
Der Fellow ES1 Espresso-Maschinen-Test
Der Tester hat den Fellow ES1 (1.500 US-Dollar) mehrere Monate im Studio getestet und zieht ein differenziertes Fazit: Die Maschine kann sehr guten Kaffee machen, hat aber einige Schwächen, die je nach Zielgruppe unterschiedlich ins Gewicht fallen.
Stärken- Design und Haptik: Kompakt, elegant, hochwertige Verarbeitung – eine der schönsten Maschinen in dieser Preisklasse.
- Dampfdüse: Klassische Düse mit Temperaturstopp (einstellbar), liefert guten Milchschaum.
- Temperaturmanagement: Großer Wassertank, drei Tassen-Heizflächen, Offset-Funktion für die ersten Bezüge.
- Druckprofilierung: Viele Presets (z. B. 9 bar, Hebelprofil) und individuelle Profile über die App – für Alltagskaffee völlig ausreichend.
- Preis-Leistung: Für die gebotene Technik (Druck-/Temperaturprofilierung, App-Steuerung) günstiger als Konkurrenzmodelle (Decent, Meticulous).
- Portafilter: Billiger Plastikgriff, schlechte Balance – für ein 1.500 €-Gerät enttäuschend.
- Druckregelung:
- Soll 9 bar am Gruppenkopf, erreicht aber oft 10–11 bar (Überschwinger).
- Die „Rampe nach unten“ funktioniert nicht als sanfter Abfall, sondern als ruckartiger Abfall (Druck baut sich nur durch den Puck ab).
- Schnelle Druckwechsel (z. B. von hoch zu niedrig) werden nicht sauber umgesetzt – die Maschine „verschluckt“ sich.
- App/Software: Erlaubt Profile, die die Hardware nicht umsetzen kann – fehlende Schutzmechanismen („Guardrails“).
- Portafilter: Billiger Plastikgriff, schlechte Balance – ein Ärgernis bei diesem Preis.
- Gen-1-Risiko: Erste Generation, schwierig selbst zu reparieren, einige Temperaturschwankungen gemessen.
- Keine Smart-Waage-Integration (nur per zukünftigem Firmware-Update versprochen).
- Design- und Genussorientierte (die schöne Technik mögen, aber nicht übertrieben optimieren wollen): Kaufempfehlung – die Maschine liefert alltagstauglich guten Kaffee und Milchgetränke.
- Optimierer und Enthusiasten (die jedes Detail selbst einstellen wollen): Aktuell nicht empfehlenswert – die Druckregelung ist zu unpräzise (Überschwinger, keine echte Rampe), die App erlaubt unrealistische Profile.
Der Fellow ES1 ist ein solider Erstling mit toller Optik und vielen Funktionen, aber die Technik ist noch nicht ganz ausgereift. Wer sich für die „Fellow Drops“-Rezepte begeistert und die Optik liebt, wird glücklich. Wer maximale Kontrolle sucht, sollte auf die zweite Generation oder Wettbewerber (z. B. Decent, Meticulous) warten.





