
ER KANNTE SEIN WIDERLICHES GEHEIMNIS ... Der Fall Dylan Redwine
Am 18. November 2012 reist der 13-jährige Dylan Redwine gegen seinen Willen zu seinem Vater Mark Redwine nach Vallecito, Colorado. Dylan möchte die Thanksgiving-Ferien lieber bei seiner Mutter Elaine verbringen, doch ein Gerichtsbeschluss zwingt ihn zu dem Besuch. Nur Stunden später ist Dylan verschwunden.
Die letzte Nacht und das Verschwinden
- Dylan landet am Abend des 18. November in Durango und wird von Überwachungskameras mit seinem Vater erfasst.
- Sie fahren gemeinsam zu Mark Redwines Haus. Dylan bittet per SMS seinen Freund Ryan, bei ihm übernachten zu dürfen, doch Mark verbietet es.
- Am nächsten Morgen behauptet Mark, Dylan gegen 7:30 Uhr schlafend auf der Couch gesehen zu haben, bevor er Besorgungen macht.
- Als Mark um 11:30 Uhr zurückkommt, ist Dylan verschwunden – Angelrute und Rucksack fehlen angeblich. Später wird die Angelrute in der Garage gefunden.
- Dylan erscheint nicht zur Verabredung mit Ryan um 6:30 Uhr. Seine Mutter Elaine bekommt ab 22 Uhr keine Antwort mehr auf ihre Nachrichten.
- Mark meldet Dylan um 18:00 Uhr als vermisst.
Die Suche und erste Verdachtsmomente
- Eine großangelegte Suche mit Hunden, Tauchern und Hubschraubern bleibt ergebnislos.
- Mark Redwine beteiligt sich passiv an der Suche und beharrt darauf, dass Dylan freiwillig weggelaufen sei.
- Eine Nachbarin sieht um 2 Uhr morgens das Verandlicht brennen, obwohl Mark angab, zwischen 21:30 und 22 Uhr schlafen gegangen zu sein.
- Ein Suchhund findet auf dem Kissen, auf dem Dylan geschlafen haben soll, keinen Geruch des Jungen.
Der Durchsuchungsbefehl und das Blut
- Am 29. November 2012 wird Marks Haus durchsucht. Luminol zeigt Blutspuren an mehreren Stellen im Wohnzimmer: an der Couch, auf dem Boden, unter einem Teppich, auf einem Zweisitzer-Sofa.
- Das Blut wird eindeutig Dylan zugeordnet.
- Mark ändert seine Erklärung mehrfach: Zuerst behauptet er, Dylan habe eine Lippenverletzung vom Flug gehabt, dann, Dylan habe einen Football ins Gesicht bekommen. Beide Versionen sind widersprüchlich.
Die Leichenspürhündin Molly (August 2013)
- Ein Leichenspürhund schlägt an zahlreichen Stellen im und um Marks Haus an: an der Haustür, im Eingangsbereich, an der Treppe, am Kamin, im Wohnzimmer, im oberen Badezimmer, vor der Waschmaschine, am Garagentor, im Hof und an einem Schuppen.
- Der Hund schlägt auch an Marks Kleidung (Jeans, Sportschuhe, T-Shirt) und seinem Dodge Pickup an – außen, innen auf dem Rücksitz und auf der Ladefläche.
Die Überreste und das Motiv
- Im Frühjahr 2013 werden 8 Meilen von Marks Haus entfernt Dylans Schuh, Kleidungsstücke und Knochen gefunden.
- Am 1. November 2015 wird Dylans Schädel etwa 2 km von der ersten Fundstelle entfernt gefunden. Die Gerichtsmedizin stellt schwere Gewalteinwirkung fest: eine Fraktur durch stumpfe Gewalt und mögliche Schnitt- oder Stichverletzungen.
- Das Motiv für die Tat liegt in einem widerlichen Geheimnis: Während eines Roadtrips 2011 entdecken Dylan und sein Bruder Corey auf Marks Laptop Fotos, die ihren Vater in Frauenunterwäsche und beim Essen von Kot aus einer Windel zeigen.
- Corey sichert die Fotos und konfrontiert Mark Monate vor Dylans Tod damit. Dylan bittet Corey mehrfach, ihm die Fotos zu schicken, vermutlich um Mark zu konfrontieren.
Der Prozess und das Urteil
- Mark Redwine wird im Juli 2017 verhaftet und wegen Mordes zweiten Grades und Kindesmisshandlung mit Todesfolge angeklagt.
- Die Staatsanwaltschaft präsentiert eine starke Indizienkette: die Blutspuren, die Leichenspürhunde-Funde und das Motiv durch die Fotos.
- Die Verteidigung argumentiert, Dylan sei allein im Wald von einem wilden Tier getötet worden (Bär oder Berglöwe).
- Die Jury spricht Mark Redwine nach nur 6,5 Stunden Beratung in beiden Anklagepunkten schuldig.
- Am 8. Oktober 2021 wird er zu 48 Jahren Gefängnis verurteilt.
Fazit: Dylan Redwine wurde 13 Jahre alt. Er musste zu seinem Vater, obwohl er nicht wollte. Die forensischen Beweise, das Verhalten seines Vaters und das schockierende Geheimnis, das Dylan und Corey entdeckten, lassen kaum Zweifel an Marks Schuld.





