
Michael Howell: Schmerz jetzt, Gelddrucken später
Michael Howell, bekannt als der 'Liquiditäts-Pate', analysiert den globalen Liquiditätszyklus und prognostiziert einen scharfen Abschwung bis 2027. Er sieht eine Verschiebung von einer spekulativen Phase hin zu einer turbulenten Marktphase, in der defensive Anlagen wie langlaufende Staatsanleihen gefragt sind. Bitcoin könnte auf 70.000 USD zurückfallen, während Gold durch massive Liquiditätsspritzen der chinesischen Zentralbank gestützt wird. Howell warnt vor den enormen Refinanzierungslasten der nächsten Jahre, die zu einem 'Everything Bust' führen könnten.
Hauptthemen- Liquiditätszyklus: Der Zyklus erreichte Ende 2025 seinen Höhepunkt und befindet sich nun im Abwärtstrend. Derzeit sehen wir eine 'Speculation'-Phase, die bald in 'Turbulence' übergeht.
- Fed und Treasury: Die Fed führt eine 'Reserve Management Purchase'-Politik durch, um Geldmarktstabilität zu gewährleisten. Das Treasury setzt auf kurzfristige Emissionen ('Bill Issuance'), was als 'Treasury QE' bezeichnet wird – ein massiver Liquiditätsimpuls für die Realwirtschaft.
- Renditekurve: Die Renditekurve flacht ab, was auf sinkende Terminprämien und steigende Inflationserwartungen zurückzuführen ist – nicht auf fiskalische Sorgen. Howell erwartet eine weitere Abflachung.
- Asset-Allokation:
- Aktien: Reduzieren, da sich der Zyklus in eine turbulente Phase bewegt. Besonders Technologie und Small Caps stehen unter Druck.
- Anleihen: Langlaufende Staatsanleihen bevorzugt – sie sind das einzige Asset mit 'grünem Licht' für die kommende Phase.
- Kredit: Unattraktiv, Spreads weiten sich bereits.
- Rohstoffe: Nach einem starken Lauf 2025 sollten Positionen reduziert werden.
- Bitcoin: Äußerst liquiditätssensitiv – erwartet einen Rückgang auf 70.000 USD, was als 'Boden' für einen späteren Aufschwung dienen könnte.
- Gold: Sehr bullisch aufgrund der chinesischen Geldpolitik (PBOC-Liquidität hat sich verdoppelt). Gold wird als monetärer Inflationsschutz gesehen.
Howell sieht den Tiefstpunkt des Liquiditätszyklus im zweiten Halbjahr 2027 (möglicherweise früher). Dann erwartert er eine Kehrtwende der Geldpolitik, die zu einem massiven Anstieg risikobehafteter Assets führen könnte – allerdings erst nach weiteren Rücksetzern und 'Schmerzen' im Markt.





