
Die KI-Blase blutet Geld, Teil 2: Anthropics Kassensturz | Ed Zitron
Ed Zitron, bekannt für seine investigative Arbeit zu OpenAI, nimmt sich in dieser Folge die geleakten Finanzdaten von Anthropic vor. Die Zahlen aus dem vertraulichen S-1 für den geplanten Börsengang zeichnen ein düsteres Bild, das noch schlechter ist als das von OpenAI.
Ein Blick in die Bücher: 2,75 $ Ausgaben für 1 $ Einnahmen- Desaströse Bilanz: Anthropic verlor 2025 satte 8 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von nur 4,6 Milliarden. Das Unternehmen gibt 2,75 $ aus, um 1 $ zu verdienen.
- Abhängigkeit von Konkurrenten: Fast 47 % des Umsatzes stammen nicht von direkten Kunden, sondern vom Weiterverkauf ihrer Modelle durch Google und Amazon. Ein massives Konzentrationsrisiko, da diese gleichzeitig Partner und Konkurrenten sind.
- Die Schuldenfalle: Das Unternehmen hat 413 Milliarden Dollar an nicht kündbaren Computerverträgen (u. a. 252 Mrd. bei Hyperscalern, 161 Mrd. bei Broadcom). Diese Schulden sind untrennbar mit den Gewinnerwartungen von Google, Amazon und Microsoft verbunden.
Zitron rechnet mit der gängigen Praxis der KI-Branche ab, die annualisierte Umsatzrate (ARR) zu manipulieren:
- Tageshochrechnung: Um die Zahlen aufgebläht aussehen zu lassen, wird oft der Umsatz eines einzigen guten Tages mit 365 multipliziert, anstatt stabile Abonnements oder Verträge zu betrachten.
- Keine Definition, keine Vergleichbarkeit. „Es ist, als würde ich die Zuschauerzahl eines guten Tages auf YouTube nehmen und behaupten, das sei meine Jahresreichweite.“
Selbst die neuen "Agentic AI"-Produkte wie Claude Muse oder OpenAI Dots können das Ruder nicht herumreißen:
- Nützlich, aber kein Geschäftsmodell: Die Produkte erfüllen endlich ein Stück weit die alten Versprechen (E-Mails sortieren, Termine buchen). Allerdings sind sie immens teuer in der Infrastruktur und die Haftungsrisiken (z. B. falsche Flugbuchungen, Datenlecks) sind enorm.
- Fehlender Masse-Markt: Die Branche lebt von Unternehmen und Entwicklern, nicht von Privatkunden. Massentaugliche Killer-Features, die eine KI-Monokultur rechtfertigen, gibt es nicht.
Ed Zitron argumentiert, dass KI nicht etwa die Produktivität steigert, sondern eine systemische Finanzkrise angezettelt hat:
- Das Wachstum von BIP und Produktivität bleibt aus. Die einzige scheinbare Wirtschaftsleistung kommt von den GPU-Verkäufen und Bauprojekten selbst.
- Das ganze Kartenhaus ist mit privaten Krediten, Anleihen (Oracle, CoreWeave) und japanischen Banken (SoftBank, MUFG) finanziert. Sollte die Blase platzen, droht ein Chaos, das die Dotcom-Blase in den Schatten stellt.
- Fazit: Zitron fordert Transparenz und echte Regulierung. „Jeder, der OpenAI oder Anthropic ein Investment-Grade-Rating gibt, gehört ins Gefängnis.“ Der Börsengang von Anthropic wird kommen, aber die zugrundeliegenden Zahlen sind eine Katastrophe.






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