
Warum JPMorgan Krypto mehr denn je fürchtet
- Am 29. Mai 2026 erklärte JPMorgan-CEO Jamie Diamond dem "Clarity Act" den Krieg und warnte, dass verzinsliche Stablecoins Einlagen abziehen und die Finanzstabilität gefährden würden.
- Er bezeichnete Coinbase-CEO Brian Armstrong öffentlich als "voller Mist" und forderte, dass Krypto-Firmen denselben Regeln unterliegen sollten wie Banken.
- Die American Bankers Association (ABA) startete eine massive Lobbykampagne mit über 8.000 Briefen an den Senat und warnte vor einem möglichen Rückgang der Kreditvergabe um 850 Milliarden US-Dollar.
- Während Diamond öffentlich vor Stablecoins warnt, baut JPMorgan hinter den Kulissen selbst genau diese Produkte auf:
- JPMD: Ein Einlagentoken auf der Base-Blockchain (von Coinbase), der "echtes Bankgeld" überträgt.
- Money MYY: Ein tokenisierter Geldmarktfonds auf Ethereum, der institutionellen Anlegern Rendite bietet.
- JLTXX: Ein zweiter tokenisierter Treasury-Fonds (Mai 2026), der Staatsanleiherenditen an Inhaber weitergibt.
- Die Kinexus-Plattform von JPMorgan hat bereits 1,5 Billionen US-Dollar an kumulativem Volumen verarbeitet. Das Technologiebudget 2026 beträgt 19,8 Milliarden US-Dollar.
- JPMorgan hält 2,68 Billionen US-Dollar an Einlagen, die als günstige Finanzierungsquelle für Kredite dienen (Kredit-Einlagen-Verhältnis: 58 %).
- Wenn Anleger Zinsen auf Stablecoins erhalten (z. B. 3,5 % APY auf USDC), wandern Einlagen ab – und das Bankmodell wird bedroht.
- Eine Studie des Weißen Hauses ergab, dass ein Verbot von Stablecoin-Zinsen die Kreditvergabe nur um 0,02 % steigern würde – der Kampf dient also nicht dem Verbraucherschutz, sondern der Marktbeherrschung.
- Der Clarity Act wurde im Juli 2025 mit breiter Mehrheit verabschiedet, steckt aber im Senat fest – die Verzögerung ist direkt auf den Widerstand der Banken zurückzuführen.
- Polymarket schätzt die Verabschiedungswahrscheinlichkeit auf 59 % (von 82 % im Februar). Senatorin Cynthia Lummis warnt, dass das Fenster bis 2030 geschlossen bleiben könnte, wenn es jetzt scheitert.
- Senator Bernie Moreno bezeichnete die ABA als "Bankenkartell in voller Panik".
- Diamonds aggressive Taktik ist ein Zeichen von Schwäche: Banken fürchten die Disintermediation durch Krypto.
- Der Widerspruch: Diamond warnt vor einer Technologie, die seine eigene Bank aktiv aufbaut und beweist, dass sie funktioniert.
- Die Zukunft des Geldes hängt davon ab, ob Banken die tokenisierte Welt kontrollieren oder ob Krypto-Unternehmen die Nase vorn haben.






