
Bitcoin: Die verkehrte Welt
Einleitung: Die verkehrte Welt von Bitcoin
Der Analyst beschreibt ein paradoxes Gefühl: Während sein makroökonomisches Szenario (steigende Energiepreise, höhere Renditen, stärkerer Dollar) für die meisten Risikoassets zutrifft, verhält sich Bitcoin scheinbar gegenläufig und bricht aus.
Makroökonomischer Rahmen: Die Teufelsschleife
- Steigende Energiepreise: Der Ölpreis steigt treppenförmig an, angetrieben durch geopolitische Spannungen. Dies führt zu höheren Renditen am langen Ende der Zinskurve, da die Fed nicht schnell genug die Zinsen anhebt.
- Die Fed hinterher: Die Fed Funds Rate liegt bei 4%, während die 2-jährige Rendite bei 4,9% notiert. Die Fed ist damit einen vollen Prozentpunkt hinter dem neutralen Zinssatz, was Inflation weiter anheizt und den Dollar stärkt.
- Auswirkungen auf Aktien: Der S&P 500 hat seit August keine neuen Allzeithochs mehr erreicht und zeigt Anzeichen einer Korrektur, typisch für Midterm-Jahre.
Rohstoffe: Gold und Silber unter Druck
- Gold und Silber spüren die steigenden Renditen und den starken Dollar. Sie befinden sich in einem erwarteten Schwächefenster von Mitte September bis Mitte Oktober.
- Eine mögliche Bodenbildung bei Gold wird als höheres Tief oder tieferes Tief gesehen, doch der Bullenmarkt könnte zurückkehren.
Bitcoin: Der Ausbruch trotz widriger Umstände
- Der Widerspruch: Bitcoin ist über das Mai-Hoch ausgebrochen, obwohl die makroökonomischen Bedingungen eigentlich dagegen sprechen. Der Analyst räumt ein, dass er mit seiner Prognose eines Tieffalls falsch lag.
- Technische Signale: Der Goldene Kreuz (Golden Cross) in 2023 und 2019 führte historisch zu einem Dip gefolgt von einer Rallye. Auch jetzt gab es einen Dip und dann einen Ausbruch.
- Unsicherheit: Der wöchentliche Schlusskurs ist entscheidend. Sollte Bitcoin wieder unter 83.000 $ fallen, wäre ein typisches Q4-Tief möglich (muss aber kein tieferes Tief sein).
Fazit: Märkte müssen keinen Sinn ergeben
- DCA-Strategie: Für langfristige Investoren (DCA) spielen kurzfristige Ausbrüche oder Rücksetzer keine Rolle.
- Breakout-Trader: Vorsicht vor falschen Ausbrüchen. Ein erneuter Schluss unter 83.000 $ wäre ein Warnsignal.
- Paradoxon: Bitcoins Stärke trotz steigender Renditen und Dollar ist schwer zu erklären. Der Analyst gesteht ein, dass seine kurzfristige Glaubwürdigkeit leidet und rät, auf den Markt zu hören.






