
Medizinische Whistleblowerin: Was Ihr Arzt nicht weiß, tut Ihnen weh | Dr. Rachel Rubin
Dr. Rachel Rubin, eine Urologin aus den USA, spricht im Interview über ihr Kernthema: Die massive Fehlversorgung von Frauen im Gesundheitswesen, besonders in den Bereichen Sexual- und Hormongesundheit. Ihre zentrale Botschaft ist, dass Ärzte nicht ausreichend ausgebildet sind, um Frauen zu helfen, obwohl es wirksame und günstige Lösungen gäbe. Sie ist "voller Wut", weil dieses Wissen nicht weitergegeben wird.
🔬 Hormongesundheit: Die Biologie hinter dem Problem- Hormone sind entscheidend: Entgegen der landläufigen Meinung sind Hormone (Östrogen, Progesteron, Testosteron) nicht nur für die Fruchtbarkeit, sondern für die gesamte Gesundheit von Frauen essenziell – von Knochen bis Gehirn.
- Testosteron ist nicht nur ein "Männermonopol": Frauen produzieren ebenfalls Testosteron, das für Libido, Erregung und Orgasmus wichtig ist. Der Spiegel sinkt bereits ab Mitte 30.
- Die Antibabypille: Sie kann einen Testosteronmangel verursachen, da die Eierstöcke heruntergefahren werden. Das kann zu Libidoverlust führen.
- "Nicht-Ärztlich fühlend" (NFLM): Viele Symptome wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Konzentrationsstörungen werden oft fälschlicherweise abgetan, haben aber hormonelle Ursachen.
- Die Klitoris wird nicht gelehrt: Das Wort "Klitoris" taucht in den Ausbildungs-Checklisten für Gynäkologen (OBGYNs) heute (2026) nicht auf. Auch die Vulva und weibliche Sexualität sind keine Pflichtthemen.
- Die Orgasmuslücke: Frauen haben deutlich seltener Orgasmen als Männer. Der Grund ist oft mangelnde Aufklärung – viele Frauen glauben, dass der Orgasmus von der Penetration kommt, dabei ist die Klitoris der Schlüssel.
- Schmerzen beim Sex: Bis zu 75% der Frauen erleben irgendwann Schmerzen. Trotzdem wird selten danach gefragt oder eine Ursache gesucht (z. B. Klitorale Adhäsionen = Verklebungen der Klitorisvorhaut).
- Die Lösung: Bildung und Kommunikation: Der Schlüssel liegt darin, die eigene Anatomie zu verstehen und mit dem Partner zu kommunizieren.
- Vaginale Hormone (nicht systemisch!): Ein Wundermittel gegen Harnwegsinfekte (UTI), Schmerzen, Trockenheit und sogar zur Verbesserung von Erregung. Es gibt sie als Creme, Tablette oder Ring. Die Creme ist günstig (ca. 14 USD) und rezeptfrei in Großbritannien.
- Beckenbodenphysiotherapie: Sie kann helfen, wenn die Muskeln zu angespannt oder zu schwach sind.
- Scheduling von Sex: Im Gegensatz zum Spontanitätsmythos kann es in stressigen Zeiten hilfreich sein, sich bewusst Zeit für Intimität zu nehmen (z. B. ein festes Date pro Quartal).
- Hört auf, Euch auf eure eigene Penis-Performance zu konzentrieren (Größe, Härte, Dauer). Das hat wenig mit weiblichem Vergnügen zu tun.
- Seid neugierig und fragt nach: Die wichtigste Frage an die Partnerin ist: "Was macht dir Spaß? Was brauchst du?"
- Erkennt die zwei Arten der Erregung: Männer haben oft spontane Erregung, Frauen häufiger responsive (reagieren auf die Situation). Das ist normal.
- Die Verantwortung teilen: Wenn Frauen keinen Spaß am Sex haben, liegt das selten an einer mangelnden Leistung des Mannes, sondern oft an ungelösten medizinischen oder kommunikativen Problemen.
- Dr. Rubins Aufruf: Sie kämpft dafür, dass jede Frau Zugang zu diesem Wissen hat. Das System versagt, aber die Wissenschaft liefert die Antworten.
- Höchste Zeit für Aufklärung: Die Gesellschaft steckt in einer Sex-Rezession, aber durch Bildung und offene Gespräche kann sich das ändern.
Kernbotschaft: Die Biologie der Frau ist real und wichtig. Wer sie versteht, kann sein Sexualleben und seine Gesundheit revolutionieren.





