
Coin Bureau|19. Aug.
Wall Street versteckt die KI-Schuldenbombe (wieder wie 2008)
Das Kernproblem: Wertverfall von GPUs vs. langfristige Schulden
- GPUs verlieren rasant an Wert: Ein Nvidia H100-Chip kostete Anfang 2024 noch ca. 8 $ pro Stunde Miete, Ende 2025 nur noch 2–3 $. Das ist ein Rückgang von 50–70 % in unter zwei Jahren. Nach drei Jahren sinkt der Wiederverkaufswert auf etwa die Hälfte.
- Schulden laufen über Jahrzehnte: Die Finanzierungen für KI-Infrastruktur haben Laufzeiten von 5, 10, 15 Jahren – ein Vehikel für Metas Hyperion-Campus wird erst 2049 fällig.
- Off-Bilanz-Finanzierungen: Firmen wie Meta, Oracle und Anthropic nutzen spezielle Zweckgesellschaften (SPVs), um die Schulden von ihrer Bilanz fernzuhalten. Beispiel: Big Net Investors LLC (Meta) – 27 Mrd. $ Schulden, besichert durch Mietzahlungen, aber nicht in Metas Bilanz.
- Private Credit explodiert: Von nahezu Null auf über 200 Mrd. $ ausstehender Kredite an KI-Firmen. Die fünf größten Hyperscaler haben allein 2025 121 Mrd. $ an Unternehmensanleihen begeben – das Vierfache des Vorjahresdurchschnitts.
- Verbriefung wie 2006: Strukturierte Finanzprodukte (z. B. forderungsbesicherte Wertpapiere) werden emittiert, bei denen die Bonitätseinstufung vom zahlenden Mieter abhängt, nicht vom eigentlichen Vermögenswert (GPU). Moody‘s stufte ein CoreWeave-Darlehen herab, weil der Endkunde schwächer war.
- Bitcoin-Miner wandeln sich zu KI-Vermietern: Sie schließen langfristige Leasingverträge (12–20 Jahre) ab, um zu überleben, weil die Mining-Kosten (75.000–88.000 $ pro Bitcoin) oft über dem Preis liegen. Sie haben bereits über 70 Mrd. $ an KI-Verträgen gemeldet und verkauften dazu Tausende Bitcoins.
- Dramatischer Hebel: Die Miner finanzieren ihre Umrüstung (8–15 Mio. $ pro Megawatt) mit hochverzinslichen Schulden, besichert durch GPUs, deren Wert rapide fällt. Core Scientific verlor im ersten Quartal 2026 347 Mio. $ – trotz wachsendem KI-Geschäft.
- Kettenreaktion möglich: Wenn GPU-Werte schneller fallen als die Schulden umgeschuldet werden können, treffen die Verluste zuerst die Miner – und die sind börsennotiert und direkt in Portfolios.
- Kreditausfallversicherungen (CDS) schießen in die Höhe: CoreWeave‘s CDS implizierten im Juli 2026 eine 50 %ige Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb von fünf Jahren, während einzelne Anleihen-Tranchen noch Investment-Grade-Rating hatten. Michael Burry warnte vor „parabolischen“ CDS auf Nvidia.
- Moody‘s schlägt Alarm: Die KI-Ausgaben bedrohen die Bonität von Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta, Oracle und CoreWeave. Diese Firmen haben zusammen 460 Mrd. $ direkte Schulden und 1,2 Billionen $ an Leasingverpflichtungen.
- US-Senatoren fordern Regulierung: Im Januar 2026 baten vier Senatoren die Aufsicht um Prüfung der undurchsichtigen Schuldenmärkte.
- Die Struktur ist so angelegt, dass Verluste nicht bei den großen Hyperscalern, sondern bei den schwächsten Gliedern in der Kette landen – den Minern und ihren Anlegern.
- Der KI-Boom muss nicht platzen; es reicht, wenn die Hardware schneller altert als die Schulden getilgt werden. Dann gibt es „look out below“.






