
Die Fed hält die Zinsen stabil | Der Anleihemarkt revoltiert
Die Federal Reserve hat die Leitzinsen bei 3,75 % belassen – entgegen der Erwartungen einiger Banken, aber im Einklang mit den Marktprognosen. Diese Zurückhaltung löst eine Revolte der Anleihemärkte aus: Die langfristigen Renditen steigen, da die Anleger eine unzureichende Inflationsbekämpfung befürchten.
Reaktionen an den Märkten- Die 30-jährige Rendite durchbricht die Marke von 5,2 % – ein Niveau, das seit Oktober 2023 nicht mehr erreicht wurde.
- Die 10-jährige Rendite steigt ebenfalls und könnte auf das Niveau vom Oktober 2023 zurückkehren.
- Der ETF TLT (langlaufende US-Staatsanleihen) nähert sich den Tiefstständen von Oktober 2023.
- Trotz gesunkener Ölpreise bleibt die Energieinflation unsicher – der Energiesektor (XLE) notiert nahe seinen Hochs.
- Der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil: Kaum Entlassungen, niedrige Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (187.000 – ein Fünf-Jahrzehnte-Tief).
- Sollte der Arbeitsmarkt wieder anziehen, droht ein Anstieg der Lohninflation, was die Gesamtinflation erneut befeuern könnte.
- In den 1970er Jahren fiel die Inflation von 7 % auf 6,2 %, nur um später auf 14 % zu steigen – ein warnendes Beispiel.
- Die neutrale Rate (geschätzt anhand der 2-jährigen Rendite) ist gestiegen: Lag sie im März noch bei 3,4 %, liegt sie nun über dem Leitzins von 3,75 %. Damit ist die Geldpolitik nicht mehr restriktiv – trotz unveränderter Zinsen.
- Marktteilnehmer rechnen nun mit 43 % Wahrscheinlichkeit für stabile Zinsen bis September (zuvor 23 %).
- Der Sprecher hält eine Zinserhöhung im September für wahrscheinlich – die Fed folgt oft der 2-jährigen Rendite.
- Eine Zinserhöhung wäre politisch weniger schädlich als eine unkontrollierte Inflation, die bei Wahlen traditionell zu Verlusten der Amtsinhaber führt.
- In den Midterm-Jahren 2014, 2018 und 2022 fiel der S&P 500 jeweils um 10–20 % – beginnend im August/September.
- Ein ähnlicher Rückgang ist jetzt möglich, getrieben durch steigende Anleiherenditen.
- Bitcoin könnte im Oktober 2024 einen Zyklusboden erreichen – parallel zum damaligen Hoch der 10-jährigen Rendite.
Die Weigerung der Fed, die Zinsen zu erhöhen, zwingt den Anleihemarkt zu einer Korrektur. Steigende Renditen belasten riskante Anlagen und könnten zu einer 10-20%igen Aktienkorrektur führen. Sollte die Fed im September die Zinsen anheben, wäre das ein positives Signal im Kampf gegen die Inflation – auch wenn es kurzfristig Schmerzen an den Märkten bedeutet.






