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Neueste Analysen(7)

Was passiert im WORST CASE mit deinem MSCI World ETF?
Finanzfluss|23. Aug.

Was passiert im WORST CASE mit deinem MSCI World ETF?

Einleitung
  • Dieses Video analysiert die Worst-Case-Szenarien für deinen MSCI World ETF und zeigt, dass in den meisten historischen Fällen das Geld der Anleger nicht dauerhaft verloren war.
1. Pleite des ETF-Anbieters (Emittent)
  • Sondervermögen: Das Fondsvermögen ist getrennt vom Vermögen des ETF-Anbieters. Bei einer Pleite bleibt dein Geld geschützt.
  • Beispiel Lehman Brothers: Die Fondsgesellschaft wurde verkauft, die Anleger verloren nichts. Verluste gab es nur bei Zertifikaten (Schuldverschreibungen).
  • Wichtig: In Europa sind ETFs per Gesetz Sondervermögen, ETNs dagegen nicht.
2. Pleite des Brokers
  • Eigentum: Deine Wertpapiere gehören dir, der Broker verwaltet sie nur. Bei einer Pleite kannst du sie zu einem anderen Broker übertragen.
  • Beispiele:
    • Bowfor Securities (UK): Chaotische Insolvenz, aber fast alle Positionen gefunden.
    • Phoenix Kapitaldienst (DE): Betrug (Schneeballsystem). Anleger bekamen 90% der Forderung (max. 20.000 €) aus der Einlagensicherung plus 36% aus der Insolvenzmasse – allerdings erst nach 10 Jahren.
  • Missverständnis: Die 100.000 € Einlagensicherung gilt nur für Girokonten. Bei Wertpapieren greift eine reduzierte Sicherung (90% bis 20.000 €) nur bei Betrug.
3. Schließung oder Zusammenlegung von ETFs
  • Kein Kapitalverlust, aber ein steuerliches Ereignis: Gewinne werden vorzeitig versteuert, was die Rendite schmälert.
  • Beispiel: Amundi schloss nach Übernahme von Lyxor mehrere ETFs.
  • Du kannst dich nicht dagegen schützen, aber solche Ereignisse sind selten.
4. Kursschwankungsrisiko (Marktrisiko)
  • Historische Worst Cases:
    • Lisa (fiktiv): 50.000 € im Jahr 2000 investiert → nach Dotcom-Crash und Finanzkrise über 10 Jahre rund -58 %. Fehler: Geld für kurzfristiges Ziel (Immobilie) investiert.
    • Deutschland 1913–1948: Drawdown bis -70 % (Kriege, Hyperinflation, Währungsreform). Zusätzlich verloren viele Anleger ihr Eigentum, weil Papieraktien zerstört wurden oder nicht nachweisbar waren.
    • Japan 1989–heute: Drei verlorene Jahrzehnte mit einem Maximalverlust von -60 %. Erholung dauerte über 30 Jahre.
  • Lehre: Nur Geld investieren, das du 10–15 Jahre nicht brauchst. Weltweite Diversifikation hilft (Beispiel: US-Aktien in der deutschen Krise besser).
5. Schutz durch Sparpläne
  • In lang anhaltenden Krisen (Japan, Dotcom-Crash) kann ein Sparplan positive Renditen erwirtschaften, weil du günstig nachkaufst.
  • Rechenbeispiel:
    • Einmalanlage 50.000 € in Japan nach 30 Jahren: 0 % Rendite.
    • Gleicher Betrag per Sparplan über die Zeit: 4 % Rendite pro Jahr.
    • Lisa hätte mit einem Sparplan eine jährliche Rendite von 6 % erzielt statt Verlust.
  • Achtung: Langfristig ist eine Einmalanlage meist besser, da Kurse tendenziell steigen. Die genannten Beispiele sind Ausnahmen.
Fazit
  • Worst-Case-Szenarien sind möglich, aber selten.
  • Schutzmaßnahmen: Auf Sondervermögen achten, Depotunterlagen sicher aufbewahren, langfristig investieren, Sparplan nutzen.
  • Zusätzliche Ressource: Video zur Analyse Einmalanlage vs. Sparplan.