
KI-Kredite in der Krise: Coreweaves Schuldenpanik & Jim Biancos bullischer Fall für Anleihen (Endlich!)
- Jim Bianco ist erstmals seit sechs Jahren optimistisch für Anleihen. Grund: Die Renditen liegen jetzt bei über 5 % und damit im Bereich des nominalen Wirtschaftswachstums (5–6 %).
- Renditen sind nicht mehr überteuert, aber auch nicht billig. Das Chance-Risiko-Verhältnis sei nun attraktiv.
- Eine negative Anleiherendite in den nächsten zehn Jahren sei extrem unwahrscheinlich – dafür müssten die 10-jährigen Renditen auf 14–15 % steigen.
- Die Warendeflation (von 2001–2020) ist durch Deglobalisierung, Zölle und Lieferkettenprobleme beendet. Die Inflationsrate bleibt daher bei etwa 3 % stecken.
- Dienstleistungsinflation liegt weiter bei 2,5 %; eine Rückkehr zum 2 %-Ziel der Fed ist ohne neue Warendeflation nicht realistisch.
- Ölpreise sind faktisch höher als die Rohöl-Notierung: Tankerraten im Persischen Golf sind aufgrund von Angriffen auf 30–35 $ pro Barrel gestiegen. Die effektiven Kosten (inklusive Sicherheit) liegen bereits bei etwa 200 $ pro Barrel.
- Dieselpreise sind durch Ukraine-Krieg (Raffinerie-Angriffe) und Logistik-Kosten stark gestiegen – Diesel steckt in allen Transportkosten und wird sich daher auf alle Konsumgüter auswirken.
- Kevin Warsh (neuer Fed-Chef) hat die Forward Guidance abgeschafft, was die Markterwartungen verunsichert.
- Bianco hält einen Leitzins von ~4,5 % für fair (drei weitere Erhöhungen nötig). Ein zu niedriger Zins würde Zombie-Unternehmen subventionieren und spekulative Exzesse fördern.
- Der Markt erwartet Zinssenkungen, aber Bianco warnt: Wenn die Fed zu lange zögert, könnte der Anleihemarkt die Arbeit übernehmen – mit konfiskatorischen Renditen.
- CoreWeave-Anleihen (unbesichert, 9,5 % Kupon, aktuell 15 % Rendite) sind stark gefallen. Bianco sieht dies als idiosynkratisches Problem – nicht als Vorbote einer Kreditkrise.
- Der Hochzinsmarkt insgesamt zeigt nur in der CCC-Kategorie Stress (z. B. CoreWeave, Altice, Aston Martin). Single-B- und Double-B-Spreads bewegen sich kaum.
- Bianco ist kein Käufer von CoreWeave, bleibt aber via Wandelanleihen (5 % Gewichtung) im KI-Sektor investiert.
- Die Kreditaufnahme für KI-Infrastruktur ist massiv (500 Mrd. $ Schulden pro Jahr), aber der Unternehmenssektor ist insgesamt weniger verschuldet als 2008.
- Bianco ist langfristig stark bullish für KI – vergleichbar mit Eisenbahnen oder Internet. Er sieht die Skepsis (z. B. Ed Zitron) als Zeichen, dass wir uns in einem frühen Stadium befinden (wie 1997, nicht 2000).
- Risiken bei Erfolg: Falls KI massiv produktivitätssteigernd wirkt, könnten Branchen ohne KI-Bezug (z. B. lokaler Handel, Handwerk) unter Druck geraten – transformative Spannungen wie im Eisenbahn-Zeitalter.
- Wenn KI scheitert: Verluste bei KI-Krediten; aber Bianco hält Erfolg für wahrscheinlicher.
Fazit: Bianco ist bullisch für Anleihen (Durationsrisiko abgemildert), sieht Kreditrisiken als lokal begrenzt und bleibt optimistisch für KI, trotz aktueller Panik bei spekulativen KI-Anleihen wie CoreWeave.






