
Warum die KI-Blase platzen wird, bevor sich der fundamentale Zyklus dreht | Ben Inker | GMO
Ben Inker (GMO) argumentiert, dass die KI-Blase in den nächsten 12–18 Monaten durch einen beispiellosen Angebotsschock an neuen Aktien (IPOs) platzen könnte. Er zieht Parallelen zu historischen transformativen Technologien (Eisenbahn, Internet), bei denen Überinvestitionen und anschließende Korrekturen unvermeidlich waren.
Warum KI eine Blase ist- Transformative Technologie: Ähnlich wie bei Eisenbahnen oder dem Internet führen Euphorie und Kapitalschwemme zu Überinvestitionen.
- Wettbewerbsintensive Struktur: KI-Modelle und Rechenleistung sind schwer zu differenzieren, Wechselkosten sind niedrig – das spricht gegen Monopolgewinne.
- Knappheit vs. Überangebot: Aktuell herrscht Rechenleistungsknappheit, aber sobald massiv investiert wird, droht ein Überangebot, das Renditen vernichtet.
- Größte Börsengänge der Geschichte: SpaceX, Anthropic, OpenAI – insgesamt 6–7,5 % der US-Marktkapitalisierung in 12 Monaten.
- Historische Evidenz: Jahre mit hohem IPO-Volumen (1999, 2000, 2021) erlebten anschließend 4 % unterdurchschnittliche Rendite pro Prozent neuer Marktkapitalisierung.
- Hochrechnung: Bei 6 % Neuemissionen ≈ 24 % schlechter als normal; das entspricht einem Marktrückgang von etwa 20 % (ohne Bewertungsanpassung).
- Passives Investieren dominiert: Indexfonds und ETFs verkaufen nicht bei steigenden Kursen – die Preiselastizität des Angebots sinkt.
- Aktive Manager meiden Tracking Error: Sie zögern, bei Kursanstiegen zu verkaufen, was die Anpassung an neues Angebot erschwert.
- Hochfrequenzhandel kann nur kurzfristige Verzerrungen glätten, nicht strukturelle Verschiebungen.
- Enge Spreads bei Hochzinsanleihen (13. Perzentil) bei gleichzeitig hoher Konzentration auf KI-Kredite.
- Private Kreditvergabe für Rechenzentren birgt systemische Risiken: Bei einer KI-Abkühlung drohen massive Ausfälle.
- Verdrängungseffekt: Hohe Kapitalkosten für KI entziehen anderen Sektoren (Wohnungsbau, Industrie) dringend benötigte Finanzierung.
- Gemäßigtes Szenario: Nur der IPO-Effekt führt zu einem Rückgang von 18–24 % im Gesamtmarkt.
- Extremszenario (35–50 % Korrektur): Wenn zusätzlich die KI-Nachfrage einbricht oder Überkapazitäten sichtbar werden, trifft es vor allem:
- Reine KI-Player (CoreWeave, Supermicro) – existenzbedrohend.
- Hyperscaler (Microsoft, Oracle) – schlechtere Kapitalrendite, aber überlebensfähig.
- Halbleiter und Speicherchiphersteller – zyklischer Abschwung möglich.
- Staatliches Sicherheitsnetz ist aufgrund hoher Schulden und Defizite kaum vorhanden; die Fed könnte Zinsen senken, aber das hilft nur begrenzt.
- Übergewichten: Nicht-US-Aktien, Value-Aktien, Ressourcenwerte (Energie, Metalle) – sie bieten Diversifikation und sind günstig bewertet.
- Untergewichten: US-Wachstumsaktien, insbesondere KI-Hyperscaler, sowie stark bewertete Schwellenländer-Titel (Taiwan, Korea).
- Qualitätstitel (defensiv) sind attraktiv, da ihr Risiko nicht übermäßig hoch bewertet ist.
Das Platzen der KI-Blase wird wahrscheinlich durch den beispiellosen Angebotsschock ausgelöst, bevor die tatsächliche Überinvestition vollständig sichtbar ist. Anleger sollten sich auf erhöhte Volatilität und mögliche massive Einbrüche einstellen – mit Fokus auf Diversifikation und günstige Bewertungen außerhalb des KI-Hypes.






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