
Risikoforscher warnt: Darum laufen Aktionäre blind ins Verderben + Deutschlands Staatsversagen
Zusammenfassung: Risikoforscher warnt vor Aktionärsblindheit und Deutschlands Staatsversagen
In diesem Gespräch analysiert Risikoforscher Prof. Dr. Werner Gleisner die aktuellen Risiken für Investoren und Unternehmen. Er warnt vor einer gefährlichen Risikoblindheit vieler Anleger, die nur auf günstige Bewertungskennzahlen (wie KGV) achten, ohne die tatsächlichen Unternehmensrisiken zu berücksichtigen. Für Deutschland zeichnet er ein düsteres Bild: Die Wettbewerbsfähigkeit schwindet, die Bürokratie lähmt, und der Staat versäumt notwendige Reformen.
Deutschlands Schwäche und systemische Risiken- Die Risikolage für deutsche Unternehmen hat sich durch geopolitische Machtverschiebungen und hausgemachte Probleme (z. B. niedrige Produktivität, hohe Energiekosten) verschlechtert.
- Deutschland ist in einer schwachen Position, da es jahrelang falsche Prioritäten gesetzt hat (z. B. ESG-Ziele über Wirtschaftswachstum).
- Die größte Krise könnte eine Chance für Reformen sein, doch der politische Stillstand (Brandmauern, fehlende Mehrheiten) verhindert schnelle Lösungen.
- Viele Unternehmen erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen (StaRUG 2021): Sie müssen Risiken identifizieren, quantifizieren und aggregieren (Monte-Carlo-Simulation).
- Ohne Risikoaggregation erkennen Unternehmen keine Kombinationseffekte – das ist eine tickende Zeitbombe für Insolvenzen.
- Prüfer kontrollieren dies oft nicht; daher sind Aktionäre blind gegenüber internen Risiken.
- Klassisches Value Investing (niedriges KGV) ist risikoblind: Es verwechselt unterbewertete Unternehmen mit Hochrisikofällen.
- Moderne Strategie: zuerst die Insolvenzwahrscheinlichkeit (z. B. mit Eigenkapitalquote und Gesamtkapitalrendite) schätzen, dann nur robuste Unternehmen mit günstiger Bewertung wählen.
- Studien zeigen: Profitabilität (hohe Eigenkapitalrendite) ist ein stabiler Erfolgsfaktor.
- KI kann riesige Datenmengen verarbeiten, wird aber bei betriebswirtschaftlichen Fragen oft falsch eingesetzt (z. B. Erwartungswert vs. wahrscheinlichster Wert).
- Richtig kuratiert, hilft KI bei Risikoanalyse und Entscheidungsvorlagen.
- Gefahr: KI verstärkt menschliche Fehler und ersetzt keine Verantwortung der Entscheider.
- Innerhalb der nächsten 10 Jahre sind 1–2 schwere Krisen wahrscheinlich (Wirtschafts-, Finanz- oder Geopolitikkrise).
- Anleger sollten global diversifizieren, robuste Unternehmen bevorzugen und die Risikoaggregation im Geschäftsbericht prüfen.
- Deutschland braucht drei Sofortmaßnahmen: schnellere Verteidigungsfähigkeit, Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit (Bürokratieabbau, Innovationen) und eine umfassende nationale Risikoanalyse.
Original-Titel: Risikoforscher warnt: Darum laufen Aktionäre blind ins Verderben + Deutschlands Staatsversagen





