
Finanzfluss|23. Aug.
Was passiert im WORST CASE mit deinem MSCI World ETF?
Einleitung
- Dieses Video analysiert die Worst-Case-Szenarien für deinen MSCI World ETF und zeigt, dass in den meisten historischen Fällen das Geld der Anleger nicht dauerhaft verloren war.
- Sondervermögen: Das Fondsvermögen ist getrennt vom Vermögen des ETF-Anbieters. Bei einer Pleite bleibt dein Geld geschützt.
- Beispiel Lehman Brothers: Die Fondsgesellschaft wurde verkauft, die Anleger verloren nichts. Verluste gab es nur bei Zertifikaten (Schuldverschreibungen).
- Wichtig: In Europa sind ETFs per Gesetz Sondervermögen, ETNs dagegen nicht.
- Eigentum: Deine Wertpapiere gehören dir, der Broker verwaltet sie nur. Bei einer Pleite kannst du sie zu einem anderen Broker übertragen.
- Beispiele:
- Bowfor Securities (UK): Chaotische Insolvenz, aber fast alle Positionen gefunden.
- Phoenix Kapitaldienst (DE): Betrug (Schneeballsystem). Anleger bekamen 90% der Forderung (max. 20.000 €) aus der Einlagensicherung plus 36% aus der Insolvenzmasse – allerdings erst nach 10 Jahren.
- Missverständnis: Die 100.000 € Einlagensicherung gilt nur für Girokonten. Bei Wertpapieren greift eine reduzierte Sicherung (90% bis 20.000 €) nur bei Betrug.
- Kein Kapitalverlust, aber ein steuerliches Ereignis: Gewinne werden vorzeitig versteuert, was die Rendite schmälert.
- Beispiel: Amundi schloss nach Übernahme von Lyxor mehrere ETFs.
- Du kannst dich nicht dagegen schützen, aber solche Ereignisse sind selten.
- Historische Worst Cases:
- Lisa (fiktiv): 50.000 € im Jahr 2000 investiert → nach Dotcom-Crash und Finanzkrise über 10 Jahre rund -58 %. Fehler: Geld für kurzfristiges Ziel (Immobilie) investiert.
- Deutschland 1913–1948: Drawdown bis -70 % (Kriege, Hyperinflation, Währungsreform). Zusätzlich verloren viele Anleger ihr Eigentum, weil Papieraktien zerstört wurden oder nicht nachweisbar waren.
- Japan 1989–heute: Drei verlorene Jahrzehnte mit einem Maximalverlust von -60 %. Erholung dauerte über 30 Jahre.
- Lehre: Nur Geld investieren, das du 10–15 Jahre nicht brauchst. Weltweite Diversifikation hilft (Beispiel: US-Aktien in der deutschen Krise besser).
- In lang anhaltenden Krisen (Japan, Dotcom-Crash) kann ein Sparplan positive Renditen erwirtschaften, weil du günstig nachkaufst.
- Rechenbeispiel:
- Einmalanlage 50.000 € in Japan nach 30 Jahren: 0 % Rendite.
- Gleicher Betrag per Sparplan über die Zeit: 4 % Rendite pro Jahr.
- Lisa hätte mit einem Sparplan eine jährliche Rendite von 6 % erzielt statt Verlust.
- Achtung: Langfristig ist eine Einmalanlage meist besser, da Kurse tendenziell steigen. Die genannten Beispiele sind Ausnahmen.
- Worst-Case-Szenarien sind möglich, aber selten.
- Schutzmaßnahmen: Auf Sondervermögen achten, Depotunterlagen sicher aufbewahren, langfristig investieren, Sparplan nutzen.
- Zusätzliche Ressource: Video zur Analyse Einmalanlage vs. Sparplan.






