
Hat Fellow den Hausgebrauch verändert? Oder nur eine weitere Prosumer-Maschine? ES1 Vollständiger Testbericht
Lance Hedrick testet die neue Fellow ES1 Espressomaschine und bewertet, ob sie den Hype wert ist. Fellow, bekannt für Ästhetik und Funktion (z. B. EKG-Kessel, Ode-Mühle), will mit der ES1 ein vielseitiges Ökosystem für Kaffeeliebhaber schaffen.
Design & Verarbeitung
- Materialmix: Hauptkorpus aus kunststoffbeschichtetem Metall, viel Kunststoff (Gehäuse, Wassertank, Abtropfschale) – lookt hochwertig, fühlt sich aber nicht so an wie Vollmetall.
- Bedienelemente: Runder Bildschirm (umstritten wegen Lesbarkeit), drei „Klaviertasten“, Drehregler (ähnlich wie bei Fellow-Kessel).
- Dampfdüse: Isoliert, thermische Sonde für automatische Abschaltung, voll beweglich.
- Siebträger: Standard-E61-kompatibel, aber mit großem Überhang – Lance bemängelt das Design als klobig, besonders bei normalen Körben.
Technische Innovation: „Boosted Boiler“
- Kernstück: Kombination aus Kessel (als Wärmespeicher), Durchlauferhitzer und aktiv beheiztem Brühkopf – ermöglicht 2 Minuten Aufheizzeit statt 30+ Minuten bei E61.
- Temperaturstabilität: Extrem präzise (±0,3 °C) über mehrere Bezüge hinweg – übertrifft viele Konkurrenten in dieser Preisklasse.
- Dampf & Heißwasser: Separat vom Kessel – Dampf in 3–5 Sekunden, Heißwasser für Tee/Matcha variiert je nach Menge.
Druckprofilierung & App
- Druckprofile: Bis zu 10 Stufen für Espresso (z. B. Hebel-, Slayer-Stil). Wichtig: zeitbasiert, nicht durchflussbasiert – das erfordert Einarbeitung für jedes neue Bohnenprofil.
- App-Steuerung: Intuitiv, mit Community-Profilen (z. B. „Blooming Espresso“) und Fellow Drops. Limitationen: Automatik-Volumetrik nur bis 1:5 (Lance fordert 1:10 oder feinere Abstufungen).
- Zukunftspotenzial: Durchflussprofilierung nicht freigegeben wegen Komplexität – Lance hofft auf spätere Updates.
Kaffeequalität & Workflow
- Im Test: Helle und dunkle Röstungen, „Low Contact“ (Schnellbrühung) und „Soup“ (Verlängerter). Lance und sein Kollege Ugo vergeben hervorragende Noten (8,7–9,3 von 10).
- Milchschaum: Dampfdüse ermöglicht fast freihändiges Aufschäumen mit präziser Temperaturkontrolle – Latte Art möglich, aber Pflege der Sonde notwendig.
- Langlebigkeit: Fellow garantiert 5 Jahre durch Dauertests, aber Service ist kompliziert (viele Schrauben, enge Bauweise). Garantieverlängerung für 149 € empfohlen.
Fazit: Preis vs. Leistung
- Preis: 1.500 €. Konkurrenz: Breville Dual Boiler, Lelit Elizabeth – bieten weniger Flexibilität bei Profilen und längerer Aufheizzeit.
- Stärken: Temperaturstabilität, Aufheizzeit, Druckprofile, Dampfleistung, App-Integration, kompaktes Design.
- Schwächen: Materialmix (viel Kunststoff), Service-Komplexität, automatische Volumetrik zu grob, kein Durchfluss-Profiling (aktuell).
- Zielgruppe: Ideal für enthusiastische Einsteiger, die Milchgetränke lieben und experimentieren wollen – nicht für absolute Minimalisten oder Puristen.
Lance‘ abschließender Rat: „Die ES1 ist ein innovatives Gerät mit Killer-Features – aber für reine Milchkaffees reicht ein günstigeres Bambino. Sie glänzt bei mittleren bis hellen Röstungen mit Milchschaum-Workflows. Falls du langlebiges Vollmetall willst: Spare auf eine Decent oder warte auf eine mögliche Metal-Version von Fellow.“






