
Wo versteckt sich die Crypto-Alpha in diesem Zyklus?
Die Panel-Diskussion mit den Crypto-Allokatoren Arthur (Defiance Capital), Rajiv (Framework Ventures) und Smac (Compound) beleuchtet, wo sich in diesem frühen, vorsichtig optimistischen Bullenmarkt Alpha versteckt. Zentraler Tenor: Der Markt ist reifer, disperser und für aktive Manager deutlich interessanter geworden.
AI & Crypto: Vom Hype zu echten Use Cases- Nach anfänglich vielen „aufgezwungenen“ AI-Crypto-Projekten sehen die Panel-Teilnehmer inzwischen echte Anwendungsfälle – z. B. Hermes (Open-Source-AI-Agent-Framework von Nous Research) oder Venice AI, eine datenschutzorientierte Crypto-Alternative zu Open Router.
- Privacy & Permissionlessness sind zentrale Differenzierungsmerkmale: Krypto-AI-Projekte setzen Verschlüsselung und Datenschutz standardmäßig ein – anders als zentrale Frontier-Labs.
- Auch Finanzierung von AI-Infrastruktur wird als spannendes Feld genannt, etwa GPU-Cluster-Finanzierung über Projekte wie USD AI.
- Ob Krypto wirklich die Basisschicht für AI-Agenten wird, bleibt offen. Interessant sind dezentrale Ledger für Agenten-Kommunikation, Machine-to-Machine-Zahlungen und die Idee, dass „rogue“ AI-Agenten eher permissionless Systeme nutzen würden.
- Erfolgreiche Crypto-Fonds arbeiten oft mit einer Barbell-Strategie: illiquide Venture-Investments plus liquide Token-Positionen.
- Beim Aufbau liquider Positionen sollte man 5–10 % Varianz beim Einstiegspreis einplanen und die hohe Volatilität als Chance nutzen.
- Durch die höhere Dispersion im Markt werden gute Ideen schnell gecrowded – Timing und Geduld werden wichtiger.
- Die aktuelle Marktphase wird als goldene Zeit für aktive Manager beschrieben: Viele liquide Crypto-Fonds outperformen Bitcoin und ETH, weil sie selektiv in qualitativ hochwertige Mid-Caps wie Hyperliquid investieren, während Retail sich oft in Memecoins verliert.
- Zudem sehen die Teilnehmer eine goldene Ära für Long/Short-Strategien: Man kann sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite Geld verdienen, da schwache Projekte strukturell weiter fallen.
- Trotz wachsender Dispersion bleibt Bitcoin der wichtigste Benchmark – auch weil LPs den Raum immer noch als Einheit sehen und absolute Rendite sowie Bitcoin-Outperformance die entscheidenden Kennzahlen sind.
- ETFs wie IBIT setzen eine Mindest-Erwartung: Ein aktiver Fonds muss langfristig mindestens diesen Vergleich übertreffen.
- Seed- und Pre-Seed-Investments bieten laut dem Panel weiterhin die besten Chancen auf 50-fache Returns in 1–2 Jahren – auch wenn die Zahl hochqualitativer Gründer gesunken ist.
- Growth-Stage-Deals sind stark überlaufen, da es nur wenige späte Finanzierungsrunden gibt. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Growth-Unternehmen inzwischen nachhaltigere Traktion aufweisen.
- KI senkt die Kapitalintensität: Teams brauchen weniger Mitarbeiter, geben mehr Geld für Compute/API-Credits aus. Dadurch sind Startups mit weniger Kapital skalierbarer – sogar milliardenschwere Unternehmen mit Solo-Gründern erscheinen möglich.
Fazit: Die Alpha liegt weniger im Breitmarkt, sondern in selektiven, fundamental getriebenen Positionen an der Schnittstelle von AI, Privacy und dezentraler Infrastruktur. Disziplin bei der Positionsgröße, ein langer Atem und die Bereitschaft, von Bitcoin-Benchmarks abzuweichen, sind entscheidend.






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