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Das verrückteste V60-Rezept, das ich je ausprobiert habe (Tetsu Kasuya 10 Pour)
Lance Hedrick|10. Juli

Das verrückteste V60-Rezept, das ich je ausprobiert habe (Tetsu Kasuya 10 Pour)

Lance Hedrick testet Tetsu Kasuyas neues 10-Pour-V60-Rezept

In diesem Video stellt Lance Hedrick das aktuelle Rezept des World Brewers Cup Champions Tetsu Kasuya vor, das dieser für 2026 als sein bestes bezeichnet. Es bricht mit dem Trend zu weniger Aufgüssen und setzt auf zehn kleine Pourings bei extrem grobem Mahlgrad.

Die wichtigsten Parameter des Rezepts:

  • Dosis: 20 g Kaffee
  • Verhältnis: 1:15 (300 g Wasser)
  • Wassertemperatur: 95–96 °C
  • Mahlgrad: Sehr grob (ca. 40–45 Klicks auf einer Comandante C40 oder 82 Klicks auf einer 1Zpresso Q2 heptagonal)
  • Ablauf: 30 g Bloom für 30 Sekunden, danach alle 15 Sekunden 30 g Wasser → insgesamt 10 Aufgüsse

Warum dieses Rezept?

  • Kasuya kritisiert den Trend zu weniger Aufgüssen („keine klaren Vorteile“).
  • Der extrem grobe Mahlgrad reduziert Bitterstoffe und Verstopfungen, erfordert aber viele kleine Pourings, um die Extraktion zu gewährleisten.
  • Ziel-TDS: 1,3 % bei einer Gesamtbrühzeit von 3–3,5 Minuten.

Blindverkostung im Vergleich zu Lances Standardrezept (Double Bloom):

  • Beide erreichten fast identische TDS-Werte (1,28 %) und ähnliche Extraktionsausbeuten (<17 %).
  • Lances Rezept (feinerer Mahlgrad, 2 Aufgüsse, 90 °C) lieferte mehr Süße, Körper und eine ausgewogenere Säure.
  • Kasuya‘s 10-Pour zeigte eine helle, aber etwas akrid wirkende Säure – für manche Geschmäcker interessant, aber nicht unbedingt harmonischer.

Fazit:

Das Rezept ist eine spannende Grenzerweiterung, besonders für mittelgeröstete Kaffees geeignet. Es zeigt, dass auch mit sehr grobem Mahlgut gute Ergebnisse möglich sind, wenn man die Kontaktzeit durch viele Aufgüsse verlängert. Die subjektive Präferenz bleibt jedoch stark vom persönlichen Geschmack abhängig.