
Deutschland weigerte sich, Hackern 30 Bitcoin zu zahlen... und zahlte einen schweren Preis
- Im Sommer 2023 drang die Ransomware-Gruppe Rhysida (auch mit Ryuk in Verbindung gebracht) in das Netzwerk der Berliner Landesregierung ein.
- Die Angreifer kopierten 5,8 Terabyte an sensiblen Daten – darunter Personalakten, Verträge, Infrastrukturpläne und Bürgerdaten.
- Anschließend forderten sie 30 Bitcoin (ca. 2 Millionen Euro) als Lösegeld.
- Der Einstieg erfolgte über ein gefälschtes CAPTCHA: Ein Mitarbeiter wurde per Terminal-Befehl dazu gebracht, eine Schadsoftware auszuführen.
- Zusätzlich halfen der Gruppe im Klartext gespeicherte Passwörter in Office-Dokumenten – ein massives Sicherheitsversagen.
- Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.
- Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner erklärte: „Das Land Berlin lässt sich nicht erpressen.“
- Die Stadt zahlte nicht, weil eine Zahlung keine Garantie auf Löschung der Daten geboten hätte und weitere Angriffe finanziert hätte.
- Die Frist verstrich, und Rhysida veröffentlichte die gestohlenen Dateien – in mehreren Tranchen.
- Der Leak enthielt höchst sensible Informationen, darunter Gehaltsabrechnungen, Wohnadressen, Fallakten und sogar Analysen zur Verwundbarkeit der Wasserversorgung.
- Das BSI warnte vor Phishing-Mails mit echten Aktenzeichen, die auf Basis der geleakten Daten erstellt wurden.
- Die Bearbeitung von Leistungen wie Wohngeld kam zeitweise zum Erliegen.
- Bereits 2019 war das Berliner Kammergericht von der Malware Emotet infiziert worden – mit ähnlich drastischen Folgen.
- Das Berliner Landesnetz wird von verschiedenen Behörden getrennt betrieben, was die Sicherheit schwächt.
- Deutschland hat die Digitalisierung der Verwaltung (OZG) nicht wie geplant bis 2022 umgesetzt.
- British Library: Rhysida stahl 600 GB und veröffentlichte die Daten nach Zahlungsverweigerung.
- Irland: Der Gesundheitsdienst HSE wurde von Conti angegriffen; das ganze IT-Netz musste abgeschaltet werden.
- Landkreis Anhalt-Bitterfeld: Ein Cyberangriff legte die Verwaltung lahm und führte erstmals in Deutschland zum Katastrophenfall.
Der Angriff zeigt, wie verwundbar öffentliche Einrichtungen sind, wenn veraltete Strukturen auf hochprofessionelle Erpresser treffen. Die Weigerung zu zahlen war politisch nachvollziehbar, hatte aber erhebliche Kosten für die Betroffenen. Die Frage bleibt: Sollten Regierungen zahlen – oder ist Standhaftigkeit auf lange Sicht die einzige Lösung?





