
Vielleicht die beste Mühle, die wir je getestet haben – mit einem Ärgernis
Die 100. getestete Mühle – und sie hat die Tester Benjamin und Michel enorm beeindruckt. Die P80 liefert eine unfassbar schmale Partikelverteilung (Hauptpeak um 100 µm), die vor allem bei hellen Röstungen für eine sensationelle Klarheit, Eleganz und einen überraschend schweren Körper sorgt. Auch mittlere bis dunkle Röstungen gelingen hervorragend – mit süßen, nussigen Noten und einer strukturierten Tasse.
Technische Highlights
- 80 mm Mahlscheiben (hier: SSP 800 Burrs) für hohe Geschwindigkeit (~9 s für 18 g bei 1100 U/min)
- Leise (82,9 dB) und minimale Retention (max. 0,2 g – temporär + permanent)
- Variable Drehzahl (300–1700 U/min) über externen Regler
- Ionisierer reduziert statische Aufladung; dennoch wird ADT/Wasserspray empfohlen
- Einfache Reinigung durch abnehmbaren Dosierring
Der große Kritikpunkt: Mahlgradeinstellung
Die Skala ist viel zu grob und die Markierungen ungleichmäßig verteilt. Zwischen zwei vertikalen Linien liegen 8–10 s Brühzeit – das macht präzises Einstellen fast unmöglich. Die Tester müssen oft fotografieren und zwischen den Linien arbeiten. „Das reduziert die unglaubliche Präzision dieser Mühle massivst.“
Espresso-Potenzial & Anwenderhinweise
- Hervorragend für helle, komplexe Kaffees – mit etwas Übung auch für dunkle Röstungen
- Setzt ein gutes Extraktionsverständnis und eine saubere Puck-Vorbereitung voraus → keine Anfängermühle
- Der integrierte Klopfer ist funktional, der Dosierbecher dagegen sehr gut verarbeitet
- Besonders empfehlenswert in Kombination mit Maschinen, die Flow‑ oder Druckprofiling ermöglichen
Fazit
Die Option O Lagoon P80 gehört zu den besten je getesteten Mühlen. Ihre Partikelverteilung und der daraus resultierende Geschmack sind exzeptionell. Die mangelhafte Grind‑Einstellung trübt das Gesamtbild jedoch spürbar. Wer bereit ist, sich intensiv mit der Mühle auseinanderzusetzen, wird mit exorbitant guten Espressi belohnt.






