
40 % Energie-Rettung für das alternde Gehirn in klinischer Studie | Dr. Stephen Cunnane
Studiendesign und Zielsetzung
- Die Theorie: Bei leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) entsteht eine "Energielücke" im Gehirn, da die Glukoseaufnahme gestört ist. Die Studie untersucht, ob Ketonkörper diese Lücke schließen können.
- Die Intervention: 30 g mittelkettige Triglyceride (MCT) pro Tag, aufgeteilt in zwei Dosen (15 g zum Frühstück, 15 g zum Abendessen) als Emulsion in fettarmer Milch.
- Die Dauer: Sechs Monate.
- Die Teilnehmer: Menschen mit MCI (Alter >55 Jahre, subjektive Gedächtnisbeschwerden und objektive Defizite in mindestens einem von fünf kognitiven Bereichen). 19–20 Personen pro Gruppe (Placebo vs. Aktiv).
- Primäres Ziel: Verbesserung des Gehirnstoffwechsels (gemessen mit PET-Scans für Glukose- und Ketonaufnahme). Kognitive Tests waren ein sekundäres Ziel, da die Studie nicht darauf ausgelegt war, Alzheimer-Veränderungen nachzuweisen.
Wichtigste Ergebnisse
- Die Energielücke wurde um 30–40 % verringert – jedoch nur kurzzeitig (ca. 15–20 Minuten) nach Einnahme des MCT-Getränks. Über 24 Stunden hinweg lag die Reduktion wahrscheinlich unter 10 %.
- Die Ketonaufnahme ins Gehirn variierte stark zwischen den Teilnehmern.
- Kognitive Verbesserungen (Gedächtnis, exekutive Funktionen, Sprache) waren positiv mit der Verringerung der Energielücke korreliert.
Hintergründe zur MCT-Zusammensetzung
- Das verwendete MCT bestand zu 55 % aus C8 (Caprylsäure, stärker ketogen) und zu 35 % aus C10 (Caprinsäure).
- Die Wahl fiel auf MCT, weil es in Kanada bereits zugelassen war und ein Placebo hergestellt werden konnte – anders als bei Ketonestern oder -salzen.
- Die Dosis wurde aus Verträglichkeitsgründen gewählt; bei höheren Dosen brachen viele Probanden die Studie ab.
Fazit
- Die BENEFIC-Studie lieferte Proof-of-Concept, dass MCT die Energielücke im alternden Gehirn schließen kann.
- Die Dauer der Korrektur ist jedoch begrenzt, was die Wirkung über den Tag hinweg abschwächt.
- Zukünftige Studien könnten mit reinem C8, häufigerer Einnahme oder stabileren Ketonquellen effektiver sein.






