
Frustrierend nah am Unglaublichen: WPM Primus Test
Die WPM Primus ist eine Espressomaschine, die mit einer Vollmetall-Konstruktion, einer Getriebepumpe und Druckprofilierung wirbt – genau das, was Enthusiasten seit langem fordern. Der Tester betont, dass Getriebepumpen keine teuren Komponenten sind und Hersteller sie zu realistischen Preisen anbieten sollten.
Design & Verarbeitung- Kompakte Größe (49 cm Tiefe, schmal), aber der Wassertank sitzt seitlich – praktisch für den Plumb-in-Betrieb, unpraktisch für alle anderen.
- Das Menü ist auf der Oberseite platziert – nur mit einem Tritthügel einsehbar, was die Bedienung erschwert.
- Proprietärer Siebträger: Nur die Siebträger von WPM passen. Der Tester verlor den Originalsiebträger und musste einen Ersatz für 100 $ bestellen. Andere 58mm-Siebe passen jedoch in den Korb.
- Der Paddelhebel fühlt sich wackelig und billig an (Plastik).
- 8-Liter-Edelstahlboiler (isoliert) + zwei Thermoblöcke (einer für Dampf, einer für die Brühgruppe).
- Getriebepumpe statt Vibrationspumpe für leiseres und präziseres Brühen.
- Aluminiumlegierung in der Brühgruppe, teflonbeschichtet – es gibt Berichte über abblätterndes Teflon, ähnlich wie bei manchen Breville-Geräten.
- Gut organisiertes Inneres, viele Standardkomponenten (Brass, Edelstahl) – potenziell reparierbar.
- Vier Brühmodi: Manuell (Druckprofil über Paddel), Semi-Automatisch, Automatisch (druckbasiert mit 4 Stufen, auch Blütefunktion), Konstantdruck, MFlow (manuelle Durchflussregelung).
- Profile können gespeichert und der Bibliothek hinzugefügt werden – aber Durchflussregelung ist ungenau (Minimum ca. 2 ml/s, lange Einschwingzeit).
- Keine App, keine Bluetooth-Waage (in zukünftigem Firmware-Update angekündigt).
- Der Paddelmodus erlaubt manuelle Druckverläufe ähnlich einer Hebelmaschine.
- Temperaturstabilität ist gut, aber die Maschine neigt zu Überschwingen um 1–2 °C. Erster Schuss nach Aufheizung (~7 min) benötigt einen Vorlauf.
- Dampf: Hervorragend – 7 Stufen, Thermoblock, kraftvoll (bis zu 3-Loch-Düse). Aufschäumen in 30–35 Sekunden möglich.
- Dunkle Röstung: Mit altem Kaffee (bitter) – manuelles Eingreifen rettete den Shot, aber Geschmack enttäuschend.
- Helle Röstung (Substance-Stil): Langer Niedrigfluss-Vorlauf, dann Hochfahren – ergab eine 1:4-Ratio, die vom Tester mit 7/10 bewertet wurde.
- Soup-Shot (30g Korb): Hohe Extraktion, cremig, aber zu heiß (90 °C) – trotzdem guter Geschmack.
- Ursprünglich ~1.500 $ (China) – ein „Steal“ für die Ausstattung. In Europa 1.980 €, in den USA 2.750 $ (via Distributor).
- Der Tester hält den aktuellen US-Preis für zu teuer im Vergleich zur Konkurrenz (Decent DE1, Profitec Move, Lelit Bianca).
- Pro: Getriebepumpe, Druckprofilierung, Metallbauweise, kompakt, gute Dampfleistung.
- Contra: Proprietäre Siebträger, umständlicher Wassertank, ungenaue Durchflussregelung, fehlende App, mögliche Teflon-Probleme, mangelnde Langzeit-Service-Perspektive.
- Fazit: „Frustrierend nah am Unglaublichen“ – eine gute Maschine mit vielen Kompromissen. Für den richtigen Preis (1.500 $) ein Top-Kauf, aber aktuell zu teuer. Einfacher: Eine modifizierte E61-Maschine (z. B. mit Gagguino) bietet mehr Kontrolle zu geringeren Kosten.






