
Wenn Alzheimer Typ-3-Diabetes ist: Ist dieser Treibstoff die Lösung? | Dr. Stephen Cunnane
Dr. Stephen Cunnane erklärt das Konzept der "Brain Energy Gap" (Energielücke des Gehirns) als zentrale Ursache für die Alzheimer-Krankheit.
- Das Gehirn als Hybridauto: Es nutzt zwei Kraftstoffe – Glukose und Ketonkörper. Mit zunehmendem Alter sinkt die Fähigkeit, Glukose in die Gehirnzellen zu transportieren, insbesondere in bestimmten Regionen wie dem parietalen Kortex und dem Precuneus.
- Problem: Insulinresistenz im Gehirn: Die Aufnahme von Glukose ist um bis zu 25% reduziert, während die Keton-Aufnahme normal bleibt. Das widerlegt die frühere Annahme, dass die Zellen einfach absterben und keine Energie mehr brauchen.
- Alzheimer als Typ-3-Diabetes: Die Insulinresistenz im Gehirn führt zu einer doppelten Belastung: Die Glukoseaufnahme ist blockiert, und gleichzeitig wird die Produktion von Ketonen aus körpereigenen Fettsäuren durch hohen Insulinspiegel verhindert.
- Unterschiedlicher Transport: Ketone nutzen andere Transporter als Glukose und benötigen weniger Stoffwechselschritte (nur 3 Enzyme), um in den Mitochondrien Energie zu erzeugen.
- Treiber des Keton-Stoffwechsels: Anders als bei Glukose (die nachfragegesteuert ist) wird die Ketonaufnahme im Gehirn direkt durch den Blutspiegel bestimmt. Das macht sie perfekt für therapeutische Ansätze.
- Therapie mit MCT-Ölen: Die Gabe von mittelkettigen Triglyceriden (MCT) erhöht nachweislich die Keton-Aufnahme in betroffenen Hirnregionen und kann die Energielücke verringern.
- Bei gesunder Alterung sinkt der Glukoseverbrauch um 5-6%, vor allem im Frontalkortex – möglicherweise ein Zeichen für höhere Effizienz.
- Bei leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) und Alzheimer ist der Abfall stärker und betrifft andere, tiefer liegende Regionen (Parietalkortex, Precuneus).
- Fazit: Es handelt sich nicht um ein universelles Problem, sondern um einen spezifischen, regionalen Energiemangel, den man durch Keton-Supplemente gezielt ausgleichen kann.
Kernbotschaft: Die "Brain Energy Gap" ist eine behandelbare metabolische Störung – und Ketonkörper (z. B. aus MCT-Ölen) könnten der fehlende Kraftstoff sein, um den kognitiven Verfall zu verlangsamen.
Interview mit Dr. Stephen Cunnane, Experte für Gehirnenergiestoffwechsel






