espresso beworben wird.
- James Hoffmann hat das Gerät auf Wunsch seiner Community getestet und stößt auf mehrere grundlegende Designfehler.
- Mahlgrad nicht einstellbar: Der Mahlgrad ist werkseitig festgelegt und selbst durch Öffnen des Gehäuses kaum justierbar (Garantieverlust). Das Mahlwerk ist extrem grob – vergleichbar mit einem Pour-over-Mahlgrad.
- Pressurised-Portafilter fest verbaut: Der Siebträger ist ein spezielles Modell mit eingebautem Drucksieb. Er kann nicht gegen einen normalen Siebträger ausgetauscht werden, was eine ordentliche Extraktion zusätzlich erschwert.
- Ungleichmäßige Wasserverteilung: Das Wasser tritt nicht über einen klassischen Duschkopf ein, sondern scheint am Rand des Kaffeekuchens zu fließen. Ein Test zeigte, dass aus der Mitte etwa 10 % mehr Extrakt gewonnen werden kann als vom Rand – ein Zeichen für ungleichmäßige Extraktion („Donut-Extraktion“).
- Niedriger Extraktionsgrad: Trotz eines relativ langen Bezugs (10 g Kaffee auf 40 g Flüssigkeit) wird nur etwa 16 % Extraktion erreicht (statt üblicher 20 %+). Das Ergebnis schmeckt wässrig und flach.
- Hohle Versprechen: Der Slogan „Love real espresso“ wird nicht eingelöst. Die Maschine liefert maximal mittelmäßigen Kaffee, der qualitativ deutlich hinter günstigeren Kombinationen aus separater Mühle und Maschine zurückbleibt.
- Für das Geld bekommt man mit einer preiswerten Espressomaschine (z. B. von Aldi) und einer guten Einsteigermühle (DF54, Baratza ESP) deutlich besseren Kaffee – auch wenn man etwas mehr Arbeit investieren muss.
- Selbst Kapselmaschinen liefern technisch oft bessere Extraktionswerte (21–23 %).
- Die Philips Baristina ist schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie enttäuscht alle, die wirklich guten Espresso zu Hause haben möchten.
- James Hoffmann hat das Gerät selbst gekauft (kein Sponsoring) und dankt seinen Patreon-Unterstützern.
- Er teilt seine Enttäuschung über die verpasste Chance und hofft auf zukünftige Innovationen bei Bean-to-Cup-Maschinen.
- Hinweis auf die zweite Ausgabe seines Magazins „Cherry Bones“ (jetzt erhältlich).






