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Neueste Analysen(7)

NEU! Länger arbeiten & mehr zahlen? Neue Vorschläge der Rentenkommission!
Finanzfluss|24. Juni

NEU! Länger arbeiten & mehr zahlen? Neue Vorschläge der Rentenkommission!

Die Rentenkommission hat 33 Empfehlungen vorgelegt, die die Bundesregierung umsetzen will. Das Paket zielt darauf ab, die gesetzliche Rente für die Zukunft zu stabilisieren – mit spürbaren Einschnitten für alle. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

🔄 Kapitalgedeckte Rente („Schwedenmodell“)
  • Einführung einer obligatorischen, kapitalgedeckten Rentenkomponente in der gesetzlichen Rentenversicherung.
  • Beitragssatz: 2 % des Bruttoeinkommens, paritätisch finanziert (1 % Arbeitgeber, 1 % Arbeitnehmer).
  • Schrittweise Einführung ab 2028 (0,5 % pro Jahr).
  • Die Beiträge fließen auf individuelle Kapitalkonten und werden am Kapitalmarkt investiert.
  • Auszahlung als lebenslange Rente, Vererbung nicht möglich.
  • Ziel: Das Rentenniveau stabilisieren (gesetzlich bis 2031 bei 48 %, danach droht Absinken auf 46,1 %).
⏰ Renteneintrittsalter steigt automatisch
  • Automatismus: Das Renteneintrittsalter wird an die steigende Lebenserwartung gekoppelt (Verhältnis 2:1 – 8 Monate mehr Arbeit, 4 Monate mehr Rente pro zusätzlichem Lebensjahr).
  • Bis 2041 steigt das Renteneintrittsalter auf 67,5 Jahre (basiert auf aktuellen Prognosen).
  • Abschaffung der „Rente mit 63“ (für besonders langjährig Beschäftigte). Ausnahme: Härtefallregelung für Berufe, die nicht mehr ausgeübt werden können (nach 35 Beitragsjahren, 2 Jahre früher).
  • Frührente mit Abschlägen erst ab 64 statt 63 Jahren – wird automatisch an das steigende Renteneintrittsalter angepasst.
📉 Rentenniveau wird gedämpft
  • Der Nachhaltigkeitsfaktor wird verschärft: Die demografische Entwicklung (mehr Rentner, weniger Beitragszahler) wirkt sich stärker auf die Rentenhöhe aus – die Renten steigen dann langsamer.
  • Ein Übergangsfaktor (aus Steuermitteln finanziert) soll verhindern, dass das Rentenniveau für Neurentner ab 2032 unter das heutige Niveau fällt.
👥 Mehr Menschen zahlen in die Rentenversicherung ein
  • Selbstständige werden pflichtversichert (mit Opt-out für Bestand, ohne Opt-out für Neugründungen).
  • Minijobber müssen künftig verpflichtend Beiträge zahlen (Ausnahme: Schüler).
  • Abgeordnete und Vorstände von Aktiengesellschaften werden ebenfalls pflichtversichert (eher symbolische Wirkung).
  • Beamte bleiben vorerst außen vor, aber die Reformen sollen „wirkungsgleich“ auf die Beamtenversorgung übertragen werden (Pensionsniveau sinken).
💡 Fazit

Das Paket verteilt die Lasten breit: Jüngere zahlen mehr, Ältere arbeiten länger, Rentner akzeptieren geringere Steigerungen. Die Politik hofft, damit das System langfristig zu retten – ob es gelingt, bleibt abzuwarten.