
Bewegungspraxis zur Stärkung der Verbindung von Geist und Körper | Ido Portal
In dieser Episode des Huberman Lab Podcasts spricht Andrew Huberman mit dem Bewegungsexperten Ido Portal über die transformative Kraft von Bewegung, Achtsamkeit und Sprache.
Disziplin als Gerüst, nicht als Krücke
- Disziplin wird traditionell als zentraler Antrieb gesehen, ähnlich wie eine Wand beim Handstandlernen.
- Der falsche Ansatz: „Wegdrücken“ von der Wand führt zu Abhängigkeit.
- Der richtige Ansatz: „Wegziehen“ von der Wand durch eine starke Verbindung zum Boden. Disziplin sollte ein Gerüst (Scaffolding) sein, um in Gang zu kommen, aber nicht alles bestimmen.
- Echte Willenskraft ist nicht erlernbar, sondern muss freigelegt werden. Sie zeigt sich nur in Momenten des Widerstands.
- Praxis zur Willensfreilegung: Warte auf einen Moment, in dem du eine Aufgabe nicht tun willst. Nicht erzwingen, nicht motivieren, sondern entspannen, das Tempo reduzieren und die Aufgabe mit spielerischer Leichtigkeit angehen.
Die Kraft des Spiels und der Leichtigkeit
- Spielerische Herangehensweisen schonen Energie und können sogar Energie aufbauen, im Gegensatz zu disziplinierter Anstrengung, die oft Stress erzeugt.
- Staunen (Awe) und Neugier sind wichtige „Nährstoffe“ für den Geist und können das emotionale Schema auflockern.
- Das Spiel hilft, mentale Rigidität zu vermeiden und öffnet den Weg für tiefere Einsichten und Transformation.
Die Bedeutung von Übergängen und Mikro-Praktiken
- Übergänge (z. B. zwischen Wach- und Schlafzustand, zwischen Atemzügen) sind fruchtbare Orte für Neuroplastizität.
- Das bewusste Verweilen in diesen liminalen Zuständen kann helfen, starre Denkmuster zu durchbrechen.
- Mikro-Praktiken (kurze, wiederholte Achtsamkeits- oder Bewegungsübungen) können langfristig die grundlegende Art zu sein verändern.
Körperliche und emotionale Auflösung (Granularität)
- Ido Portal fordert eine höhere Auflösung (Granularität) in der Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Emotionen.
- Vernachlässigung dieser Feinkörnigkeit führt zu Vergröberung des Körper- und emotionalen Schemas, was zu Schmerz und Dysfunktion führt.
- Die Praxis am Körper (z. B. durch ungewohnte Bewegungen) ist ein mächtiger Hebel, um diese Schemata schnell zu verändern und zu verfeinern.
Praxis als Lebensschule
- Das Leben ist nicht nur zum „Leben“ da, sondern zum Üben. Es ist eine Schule.
- Offizielle Praxis (z. B. eine tägliche Bewegungsroutine) sollte durch inoffizielle Praxis (Achtsamkeit im Alltag, beim Sitzen, Zuhören) ergänzt werden.
- Die zentrale Frage ist nicht „Wer bin ich?“, sondern „Was bin ich?“ – eine Untersuchung der grundlegenden Beziehungen und Modelle, die unser Erleben formen.





