
Verbesserung der Flexibilität mit wissenschaftlich gestützten Dehnprotokollen | Huberman Lab Essentials
In dieser Folge von Huberman Lab Essentials erklärt Professor Andrew Huberman die Wissenschaft hinter Flexibilität und Dehnen. Er betont, dass Flexibilität von drei Komponenten abhängt: dem Nervensystem, den Muskeln und dem Bindegewebe. Das zentrale Konzept ist ein Regelkreis: Muskelspindeln (sensorische Neuronen) messen die Dehnung und lösen eine Muskelkontraktion aus, um die Gliedmaßen in einen sicheren Bewegungsbereich zurückzuführen. Die Golgi-Sehnenorgane (GTOs) hingegen verhindern Überlastung, indem sie Muskelkontraktionen blockieren.
- Von-Economo-Neuronen (im Insula-Kortex) spielen eine Schlüsselrolle bei der Schmerz- und Unwohlsein-Toleranz. Sie ermöglichen es, „sich in die Dehnung zu entspannen“ und den Streckreflex (monosynaptischer Dehnungsreflex) bewusst zu überwinden.
- Vier Dehnarten: dynamisch, ballistisch, statisch und PNF (propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation). Statisches Dehnen (30 Sekunden Halten) ist am effektivsten für langfristige Verbesserungen der Bewegungsamplitude.
- Wichtige Erkenntnisse:
- Mindestens 5 Minuten Dehnen pro Woche pro Muskelgruppe (z. B. 2–4 Sätze à 30 Sekunden, 5–7 Tage pro Woche) sind nötig.
- Niedrigintensives Dehnen (30–40 % der Schmerzschwelle) ist effektiver als moderate Intensität (80 %).
- Aufwärmen vor dem Dehnen (z. B. 5–10 Minuten leichte Bewegung) reduziert das Verletzungsrisiko.
- Dehnen nach dem Training (Kraft oder Cardio) ist ideal; statisches Dehnen vor dem Training kann die Leistung einschränken.
- Yoga steigert nicht nur die Flexibilität, sondern auch die Graue Substanz im Insula (Insula-Kortex) und erhöht die Schmerz- und Unwohlsein-Toleranz.
Zitat aus der Studie: „Alle Dehnarten verbessern die Bewegungsamplitude langfristig, aber statische Protokolle zeigten signifikante Vorteile gegenüber ballistischen oder PNF-Protokollen.“






