
DAX: Relative Schwäche 2026 - deswegen sind andere Indizes stärker
In diesem Interview mit Julius Weiß von der HSBC wird die relative Schwäche des DAX im Jahr 2026 analysiert. Der DAX hinkt sowohl deutschen Nebenwerten (MDAX, SDAX) als auch internationalen Indizes (S&P 500, Nikkei) hinterher.
Die Fakten:
- Performance: Der DAX liegt seit Jahresbeginn im Minus und hat in den letzten 12 Monaten nur rund 3-4 % zugelegt. Zum Vergleich: Der MDAX und SDAX performten deutlich besser.
- Internationaler Vergleich: Besonders krass ist der Unterschied zu US-Indizes (Nasdaq, S&P 500) und dem japanischen Nikkei, die stark von Technologie- und KI-Aktien getrieben werden.
Ursachen für die Schwäche:
- Strukturelle Belastung: Der DAX ist stark von exportorientierten, zyklischen Unternehmen geprägt (Automobil, Chemie).
- Globale Risiken: Schwache Konjunktur in China, Zoll-Diskussionen, hohe Energiepreise und -versorgung belasten diese Branchen besonders.
- Fehlende Tech-Komponenten: Im Gegensatz zu anderen Indizes fehlen dem DAX die großen Technologie- und KI-Titel, die aktuell die Kurse treiben.
Blick nach vorn: Strategien für Anleger
Julius Weiß sieht die wichtigsten Faktoren für die zukünftige Entwicklung des DAX in der globalen Konjunktur, der Zollpolitik und den Energiepreisen. Um auch in einem Seitwärtsmarkt zu profitieren, schlägt er Discount-Zertifikate vor:
- Funktionsweise: Diese Papiere haben eine feste Laufzeit (z.B. bis Jahresende) und einen begrenzten Gewinn, bieten aber einen Verlustpuffer.
- Attraktive Konditionen: Bei einer Seitwärtsbewegung des DAX sind Renditen um die 10 % p.a. möglich. Der Verlustpuffer liegt bei 6-7 %, d.h. der DAX kann moderat fallen, ohne dass das Zertifikat Verluste macht.
- Risiken: Der Gewinn ist gedeckelt. Bei einem sehr starken Kursverfall des DAX treten auch Verluste ein. Zudem ist das Emittentenrisiko zu beachten.
Fazit: Der DAX leidet unter strukturellen Nachteilen. Discount-Zertifikate bieten eine taktische Möglichkeit, um in dieser Seitwärtsphase Renditen zu erzielen, ersetzen aber nicht die Direktanlage und bergen eigene Risiken.






