
Unbekannt
- Kernaussage: Die Art der Kaffeezubereitung kann den Cholesterinspiegel, insbesondere LDL-C, beeinflussen. Der Grund sind natürliche Fettverbindungen in Kaffeebohnen, sogenannte Diterpene (Kaffestol und Kahweol).
- Studienergebnisse: Daten aus einer 20-jährigen norwegischen Studie mit über 500.000 Teilnehmern zeigen:
- Ungefilterter Kaffee (z. B. French Press, aufgekochter Kaffee) erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besonders bei Männern über 60.
- Gefilterter Kaffee (Papierfilter) ist mit einer niedrigeren Sterblichkeit verbunden als gar kein Kaffee.
- Der primäre Mechanismus ist ein Anstieg des Gesamtcholesterins, insbesondere des LDL-Cholesterins (um ca. 0,49 mmol/L bzw. 18,95 mg/dL), sowie der Triglyceride.
- Es kommt zu einem leichten Anstieg der Leberenzyme (ALT), was auf eine veränderte Cholesterinverarbeitung hinweist.
- Beobachtungscharakter: Die Daten basieren auf Selbstauskünften und Ernährungsfragebögen, was Fehlerquellen birgt.
- Individuelle Unterschiede: Die Reaktion auf Kaffestol variiert genetisch.
- Papierfilter (Drip, Pour-over): Entfernt nahezu alle Öle → neutral für die Blutfette.
- Löslicher Kaffee (Instant): Enthält praktisch kein Kaffestol oder Kahweol → neutral.
- Metallsieb oder kein Filter (French Press, skandinavischer Kaffee): Diterpengehalt bis zu 30-mal höher als bei Papierfilter → deutliche Auswirkungen auf die Blutfette.
- Espresso: Hohe Konzentration pro Volumen, aber aufgrund kleiner Portionsgrößen (25–50 ml) moderate absolute Dosis.
- Americano: Gleicher Kaffestolgehalt wie der verwendete Espresso.
- Pad- und Kapselmaschinen: Ähnlich wie Espresso.
- Papierfilter: Hervorhebung blumiger, karamellartiger Noten, hellere Säure, aber dünnere Textur (weniger Körper).
- Metallfilter: Reichhaltigere Aromen (fruchtig, nussig, schokoladig), mehr Körper und Süße, aber negativer Einfluss auf Blutfette.
Für Menschen mit hohem Cholesterin oder zur Optimierung der Herz-Kreislauf-Gesundheit ist der Wechsel zu Papierfilterkaffee oder Instantkaffee eine evidenzbasierte Maßnahme. Dies bedeutet einen Kompromiss: weniger Körper und Süße, aber verbesserte Blutfettwerte.
Persönliche Note des AutorsDer Autor selbst wechselt nach jahrelanger Nutzung eines Metallfilters zurück zum Papierfilter, um die gesundheitlichen Vorteile zu nutzen und testet, ob er geschmackliche Unterschiede bemerkt.
Fazit: Die tägliche Wahl der Kaffeezubereitung kann langfristig die Gesundheit beeinflussen.





