
Wo stehen wir heute beim Investieren? 15% pro Jahr als nächstes? Oder 80% Crash?
Der S&P 500 hat seit 2009 eine 10-fache Rendite erzielt, und die Bewertungen (KGV von 20) erscheinen nicht übermäßig hoch. Die Gewinne der Unternehmen steigen, und die Margen sind historisch hoch. Doch Vorsicht: Die erwarteten Gewinnwachstumsraten von über 30% in den nächsten Jahren sind übertrieben – in den letzten fünf Jahren lag das reale Wachstum bei nur 6% pro Jahr, und das ohne Rezession.
Die größten Risiken- Bewertungsnormalisierung: Das aktuelle KGV von 26–29 liegt weit über dem historischen Durchschnitt von 15. Nur mit der Dotcom-Blase vergleichbar. Steigende Zinsen (10-jährige US-Anleihen nahe 5%) könnten die Aktienbewertungen drücken.
- Gewinnnormalisierung durch KI-Verzerrungen: KI treibt das gesamte Wachstum, aber viele Gewinne basieren auf zirkulären Finanzierungen (z. B. Nvidia investiert in Kunden, die dann Chips kaufen). Sobald Abschreibungen und Wertminderungen wirksam werden, könnten die Gewinne einbrechen.
- KI-Blase: Investitionen von 400 Mrd. US-Dollar (2025) und 800 Mrd. (2026) sind enorm. Die Rendite ist ungewiss – ähnlich wie beim Internet könnte es zu einer Kommoditisierung mit Preiskriegen kommen. Elon Musk warnt, dass China aufgrund der Bevölkerungsgröße führend werden könnte.
- Schuldenzyklus: Die US-Staatsverschuldung steigt rasant, die Zinszahlungen haben sich von 0,5 auf 1,2 Billionen US-Dollar erhöht. Ray Dalio prognostiziert eine Schuldenkrise in 3 Jahren (±2). Ein KGV über 80% bremst das Wirtschaftswachstum.
- Möglicher Crash: Sollten sich alle Faktoren umkehren (Bewertungen −50%, Gewinne −50%, Schuldenprobleme), könnte der Markt um 80% einbrechen – ähnlich wie nach der Dotcom-Blase.
- Bull Case: Weiterhin 15% pro Jahr durch Kapitalflüsse (2 Billionen US-Dollar netto pro Jahr) – solange die Blase nicht platzt.
- Bär Case: 80% Crash, der den Markt auf das Niveau von 2013 zurückwerfen könnte.
- Empfehlung: Absicherung durch Tail-Risk-Hedging (2% des Portfolios für Optionen mit asymmetrischer Rendite) oder einfache Put-Optionen (6% Kosten, schützen vor Verlusten).
- Value-Investing-Ansatz: Kaufe Unternehmen mit starken Cashflows, Dividenden und Sicherheitsmarge. Beispiele: günstige Aktien wie britische Hausbauer (−80%) oder früher Archer-Daniels-Midland.
- Langfristiger Fokus: Auch bei einem Crash von 60% (wie 2008) solltest du dein Vermögen durch substanzstarke Unternehmen schützen und weiter vermehren.
Die Märkte stecken in einer gefährlichen Übertreibung. Du kannst weiterhin 15% pro Jahr verdienen – aber das Risiko eines 80%-Crashs ist real. Werte dich ab, investiere in Qualität und sei mental und strategisch auf einen Umschwung vorbereitet. Nicht die Frage ist ob, sondern wann die Korrektur kommt.






