
Die Physik des Alterns: Warum 150 Jahre unsere Lebensspanne begrenzen | Dr. Peter Fedichev
Dr. Peter Fedichev, Mitgründer und CEO von Gero, erklärt, wie sein Unternehmen Physik und KI nutzt, um die Ursachen des Alterns zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln.
Kernkonzepte- Physik des Alterns: Altern wird als irreversibler entropischer Schaden betrachtet – ähnlich dem Verschleiß einer Maschine. Eine thermodynamische biologische Alter ist die fundamentale, nicht umkehrbare Uhr.
- Maximale Lebensspanne: Aktuell liegt das Limit bei etwa 120–150 Jahren – selbst mit besten medizinischen Maßnahmen kann die maximale Lebensdauer nicht verlängert werden, nur die durchschnittliche.
- GLP-1 als Proof-of-Concept: Die GLP-1-Agonisten zeigen, dass ein Medikament mehrere altersbedingte Krankheiten gleichzeitig beeinflussen kann – ein Beleg für den Ansatz der Geroscience.
- Drei Ebenen des Alterns:
- Irreversible Schäden (thermodynamisches Alter) – nicht umkehrbar, nur verlangsambar.
- Reversible Schäden (z. B. Stoffwechselerkrankungen) – durch Medikamente behandelbar.
- Chronische Krankheiten – einzelne Krankheiten adressieren (z. B. Diabetes) bringt nur wenige Jahre Lebensverlängerung.
- Ziel: Mit bestehenden Technologien die durchschnittliche Lebensspanne (80–90 Jahre) an die maximale (120–150 Jahre) angleichen – ein Gewinn von bis zu 40 Jahren.
- Messung: Die thermodynamische biologische Alter wird aus verschiedenen Biomarkern (Proteom, Metabolom, Gesichtszüge) abgeleitet und sagt die Erholungszeit nach Stress voraus.
- Partnerschaften: Zusammenarbeit mit Pharmafirmen (z. B. Chugai/Roche) zur Identifikation neuer Wirkstoffziele für Krankheiten; gleichzeitig eigene Entwicklung von Anti-Aging-Medikamenten.
- Ernährung und Bewegung: Kalorienrestriktion und körperliches Training erhöhen die physiologische Reserve (z. B. VO2max, Muskelmasse).
- Geistige Fitness: Das Gehirn aktiv halten.
- Soziale Verbindungen: Selbstwertgefühl, soziale Einbindung und Zufriedenheit haben einen großen Einfluss auf die Gesundheit – oft unterschätzt.
- Regelmäßige Arztbesuche: Frühzeitige Erkennung von Problemen.
- In 1–2 Jahren hofft Gero, starke Anti-Aging-Wirkstoffkandidaten im Labor zu validieren.
- Durch Pharma-Partnerschaften könnten erste klinische Studien schon in wenigen Jahren starten.





