𧏠KI erstellt einen digitalen Zwilling deines Körpers
Dr. Dmitrii Chebanov, ein Computerbiologe am Memorial Sloan Kettering Cancer Center und Chefwissenschaftler bei Holvita, erklĂ€rte in diesem GesprĂ€ch, wie kĂŒnstliche Intelligenz, Genom-Profiling und digitale Zwillinge genutzt werden, um komplexe Gesundheitsdaten in praktische, langfristige Strategien zur Gesundheitsoptimierung umzuwandeln.
đ„ïž Was ist ein digitaler Zwilling?
- Ein digitaler Zwilling ist eine computergestĂŒtzte ReprĂ€sentation einer Person, die auf ihren biologischen und klinischen Daten basiert.
- Mit diesem Modell können Reaktionen des Körpers auf Alltagsgewohnheiten, ErnÀhrung, Bewegung und NahrungsergÀnzungsmittel simuliert werden, bevor man sie an der realen Person ausprobiert. Das spart Zeit und ermöglicht prÀzisere Vorhersagen.
đŻ Holvita: Von der Krebsforschung zur personalisierten Gesundheit
- Dr. Chebanov nutzte digitale Zwillinge ursprĂŒnglich in klinischen Krebsstudien, um die Reaktion von Tumoren auf Medikamente vorherzusagen und die Erfolgsrate der Studien zu verbessern.
- Holvita ĂŒbertrĂ€gt dieses Prinzip auf den einzelnen Menschen und berĂŒcksichtigt die weitaus komplexeren biologischen Prozesse des gesamten Körpers ĂŒber Jahrzehnte hinweg, nicht nur auf eine einzelne Krankheit.
đ§© Die fĂŒnf SĂ€ulen der biologischen Systeme
Um die KomplexitĂ€t des menschlichen Körpers zu bewĂ€ltigen, unterteilt Holvita die Alterungsprozesse in fĂŒnf Hauptsysteme:
- Immunsystem (Abwehrfunktion)
- EntzĂŒndung ("Inflammaging" â chronische, leichte EntzĂŒndung als Alterungsfaktor)
- Proteininteraktionen (z. B. bei Alzheimer oder Krebs)
- ... und weitere Systeme, die durch die Plattform modelliert werden, um gezielt eingreifen zu können.
đ Drei Datenschichten fĂŒr den digitalen Zwilling
Um den digitalen Zwilling zu erstellen, nutzt Holvita drei Hauptdatenschichten:
- DNA (Architektur): Ganzgenom-Sequenzierung wird empfohlen, da sie ein vollstĂ€ndiges und zukunftssicheres Bild der StĂ€rken und Schwachstellen liefert. Neue Erkenntnisse ĂŒber Genvarianten können so jederzeit nachvollzogen werden.
- Dynamische Biomarker (Leistung): Bluttests (z. B. Lipidprofil), Epigenetik (DNA-Methylierung zur Bestimmung des biologischen Alters) und Daten von Wearables zeigen, wie die DNA tatsÀchlich arbeitet.
- Subjektive Marker (Wohlbefinden): TĂ€gliche Symptome wie Energie, SchlafqualitĂ€t, Stimmung und kognitive Leistung werden erfasst. Dies ist die wichtigste Schicht, denn das Ziel ist, dass sich die Person besser fĂŒhlt.
đ Die Holvita-Erfahrung: Messen, Verstehen, Handeln
- Daten verbinden: Der Benutzer verbindet all seine vorhandenen Gesundheitsdaten (Genetik, Bluttests, Wearables, Krankenakte).
- Modell erstellen: Die Plattform baut einen kontinuierlich aktualisierten Gesundheitsmodell auf und bietet einen persönlichen 3-Monats-Strategieplan.
- Interventionen simulieren: Bevor man eine Ănderung vornimmt (z. B. neues Supplement), simuliert das System die langfristigen Auswirkungen (3 Monate bis 10 Jahre), basierend auf den zugrunde liegenden biologischen Mechanismen.
- Fortschritt verfolgen: Ein Dashboard zeigt den aktuellen Status, wĂ€hrend ein KI-Chatbot fĂŒr Fragen zur VerfĂŒgung steht. Nach 3 Monaten wird die Strategie basierend auf neuen Daten angepasst.
đź Zukunftsausblick & Datenhoheit
- Vorausschauend, nicht nur beschreibend: Das langfristige Ziel ist ein prĂ€diktives System, das VerĂ€nderungen (z. B. Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen) erkennt, bevor sie zu Problemen werden.
- Datenhoheit: Holvita legt groĂen Wert auf Datenschutz. Die Nutzer besitzen ihre eigenen Daten und entscheiden, ob sie diese (gegen Bezahlung) fĂŒr Forschungszwecke teilen möchten. Die Daten können zudem an jeden Arzt weitergegeben werden, was eine zentrale, vollstĂ€ndige Gesundheitsakte ermöglicht.
Kernbotschaft: Holvita zielt darauf ab, von der reaktiven Gesundheitsversorgung ("warte, bis etwas kaputt geht") zu einer proaktiven, personalisierten Gesundheitssteuerung zu gelangen, bei der jeder Mensch sein stets aktuelles "Handbuch" fĂŒr den eigenen Körper besitzt.
{