Die Krise des Weltwirtschaftsforums (WEF)
Das WEF steckt in einer tiefen Führungskrise. In nur zehn Monaten verloren der Gründer Klaus Schwab und der CEO Børge Brende ihre Posten. Derzeit gibt es keinen permanenten Vorsitzenden und keinen CEO.
Der Sturz von Klaus Schwab
- Im April 2025 enthüllte ein anonymes Whistleblower-Schreiben fragwürdige Ausgaben von Schwab und seiner Frau in Höhe von 1,1 Millionen Dollar (u.a. Hotelmassagen, First-Class-Flüge ohne geschäftlichen Zweck).
- Schwab trat daraufhin mit sofortiger Wirkung zurück. Eine interne Untersuchung durch eine Schweizer Anwaltskanzlei fand angeblich keine Beweise für Fehlverhalten, doch Medienberichte (z. B. Wall Street Journal) deuten auf Widersprüche zwischen öffentlicher und privater Version hin.
- Der Interimsvorsitzende, der die Untersuchung vorantrieb, trat nach Vorlage des Abschlussberichts zurück – mit Verweis auf ein „toxisches Umfeld“.
Der Rücktritt von Børge Brende
- Im Februar 2026 trat CEO Brende zurück, nachdem bekannt wurde, dass er zwischen 2018 und 2019 drei Geschäftsessen mit Jeffrey Epstein hatte.
Die Machtübernahme durch Finanzgiganten
- Als Interim-Co-Vorsitzende wurden André Hoffmann (Vize-Chef von Roche) und Larry Fink (CEO von BlackRock) eingesetzt.
- BlackRock verwaltet 14 Billionen US-Dollar – das größte Vermögen der Welt. Fink wird als „neuer Bürgermeister von Davos“ bezeichnet.
Der Kampf um die Kontrolle
- Es gibt Pläne, den Vorstand von etwa 28 Mitgliedern auf einen kleineren, von Wirtschaftsvertretern dominierten Kreis zu verkleinern – weniger Stimmen, mehr Macht.
- Schwab wehrt sich: Er fordert eine beratende Rolle bei der Nachfolge, Zugang zum WEF, Übernahme von Anwaltskosten und eine Abfindung von 7 Millionen Dollar.
- Er drängt auf Christine Lagarde (EZB-Präsidentin) als seine Nachfolgerin. Fink und Hoffmann bevorzugen ein „institutionelleres Modell“ ohne einzelne Führungsfigur.
Auswirkungen auf die Allgemeinheit
- Die Entscheidungen in diesem immer exklusiveren Gremium beeinflussen globale Politik, Kapitalströme und letztlich die Renten und Ersparnisse normaler Menschen.
- Larry Fink schlug vor, dass die Finanzierung des KI-Rechenzentrum-Ausbaus aus den Ersparnissen und Pensionen der Bürger kommen sollte – ein Beispiel für Crony-Kapitalismus.
Fazit: Der Machtkampf im WEF verdeutlicht, wie eine kleine Elite die Weichen für die Weltwirtschaft stellt – während die Mehrheit außen vor bleibt. Die Frage ist, ob ein kleineres, geschlosseneres WEF eine größere Bedrohung darstellt.