
Lelit Mara X V3 Pagaia Review: Lohnt es sich?
- Lance Hedrick testet die neu veröffentlichte Lelit Mara X V3 Pagaia, die erstmals vor etwa einem Jahr angekündigt wurde.
- „Pagaia“ bedeutet auf Italienisch „Paddel“ und bezieht sich auf den neuen Durchflussregler an der Seite.
- Die Maschine wurde von Breville (Besitzer von Lelit) übernommen, die ein Patent auf die Steuerung der Pumpenfrequenz zur Durchflussregelung besitzen.
- Das Paddel steuert den Durchfluss (Flow Control), nicht direkt den Druck.
- Es funktioniert wie ein Dimmer für die Vibrationspumpe – eine günstige Modifikation, die man selbst für ca. 20 € an jeder Maschine mit Vibrationspumpe durchführen kann.
- Im Gegensatz zu Nadelventilen (z. B. bei Slayer) ist diese Methode reaktionsschneller, aber weniger feinfühlig.
- Pluspunkte der V3: Modernere, fünfeckige Knöpfe (statt „daisy“-Design), Holz-Details (Knöpfe, Blendenhebel, Seiten-Peg), Edelstahl-Spiegelstreifen mit Markenlogo, Füße, verbessertes Dampfdüsenende (3-Loch), neues Display (Druck und Gegendruck).
- Kritikpunkte: Die Füße wirken billig und die vorderen sind unschön angebracht. Die Spiegelstreifen sind anfällig für Fingerabdrücke. Kein verdeckter Bodenanschluss für den Wassertank.
- Der neue 1.800-W-Heizstab soll die Aufheizzeit von 24 auf 15 Minuten reduzieren. In der Praxis dauert es jedoch immer noch etwa 25 Minuten, bis die Brühgruppe die tatsächliche Solltemperatur erreicht hat (gemessen mit Scace).
- Die Temperaturstabilität ist für einen Wärmetauscher (HX) ordentlich, aber nicht perfekt. Die Standardabweichung liegt bei etwa 2,1 °C (nach WBC-Protokoll).
- Kritik: Die Behauptung von Lelit, dass „kein Kühlbezug (cooling flush)“ nötig sei, ist nur bedingt wahr. Bei längerer Standzeit oder Zyklenüberlappung kann die Temperatur stark abweichen.
- Temperaturwechsel sind zeitaufwendig! Wenn man die Temperatur von heiß auf kalt ändert, dauert es sehr lange, bis die massive E61-Gruppe abkühlt. Es wird empfohlen, die gewünschte Temperatur am Anfang des Tages einzustellen.
- Kein Shot-Timer – das ist ein großer Nachteil für den Preis.
- Reserve-Wasser-Technologie – der Zug wird nicht unterbrochen, wenn der Tank fast leer ist.
- Zubehör: Inklusive hochwertiger, balancierter Siebträger aus Edelstahl, 58,5-mm-Tamper, IMS-Sieb, Reinigungsutensilien und Wasser-Teststreifen.
- Dampf: Im „X-Steam“-Modus fast so stark wie die Bianca (mit 3-Loch-Düse), aber auf Kosten der Brühtemperatur. Im „X-Brew“-Modus ist der Dampf schwächer.
- Gut: Solide Espressomaschine, modernes Design, Durchflussregelung (Flow Control) an Bord, gutes Zubehör.
- Schlecht: Der Preisaufschlag von ca. 400 €/US-Dollar zur V2 ist für die gebotenen Änderungen (Dimmer-Mod, Design) nicht gerechtfertigt. Die Maschine leidet unter den typischen E61/Wärmetauscher-Nachteilen (Temperatureffizienz, träge Temperaturwechsel, Energieverschwendung).
- Empfehlung von Lance: Die V2 ist die bessere Wahl, es sei denn, man möchte absolut keine eigene Modifikation vornehmen. Ein selbst eingebauter Dimmer (ca. 20 €) liefert das gleiche Ergebnis wie das Paddel.
- Alternativen: Die Lelit Elizabeth (Zweikreiser) bietet mehr thermische Stabilität zum ähnlichen Preis. Auch Vollmetall-Zweikreiser wie die Profitec Move sind starke Konkurrenten.
Kernbotschaft: Die Lelit Mara X V3 Pagaia ist eine gute Maschine, aber der Aufpreis ist zu hoch für eine einfache Dimmer-Modifikation. Wer Flow Control will, kann dies günstiger selbst machen oder zur günstigeren V2 greifen.






