
Reps in Reserve verstehen | Jeff Cavaliere, M.S.P.T., C.S.C.S.
Reps in Reserve (RIR) ist ein Maß dafür, wie hart ein Satz wirklich war – also wie viele Wiederholungen du noch übrig hättest, bis zum mechanischen Muskelversagen.
- 0 RIR: Du erreichst das vollständige mechanische Versagen – keine weitere Wiederholung in guter Form möglich.
- 1 RIR: Du könntest mit Mühe wahrscheinlich noch eine weitere Wiederholung schaffen.
- 2–3 RIR: Du hast noch ein bis zwei Wiederholungen in Reserve, aber der Satz ist bereits anstrengend.
- 4+ RIR: Das wird für Jeff bereits zu Junk-Volume – außer beim Aufwärmen.
Die meisten Menschen – sogar Trainer – unterschätzen ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit oft um ein bis drei Wiederholungen. Wer nicht genau weiß, was „0 RIR“ bedeutet, kann auch die feinen Unterschiede zwischen 1, 2 oder 3 RIR nur schwer einschätzen.
Lösung: So nah wie möglich ans Muskelversagen trainierenJeff empfiehlt, Sätze möglichst oft bis nahe an das mechanische Versagen zu bringen. Dabei unterscheidet er zwischen:
- Psychologischem Versagen: Man könnte körperlich noch, will aber die unangenehme Anstrengung nicht mehr ertragen.
- Formversagen: Die Wiederholung wird langsamer oder etwas unsauberer – das ist okay, solange die Kontrolle bleibt.
- Gelenkschmerzen: Das ist das absolute Stoppsignal. Bei Schmerzen im Gelenk sollte der Satz sofort abgebrochen werden.
Es geht nicht um schlampige, instabile Wiederholungen, sondern um gutes Formversagen: Du kämpfst dich bis zu dem Punkt, an dem die Bewegung körperlich nicht mehr abgeschlossen werden kann – ohne Kompensation oder Verlust der Körperstabilität.
FazitWer regelmäßig echte Intensität bis zum Formversagen trainiert, kann das Trainingsvolumen reduzieren, Gelenke schonen und durch höhere Intensität bessere Ergebnisse erzielen. Das objektive Signal „Ich kann das Gewicht nicht mehr bewegen“ hilft dabei, Junk-Volume zu vermeiden und die Trainingsqualität deutlich zu steigern.





