
Kann Stressabbau tatsächlich das biologische Alter umkehren? | Dr. Martin Picard
Dr. Martin Picard, Leiter des Mitochondrial Psychobiology Lab, zeigt auf, dass Stress nicht nur schädlich ist, sondern dass die Fähigkeit zur Erholung der Schlüssel für Langlebigkeit ist. Der Körper besitzt eine angeborene Heilungsfähigkeit, die durch Ruhephasen aktiviert wird.
Wichtige Erkenntnisse aus dem Gespräch:- Graue Haare sind reversibel: Ergrauen hängt mit Stress zusammen, kann sich aber zurückbilden – ein sichtbares Beispiel für die Flexibilität des Alterns.
- Allostatische Last: Chronische Antizipation von Stress kostet Energie und führt zu Verschleiß. Die Lösung liegt nicht in der Vermeidung von Stress, sondern in bewussten Ruhe- und Regenerationsphasen.
- Mitochondrien im Fokus:
- Stress (z.B. durch Cortisol) erhöht den Energieverbrauch von Zellen um bis zu 60%.
- Bei chronischem Stress werden Reparaturprozesse wie DNA-Reparatur und Telomererhalt vernachlässigt, was das Altern beschleunigt.
- Hypermetabolismus alternder Zellen raubt dem Körper Energie, ähnlich wie bei Krebs oder Sepsis.
- Geist-Körper-Verbindung: Emotionen und Gedanken beeinflussen direkt die Mitochondrien – z.B. durch Cortisol, Blutzuckerspiegel und mitochondriale DNA-Austritte, die Entzündungen fördern.
- Praktische Schritte: Achtsamkeit, Meditation und Bewegung helfen, im Moment zu sein und dem Körper Heilung zu ermöglichen. Nicht Stressfreiheit, sondern Erholungszeiten sind entscheidend.
- Marker für mitochondrialen Stress: GDF15 (Wachstums-Differenzierungsfaktor 15) gilt als Indikator für energetischen Stress – im Ruhezustand sollte er niedrig sein.
Dr. Picard ermutigt, nicht passiv Stress zu vermeiden, sondern aktiv Zeit für Erholung einzuplanen. Der Körper heilt sich selbst, wenn wir ihm die Chance geben – das ist die Grundlage für eine gesunde Lebensspanne.





