
The Fed Put Is Dead: Why Stagflation & a Bear Market Are Next | Vincent Deluard
Vincent Deluard argumentiert, dass der Aktienbullenmarkt in den USA seinem Ende entgegengeht und ein Bärenmarkt wahrscheinlich ist. Er sieht die Fed in einem Albtraumszenario gefangen: schwache Wirtschaftsdaten bei gleichzeitig hartnäckiger Inflation (Stagflation). Der alte "Fed-Put" (die Erwartung, dass die Fed bei Marktturbulenzen eingreift) sei tot, und auch ein fiskalischer Impuls bleibe aufgrund der politischen Blockade nach den Zwischenwahlen aus. Deluard erwartet ein Schuldzuweisungsspiel zwischen Trump und den Demokraten, während die Wirtschaft leidet.
Aktienmärkte: Massaker unter der Oberfläche- Zwei Drittel der US-Aktien notieren unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt, ein Zeichen für einen breiten Bärenmarkt.
- Besonders Konsumwerte (z. B. Nike, Harley-Davidson, McDonald's) erleben ein "Massaker" mit Kursverlusten von 50-60%, obwohl der Gesamtindex nahe seinem Allzeithoch ist. Dies sei historisch beispiellos zu Beginn eines Zinserhöhungszyklus.
- Der KI-Investitionsboom (Hyperscaler) habe das Wachstum künstlich angeheizt. Sobald dieser nachlasse und die fiskalischen Subventionen für Unternehmensmargen (Zollrückerstattungen, beschleunigte Abschreibungen) auslaufen, drohe ein Gewinneinbruch.
- Deluard präferiert langfristige Staatsanleihen für die nächsten 6 Monate, jedoch eher aus Liquiditätsgründen als aus fundamentaler Überzeugung.
- Katalysatoren für eine Rallye bei Anleihen:
- Saisonale Effekte: Pensionsfonds sichern sich Renditen, Verkauf von Aktien zum Jahresende.
- Schuldenobergrenzen-Debatte: Ein möglicher Zahlungsaufschub und die Leerung des Treasury General Account (TGA) pumpen Liquidität in den Markt.
- Technische Faktoren: Ausverkäufe bei Anleihen ziehen Käufer an ("Bid"-Effekt).
- Langfristig bleibt Deluard jedoch bärisch für Anleihen: Er erwartet eine säkulare Inflation von 3,5-4%, was zu langfristigen Renditen von 6-7% führen könnte.
- Die Fed steckt in einem Albtraumszenario: schlechte Wirtschaftsdaten + hohe Inflation.
- Deluard glaubt, dass die Fed letztlich die Beschäftigungsseite ihres Mandats priorisieren und die Inflation durch kreative Methoden (z. B. Änderung des Inflationsziels, hedonische Anpassungen durch KI) "wegdiskutieren" wird.
- Der Markt preise noch drei Zinserhöhungen ein, was Deluard für unrealistisch hält. Eine Erhöhung im Dezember, gefolgt von einer Pause, sei wahrscheinlicher.
- Die Inflation bleibt hartnäckig, getrieben durch hohe Energiekosten und Lohnsteigerungen. Deluard erwartet eine Aufholjagd bei den Reallöhnen, nachdem diese zunächst gefallen sind.
- Ein eskalierender Iran-Konflikt könnte die Ölpreise auf über 200 USD pro Barrel treiben, mit katastrophalen Folgen für alle Asset-Klassen (Aktien, Anleihen, Währungen).
- Als Absicherung empfiehlt Deluard eine Barbell-Strategie: Long Energieaktien kombiniert mit Long Staatsanleihen.
- Frankreich befindet sich in der "Wut"-Phase der Trauer nach jahrelanger Verleugnung seiner Schuldenprobleme. Land: Schuldenstand, politische Lähmung, steigende Zinsen.
- Die einzige langfristige Lösung für Europa sei eine deutliche Abwertung des Euro, ähnlich wie Japan es mit dem Yen gemacht hat. Dies würde die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen.
- Die EZB (Lagarde) agiere aktuell kontraproduktiv, indem sie ihr Portfolio abbaut. Ein Führungswechsel könnte die Krise verschärfen.
- Brasilien: Die Wiederwahl Lulas sei weniger dramatisch als befürchtet, da der Kongress ihn einschränken werde. Die wirtschaftliche Entwicklung hänge mehr von den Terms of Trade (Rohstoffpreise) ab, die für Brasilien günstig sind.
- Politische Wende: Deluard sieht eine globale Verschiebung nach links (Signal: Brasilien) und erwartet, dass die Demokraten die US-Zwischenwahlen gewinnen werden.
- Aktien: Bärenmarkt in den nächsten 6-12 Monaten wahrscheinlich.
- Staatsanleihen: Taktisch long (6 Monate), aber langfristig unattraktiv.
- Absicherung: Energieaktien, VIX-Optionen gegen extreme Szenarien.






