
Kritik an einem Value-Investing-Ansatz für langfristigen Vermögensaufbau und Zinseszins
In diesem Video wird die Kritik an einer Value-Investing-Strategie zur langfristigen Vermögensbildung analysiert. Der Sprecher verteidigt den aktiven Ansatz gegen typische Argumente der passiven Index-Anhänger.
1. Passives Investieren bewegt den Markt
- Die weit verbreitete Annahme, dass ETFs nur die Besitzerstruktur verändern, nicht die Preise, ist falsch.
- Forschung (Gabaix & Koijen, 2021) zeigt: Märkte sind unelastisch – ein investierter Dollar treibt die Kurse um das 5- bis 10-fache nach oben (z. B. durch Aktienrückkäufe, 401(k)-Pläne).
- Dies erklärt die 15 % pro Jahr der letzten Dekade – paradoxerweise ein Vorteil für passive Anleger, solange die Zuflüsse anhalten.
2. Bewertungen sind langfristig relevant
- Der CAPE-Ratio (aktuell ca. 40) war bereits 2022 bei 28, der Markt stieg trotzdem um 86 %. Kurzfristig scheinen Bewertungen unwichtig.
- Historisch folgten auf solche Spitzenwerte jedoch realen Verlusten von 60 % über ein Jahrzehnt (z. B. 1929, 2000). Niedrige CAPE-Werte (1950er, 1982) führten zu Boomphasen.
- Auch die Dividendenrendite des S&P 500 liegt bei 1 % (historischer Durchschnitt: 4 %) – ein Warnsignal.
3. Die Herausforderung, außergewöhnliche Aktien zu finden
- Nur 4 % aller Aktien erzeugen den gesamten langfristigen Vermögenszuwachs des Marktes.
- Analogie: Wer zu den 4 % Top-Investoren gehören will, muss hart arbeiten (7–10 Stunden pro Woche, Lesen, Verstehen von Graham & Dodd).
- Historische Belege: Warren Buffetts Ansatz funktioniert seit 1984 und davor.
4. Risiko von Marktcrashs unterschätzt
- Aktuelle Bewertungen deuten auf negative reale Renditen von −7 % bis −8 % über die nächsten 7 Jahre hin.
- Alternative: Staatsanleihen bieten heute reale positive Renditen (z. B. 4,6 % p. a.). Wer seine Ziele erreicht, braucht kein Aktienrisiko.
- Historische Crashs (50 % Verlust) treten etwa alle 25 Jahre auf (2009, 2002, 1974). Der S&P 500 befindet sich aktuell in einer Zwei-Sigma-Übertreibung – alle 26 vergleichbaren Fälle endeten mit Mittelwert-Rückkehr.
5. Fazit: Jeder Anleger muss seinen Weg wählen
- Passives Investieren ist in Ordnung, aber man sollte die Risiken eines Einbruchs realistisch einschätzen können.
- Der Sprecher bietet Inhalte für diejenigen, die zu den 4 % gehören wollen und bereit sind, aktiv zu arbeiten.
- Wichtig: Niemandem blind vertrauen – eigene Entscheidungen treffen.






