
Jamie Dimon will Stablecoins töten
Der CEO von JP Morgan, Jamie Dimon, hat einen offenen Konflikt mit Brian Armstrong (Coinbase) und der Krypto-Industrie begonnen. Im Kern geht es um verzinste Stablecoins, die Bankkunden eine Rendite auf ihre Einlagen bieten könnten – eine direkte Bedrohung für das traditionelle Bankgeschäftsmodell.
- Der Vorwurf: Dimon bezeichnete Armstrong öffentlich als „voller [Mist]“. Er argumentiert, dass verzinste Stablecoins eine Form von Schattenbanken seien, die ohne die strengen Regulierungen (FDIC-Einlagenversicherung, Kapitalanforderungen) operieren.
- Die Systemrisiko-Debatte: Banken warnen vor einer Massenabwanderung von Einlagen (bis zu 6 Billionen US-Dollar). Das Weiße Haus entkräftet dies jedoch: Da Stablecoin-Emittenten ihre Reserven nicht verleihen dürfen (im Gegensatz zum Fractional-Reserve-Banking der Banken), liegt das systemische Risiko nahe bei Null (0,02 % Kreditrückgang). Ein Verbot würde Verbrauchern hingegen 800 Millionen US-Dollar an Zinsverlusten kosten.
- Die wahre Motivation: Reiner Wettbewerbsschutz. Banken zahlen fast 0 % Zinsen auf Einlagen, verdienen aber 4 %+ mit Staatsanleihen. Verzinste Stablecoins würden sie zwingen, um Kundengelder zu konkurrieren und ihre extrem profitablen Margen zu schmälern.
Während Dimon Krypto-Stablecoins bekämpft, baut JP Morgan seinen eigenen digitalen Dollar: JPM Coin (JPMD), gestartet im November 2025. Ironischerweise läuft dieser auf Base, der von Coinbase entwickelten Blockchain – der Firma, deren CEO Dimon als „voller Mist“ bezeichnete.
- Die Doppelmoral: Dimon bezeichnet Stablecoins als existenzielle Bedrohung für Aktionäre, während sein eigenes Institut den gleichen technologischen Wandel vorantreibt.
- Ziel: JP Morgan will die Technologie besitzen und gleichzeitig die Konkurrenz regulieren – ein klassischer „regulatorischer Capture“.
Der Clarity Act ist das zentrale Gesetz, das Stablecoins regulieren soll. Er steckt fest:
- Knackpunkt: Verzinste Stablecoins. Ein Kompromiss erlaubt aktionsbasierte Belohnungen (z.B. für Bezahlungen), verbietet aber passive Zinsen. JP Morgan lehnt auch diesen Kompromiss ab.
- Deadline: 7. August 2026 (Senatssommerpause). Verpasst man diese Frist, sinken die Verabschiedungschancen drastisch.
Der Game-Changer: Am 30. Juni 2026 kündigte ein Konsortium OpenUSD an, mit Giganten wie Visa, Mastercard, BlackRock, Google und Coinbase. Dieses Modell verteilt die Rendite aus Reserven fast vollständig an die Nutzer – genau das, was Dimon verhindern will.
- Marktreaktion: Der Aktienkurs von Circle (USDC) fiel um 17 %.
- Die Unausweichlichkeit: Ob der Clarity Act nun scheitert oder nicht – OpenUSD und das Marktvolumen (Rekord von 1,79 Billionen US-Dollar im Juni 2026) zeigen, dass die Industrie das Modell bereits baut. Dimons Krieg scheint bereits verloren.
Die Frage ist nicht, ob verzinste digitale Dollar kommen, sondern wie schnell. Dimon kämpft nicht für Stabilität, sondern um die 5 Milliarden US-Dollar Jahresgewinn, die seine Bank mit dem Einlagenzinsgefälle macht. Das Systemrisiko ist minimal, der Schaden für Verbraucher durch ein Verbot hingegen real. Der August wird zeigen, ob Washington die Weichen für das 21. Jahrhundert stellt oder das 20. Jahrhundert verteidigt.






