
Die größte Hürde für die Wall Street bei der Nutzung von Ethereum
In dieser Episode von Bankless sprechen David Hoffman mit Mo Jalil und Oscar Thorne, den Co‑Foundern von ETH Systems – einem neuen Spin‑off der Ethereum‑Stiftung, das sich auf drei Kernbereiche konzentriert: Ethereum, Institutionen und Privatsphäre.
Warum Privatsphäre für Institutionen essenziell ist- Ethereum bietet eine glaubwürdig neutrale Basis, aber ohne integrierte Privatsphäre können Institutionen nicht teilnehmen.
- Institutionen brauchen Vertraulichkeit für ihre Geschäfte und müssen gleichzeitig compliant bleiben – beides ist nur mit Kryptographie möglich.
- Derzeit nutzen sie private Netzwerke, weil öffentliche Blockchains keine Privatsphäre bieten – obwohl Ethereum tiefe Liquidität und neue Geschäftsmöglichkeiten bereithält.
- Mo Jalil kommt aus dem traditionellen Finanzwesen (Goldman Sachs, Hedgefonds) und war zuletzt bei der Ethereum‑Stiftung für APAC‑BD zuständig. Er erkannte, dass Institutionen ohne Privatsphäre kein öffentliches Ethereum nutzen können.
- Oscar Thorne arbeitet seit ca. einem Jahrzehnt im Krypto‑Bereich mit Fokus auf Privatsphäre und Protokoll‑Design (Status, R&D Labs). Er schrieb ein Buch über Beweissysteme und entwickelte Tooling für clientseitiges Proving.
- Gemeinsam starteten sie die Institutional Privacy Task Force bei der Ethereum‑Stiftung, die nun als ETH Systems ausgegründet wurde.
- Interdealer‑Kompression: Eine Tier‑1‑Investmentbank möchte ihre Trades ohne einen teuren Dritten netten – dies erfordert Privatsphäre auf einem gemeinsamen Zustandsraum wie Ethereum.
- Private Zahlungen mit vier Akteuren: In manchen Ländern sind neben Sender und Empfänger auch Prüfer und die Regierung als Teilnehmer vorgeschrieben. Eine solche Konstellation konnte jahrelang nicht performant und privat abgebildet werden – ETH Systems hat eine Lösung gefunden.
- Massive Skalierung: Ein Projekt könnte in einem ganzen Land mit zig Millionen Nutzern ausgerollt werden.
- Viele Lösungen sind derzeit noch maßgeschneidert, weil Institutionen spezifische rechtliche und geschäftliche Anforderungen haben.
- Ziel ist es, daraus generische Bausteine zu extrahieren, die als Open‑Source‑Bibliotheken und als ein wiederverwendbarer Stack bereitgestellt werden.
- ETH Systems verfolgt einen zweigleisigen Ansatz: geschäftsgetrieben (um Institutionen direkt zu helfen) und Open‑Source (um die gesamte Ethereum‑Community zu stärken).
- ETH Systems ist ein For‑Profit‑Unternehmen – nötig, um nachhaltig zu finanzieren und als vertrauenswürdiger Vertragspartner für Institutionen auftreten zu können.
- Die Nachfrage ist massiv und inbound – Institutionen kommen aktiv auf sie zu, weil sie das Potenzial von DeFi sehen, aber Privatsphäre und Compliance benötigen.
- Viele Engagements dauern 18–24 Monate, daher sind die ersten Produkte noch in der Entwicklung.
- Finanzinfrastruktur soll unsichtbar auf der Blockchain laufen: Nutzer können weltweit Aktien handeln, ohne ihre Identität preiszugeben, und trotzdem alle DeFi‑Vorteile (Besitz, Übertragbarkeit, Überprüfbarkeit) genießen.
- Privatsphäre bedeutet nicht Verstecken, sondern selektive Offenlegung – Aggregate wie TVL oder Handelsvolumen bleiben sichtbar, während einzelne Transaktionen privat sind.
- Die Brücke zwischen Cypherpunks und Institutionen ist schmaler als gedacht: Beide wollen Zensurresistenz, Sicherheit und Offenheit – sie sprechen nur unterschiedliche Sprachen.
- DeFi‑Protokolle sollen offen für Anpassungen sein – ETH Systems sucht den Austausch, um Produkte für institutionelle Nutzer zu modifizieren.
- Open‑Source‑Beiträge sind willkommen: Das Team veröffentlicht regelmäßig Write‑ups und Marktanalysen; wer etwas beiträgt, kann von der hohen Aufmerksamkeit der Banken profitieren.
- Es braucht ein besseres Verständnis der Anforderungen von Institutionen – und einen kontinuierlichen Feedback‑Loop zwischen Entwicklern und traditionellen Finanzakteuren.






