
Verbessern Mühlen den Kaffee wirklich so sehr? Günstige vs. teure Mühlen
In diesem Video stellt Lance Hedrick die Frage, ob man den Unterschied zwischen einem günstigen ($100) und einem teuren ($3.000) Kaffeemühle wirklich schmeckt. Er führt einen Blindtest durch, um objektive Unterschiede aufzuzeigen, betont aber, dass dies keine Kaufempfehlung ist.
Die Mühlen im Vergleich
- Günstige Mühle (ca. $100 / ~€90): Besitzt ein Kunststoffgehäuse und -träger für den Kegelmahlstein. Der Mahlstein hat eine fünfeckige Form und gezackte Kanten. Die Ausrichtung ist nicht justierbar.
- Teure Mühle (ca. $3.000 / ~€2.750): Ein hochwertiges Gerät aus Vollmetall (eloxiertes Aluminium), das für Präzision und Langlebigkeit steht.
Die Methode
- Ziel war es, die Mahlgrade so anzupassen, dass die Partikelgrößenverteilung (der Modus) ähnlich ist (innerhalb von 10 Mikrometern).
- Es wurden zwei Dreiecksverkostungen (Triangulationen) durchgeführt: Einmal mit der teuren Mühle gegen die günstige, einmal mit der günstigen Mühle gegen eine Handmühle (FIMO Book A2) ähnlicher Preisklasse.
Die Ergebnisse der Blindverkostung
- Teure vs. Günstige Mühle: Der Unterschied war deutlich erkennbar. Die teure Mühle lieferte einen teeähnlicheren, saftigeren und ausgewogeneren Kaffee ohne den trocknenden, adstringierenden Abgang der günstigen Mühle.
- Günstige Mühle vs. Handmühle: Der Unterschied war hier geringer, aber ebenfalls vorhanden. Die Handmühle schnitt leicht besser ab, während die günstige Mühle eine leichte Hohlheit und einen metallischen Beigeschmack aufwies.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Ja, man schmeckt einen Unterschied: Die Partikelverteilung und -form sind objektiv verschieden, was sich im Geschmack niederschlägt.
- Teuer ≠ automatisch besser: Teurere Mühlen sind oft für spezifische Geschmacksprofile optimiert. Man muss sie verstehen und richtig einsetzen können.
- Der größte Hebel ist die Kaffeebohne: Lance betont, dass die Qualität der Bohne den größten Einfluss auf den Geschmack hat. Er würde lieber eine günstige Mühle mit hervorragendem Kaffee nutzen als eine teure Mühle mit mittelmäßigem Kaffee.
- Keine Magie: Eine teure Mühle ist kein Garant für sofort besseren Kaffee. Man muss die Variablen (Mahlgrad, Brühverhältnis, etc.) verstehen.
- Empfehlung: Der wichtigste Schritt ist, von einer Schwertmühle (Blade Grinder) auf eine mit Mahlsteinen (egal ob günstig oder teuer) umzusteigen.
Es gibt einen hör- und schmeckbaren Unterschied zwischen günstigen und teuren Mühlen. Entscheidend ist aber nicht der Preis allein, sondern wie das Gesamtsetup (Mühle + Kaffee + Brühmethode) auf die eigenen Vorlieben abgestimmt ist. Die größte Verbesserung erzielt man durch den Kauf qualitativ hochwertigerer Bohnen.






